Geldanlage mit Immobilien
Immobilienkäufe können in temporär beliebten Wohngebieten extrem teuer sein, doch ist der Trend des Gebiets vorbei, ist ein Preisverlust möglich.

Hat man sich Geld angespart, stellt sich heute oft die Frage: Wohin damit? Man möchte gerne anlegen, aber angesichts der niedrigen Zinsen weiß man nicht wirklich, wo man investieren soll. Der niedrige Zinssatz mag zwar den verschuldeten Ländern der EU helfen, deutschen Anlegern hingegen nicht. Der vorliegende Artikel stellt verschiedene Anlageoptionen vor und zeigt ihre Vorzüge und Nachteile.

Die erste Investition: Schulden bekämpfen

Vor jeder Überlegung über die Anlage Ihrer Geldmittel steht die Tilgung von Schulden. Egal ob es sich um die Finanzierung eines Autos, eines Hauses oder von Dispo- und Ratenkrediten im Allgemeinen handelt, fast jeder Kreditgeber freut sich über den schnelleren Erhalt der Außenstände von Schuldnern.

Grundsätzliche Überlegungen zur Geldanlage

Vor der Anlage stehen immer einige sinnvolle Gedankengänge, deren Berücksichtigung später große Vorteile bringen kann, so beispielsweise:

  • Lebenssituation beurteilen
  • Welche Geldsumme wird investiert?
  • Wie lange soll das Geld angelegt sein?
  • Welche Zinsen sind zu erwarten?
  • Reine Anlageform oder Mix?
  • Welche Risikobereitschaft ist beim Anleger vorhanden?

Unseriöse Angebote vermeiden!

Wenn ein Anbieter behauptet, verfügbares Kapital anzubieten, maximale Rendite zu erzeugen und Risikofreiheit anpreist, ist er in aller Regel unseriös. Denn in der Regel erreichen seriöse Anlagemodelle bestenfalls zwei dieser drei Ziele.

Immobilien und Sachwerte

Viele Anlegerinnen und Anleger vertrauen darauf, Immobilien zu kaufen, um diese später für eine Eigenbenutzung oder Vermietung zum Generieren neuen Kapitals zu nutzen. Obwohl Immobilien eine sichere Geldanlage für langfristige Investitionen und das Potenzial einer immensen Wertsteigerung bieten, sind sie im Gegensatz zur landläufigen Annahme keineswegs risikofrei.

Gold als Geldanlage
Der Goldpreis ist vom US-Dollar Kurs abhängig.

Gold ist indes eine sehr konservative Wertanlage und hat den Vorteil, durch die Begrenztheit der Goldreserven immer ein bestimmtes Preisniveau zu erreichen. Gleichzeitig ist der Goldkurs aber indirekt von dem des Dollars abhängig und kann somit ebenfalls zu einem Verlustgeschäft führen.

Anlagen in andere, ungewöhnlichere Sachwerte können eine interessante Alternative sein. Denn so kann beispielsweise der Ankauf von Wein nach Jahren im Verkauf eine immense Rendite generieren. Allerdings ist die Voraussetzung dafür eine vertiefte Kenntnis des Weingeschäfts.

Sparbücher

Sparbücher sind eine der klassischen deutschen Anlageoptionen. Traditionell handelt es sich um ein tatsächliches Buch, in dem Ein- und Ausgänge vermerkt werden und das sich ähnlich verhält wie ein Konto. Besonders früher war das Sparbuch ein interessantes Modell – großzügige Zinsen waren nicht selten. Doch heute sieht dies leider anders aus.

Ein großer Vorteil der Sparbücher ist indes die Sicherheit, die sie bieten. Sparbücher sind gesetzlich bis zu einem Betrag von 100.000 Euro zu 100 Prozent gesichert.

Das Festgeld

Grundsätzlich gelten für die beiden Optionen Fest- und Tagesgeld die gleichen Sicherheiten wie für Sparbücher.

Ein Festgeldkonto hat die Eigenschaft, dass die Laufzeit der Geldanlage vorher abgeklärt wird. In dieser Zeit können von den Anlegern im Regelfall keine Verfügungen vorgenommen werden. Die Laufzeiten variieren dabei je nach vertraglich vereinbarter Frist. In der Regel liegt die Mindesteinlagerung bei etwa 2.500 Euro. Für das Festgeld gilt ein festgelegter Zinssatz, der auch keinen Schwankungen unterliegt. Die Verzinsung hängt dabei stark davon ab, wie lange der Kunde sein Geld einlagern möchte. Vor dem Anlegen in Festgeld sollte man verschiedene Angebote miteinander vergleichen, um das attraktivste zu finden.

Allerdings sollten sich Kunden die Investition gründlich überlegen. Wird ein Festgeldkonto vorzeitig gekündigt, entfallen sämtliche Zinserträge für den Kunden! Hat man langfristige Pläne, so ist das Festgeldkonto eine interessante Möglichkeit, die eigenen Finanzmittel anzulegen.

Das Tagesgeld

Tagesgeld ist für Kunden, die eine flexible Verfügbarkeit ihres angelegten Geldes wünschen, eine echte Option. Doch selbstverständlich sollte man auch hier vorher Informationen einholen. Im Vergleich zum Festgeldkonto sind die Zinsen niedriger und Zinsschwankungen jederzeit möglich. Dafür gibt es keine Mindesteinlagen, und die Kündigung ist jederzeit möglich. Genau wie die Festgeldkonten sind auch Tagesgeldkonten in aller Regel kostenlos. Das Geld ist jederzeit verfügbar und die Kündigung zu jedem Zeitpunkt möglich.

Möchte man also kurzfristig Geld anlegen, beispielsweise um in absehbarer Zeit einen Neuwagen zu erwerben, ist das Tagesgeld eine gute Wahl.

Aktien

Viele Menschen legen ihr Geld gern in Aktien an. Es handelt sich hierbei ebenfalls um eine eher langfristige Möglichkeit, Kapital zu vermehren. Experten raten dazu, in Aktien mindestens fünf Jahre lang zu investieren. Das Investieren in Aktien hat immer eine gewisse Zufallskomponente, da Kurse mittel-, langfristig, manchmal aber auch schon auf kurze Dauer kaum vorherzusehen sind.

Aktien als Geldanlage
Aktien haben langfristig eine hohe Rendite – allerdings können hohe Wertschwankungen auftreten

Bei Aktienanlagen ist es wichtig, immer informiert zu bleiben, um mögliche Kursschwankungen erahnen zu können. Überlegen Sie sich vorher, was Sie erreichen wollen. Wenn Sie über ausreichend Kapital verfügen, können Sie wahlweise auch in eine Reihe verschiedener Aktien, also beispielsweise in einen Fonds investieren.

Risikobereitschaft gehört dennoch zu den Eigenschaften, die Anleger für Investments im Aktienbereich immer mitbringen sollten. Schließlich können Sie von guten Kursen immens profitieren, während andererseits ein Großteil Ihres angelegten Geldes in Begleitung sinkender Kurse genauso umsonst investiert worden sein könnte.

Fazit

Zahlreiche Experten raten dazu, verschiedene Anlagearten miteinander zu kombinieren, um eine breite Streuung zu erreichen. Je nach Ziel kann jede Investitionsweise Erfolg bringen, so lange die Liquidität des Investors gesichert bleibt und er sich weder über- noch unterschätzt.

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber des EXtra-Magazins. Einer der führenden ETF-Informationsplattformen in Deutschland. Er hat über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Finanzen und Geldanlage mit Schwerpunkten auf Exchange Traded Funds, Robo-Advisors und digitale Bankdienstleistungen und ist ein gefragter Experte auf diesen Gebieten.