„Die Aktienmärkte befinden sich im neunten Jahr eines Bullenmarktes. Börsen weltweit klettern auf neue Höchststände, insbesondere in Europa. Unser Makro-Indikator sieht aber erste Eintrübungen“, so Dr. Max Schott, Geschäftsführer der Sand & Schott GmbH in Stuttgart.

Kann man eine Rezession vorhersagen?

Historisch hat sich eindeutig gezeigt, dass es einen sehr starken Zusammenhang gibt zwischen nachhaltigen Einbrüchen am Aktienmarkt und negativem Wirtschaftswachstum. Alleine – so gut wie nie wurden Rezessionen korrekt vorhergesehen. Es gilt das Bonmot, dass Ökonomen zehn der vergangenen fünf Rezessionen korrekt prognostiziert haben. Um als Vermögensverwalter nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, haben unsere Analysten einen Makro-Indikator entwickelt.

Momentan zeigt dieser Makro-Indikator eine geringe Rezessionsgefahr. Allerdings gibt es erste Indikatoren, die etwas gelitten haben: Einzelhandelsumsätze zum Beispiel. Diese haben eine wichtige Signalfunktion für die konsumgetriebene US-Wirtschaft. Hier sind die hohen Wachstumsraten von Anfang des Jahres mittlerweile auf ein durchschnittliches Niveau zurückgefallen. Aufgrund gestiegener Kreditzinsen verteuern sich die Konsumentenkredite, was zu vermehrter Kaufzurückhaltung der Amerikaner führt. Deutlich beobachten lässt sich dies bei den rückläufigen Kfz-Zulassungszahlen. Aktuell ist das Rezessionsrisiko etwas angestiegen. Es befindet sich jedoch noch weit unterhalb der Grenze, welche ein überdurchschnittliches Rezessionsrisiko anzeigt.

Wir machen nicht den Fehler, die Zukunft vorhersagen zu wollen, sondern rechnen mit Wahrscheinlichkeiten. Die einzelnen Indikatoren sind so ausgewählt, dass diese wenig miteinander korrelieren. Der Makro-Indikator gibt keine Prognose für die Zukunft ab, sondern ermittelt zum jeweiligen Zeitpunkt, ob aktuell eine hohe oder niedrige Rezessionswahrscheinlichkeit im historischen Kontext besteht.

Über den Autor

Dr. Max SchottDr. Max Schott ist Geschäftsführer der Sand & Schott GmbH in Stuttgart.

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