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Die Folgen eines Austritts sind mittelfristig vertretbar

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Die jüngsten Befürchtungen, dass infolge eines Austritts Griechenlands eine zweite Finanzkrise oder eine weltweite Kettenreaktion bei Banken entstehen könnte, sind überzogen.

Grundsätzlich ist das Problem bekannt. Institutionelle Investoren wie Banken, Versicherungen und Pensionsfonds sollten mittlerweile ihre Risiken durch Verkauf eines Großteils ihres Griechenlandinvestments an die EZB beziehungsweise durch Bildung entsprechender Rückstellungen auf ein Mindestmaß reduziert haben.

janpatrickweuthen 

Jan-Patrick Weuthen

B&K Vermögen AG

 

Die Ansteckungsgefahren für die südeuropäischen Länder sind ebenfalls zurückgegangen. Die Frühindikatoren Italiens, Spaniens und Portugals haben sich verbessert. Der Kreditzyklus hat gedreht und Sparmaßnahmen zeigen Wirkung. Gleichzeitig profitiert die europäische Wirtschaft von den anhaltenden Niedrigzinsen, dem schwachen Euro und günstigen Rohstoffpreisen. Die Unsicherheiten haben in den letzten Wochen bereits zu deutlichen Verkäufen sowohl im Aktien als auch im Anleihesegment geführt. Die Märkte warten auf Gewissheit bezüglich eines Verbleibs oder eines Austritts Griechenlands. Allein diese Gewissheit sollte nach kurzfristigen Turbulenzen für eine Entspannung an den Märkten sorgen.

Ausgenommen hiervon sind bei einem Austritt natürlich die Griechenlandinvestments, allen voran die Staatsanleihen. Der Euro sollte bei einem Austritt tendenziell an Wert gewinnen, da der Schwächefaktor Griechenland wegfällt. Hierdurch verbessert sich die Bonität Europas, was wiederum die Renditen der übrigen Staatsanleihen drückt und somit die Refinanzierungsmöglichkeiten der Euroländer vereinfacht. Als Folge der Umstellung – zurück zur Drachme – sollte diese im Außenwert stärker verlieren.

Hiervon wird die Verschuldungssituation Griechenlands zunächst negativ beeinflusst. Von dieser Situation würden mit der Zeit die griechischen Exporteure sowie der Tourismus im Land profitieren. Um ein nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum zu generieren, kommt Griechenland um die notwendigen Reformen dennoch nicht herum.

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