Die Trump-Party an der Börse ist bald vorbei

Die Trump-Party an der Börse ist bald vorbei

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Die Trump Party an der Börse ist bald vorbei

Kaum ein Präsident vorher hat sich so auf die Wirtschaft bezogen wie Donald Trump. Doch es wird nicht einmal 100 Tage dauern, bis der Trump-Effekt verpufft.

100 Tage – diese Zeit wird den neu gewählten traditionell gegeben, um sich einzuarbeiten und erste Akzente zu setzen. Donald Trump hat die Akzente bereits in den ersten 100 Stunden gesetzt und muss jetzt umso schneller liefern. Die Erwartungen sind immens. Infrastrukturpakete hatte er versprochen, Investitionen in Straßen, Schienen und Mauern. Die Versprechen beflügelten die Börsen.

 

Gerade hat er die Banken von der Kette gelassen. Sie dürfen nach seinem präsidialen Willen jetzt da weitermachen, wo die Finanzkrise sie gestoppt hatte. Das treibt die Bankaktien. Kleine und mittlere Unternehmen aus den USA liefen gut, weil der Präsident America first als Devise ausgibt. Das soll die heimische, nicht sonderlich exportstarke und auch nicht sonderlich wettbewerbsfähige Wirtschaft stärken.

Doch schon sind erste Anzeichen von Ernüchterung festzustellen. Die Ökonomen rechnen durch, was eine streng protektionistische Haltung kosten könnte. Es sind natürlich die großen Unternehmen, die Weltmarktführer beziehungsweise Weltmarkt-Dominatoren wie Apple, Google, Facebook oder Amazon, die alles wollen, nur nicht auf den Heimatmarkt USA zurückgeworfen zu werden.

Die Banken wissen eigentlich selbst ganz gut, dass es für sie und ihre Geschäfte nicht einfach ein Zurück gibt. Das wäre ökonomischer Selbstmord. Zudem haben Kunden und Geschäftspartner dazugelernt und werden sich nicht noch einmal ein AAA für Schrottimmobilien in mortage-backed Securities vormachen lassen.

In den kommenden Wochen zeigt sich, wie viel der neue US-Präsident wirklich umsetzen kann, was von Gerichten oder in juristischem Streit verzögert wird und was ganz wegfällt. Die Euphorie wird schwinden, die Börsen auf Normalmaß zurückschrumpfen und sich auf die Fundamentaldaten konzentrieren, die die Grundlage allen Handelns sein sollten. Und was Fundamentaldaten angeht, hat Donald J. Trump noch nichts zu bieten.

Da hilft es nur bedingt, dass Trump Dinge im 140-Zeichen-Takt ankündigt, die Details aber schuldig bleibt. Das lässt Raum für Spekulation, steigert die Unsicherheit und damit die Volatilität. Wenn es also eine Börsenstrategie gibt, die aus seinen wirren Tweets Honig saugen mag, wären es Wetten auf Volatilitäten.

Schwierig wird es, wenn auch in den kommenden 100 Tagen nichts Konkretes vom US-Präsidenten kommt. Spätestens dann werden sich auch seine bislang begeistert hinter ihm stehenden Wähler fragen, wann es denn richtig losgeht. Symbolpolitik sorgt nur sehr bedingt für Arbeitsplätze und schon gar nicht in der langfristig planenden, investitionsfaulen US-Industrie.

Hier wird Trumps Sprunghaftigkeit zum Problem ausgerechnet für seine treuesten Fans. Denn eine US-Regierung, die so kurzfristig handelt, sorgt nicht für solide, dauerhaft gültige Rahmenbedingungen. Und die sind bei aller Freude über gute Stimmung unbedingt notwendig, um Geld in Fabriken zu stecken.

Je länger Trump mit dem Konkreten wartet, desto schwieriger wird es für die Wirtschaft, seine Ankündigungen in Arbeitsplätze umzusetzen. Daran aber wird er von seinen Anhängern gemessen. In jedem Fall wird die Börse noch eine ganze Weile an den Worten des Mannes aus dem Weißen Haus hängen, auf Klarheit hoffen und jede Regung in Kursbewegung umsetzen. Trump könnte es freuen, wenn er denn das ein oder andere Vola-Zertifikat sein eigen nennt. Ein Beispiel, dem private Investoren folgen könnten.

Zum Autor: Uwe Zimmer

Die Trump Party an der Börse ist bald vorbei Uwe Zimmer ist ein Investmentexperte und Geschäftsführender Gesellschafter bei der z-invest GmbH in Köln.

 

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