Energieversorger sind sexy

In den vergangenen Jahren wurden die Energieversorger wegen ihrer fehlenden Perspektiven für die Zukunft abgestraft, ihre Kurse sackten ab. Dabei stellen sie den wichtigsten Grundstoff der elektromobilen Zukunft her: Strom. Und davon werden sie langfristig profitieren.

Eon, Uniper, RWE & Co. mussten sich in den vergangenen Jahren vor allem um ihre Altlasten kümmern und sich immer wieder rechtfertigen. Kohlekraftwerke wurden als Dreckschleudern kritisiert, Gaskraftwerke aber sind teuer und in der Rohstoffversorgung von Russland abhängig. Die billige heimische Braunkohle gilt nicht nur als schlimmster Luftverschmutzer, sondern wegen der Tagebaulöcher auch als Flächendieb ohne Zukunft.

 

Das Thema Atomkraft beschäftigte die großen Versorger vor allem wegen der Volten in der Politik von Kanzlerin Angela Merkel. Erst Verlängerung der Laufzeiten, was die Börse jubeln ließ. Dann Abschaltung so schnell wie möglich und ohne Rücksicht auf Verluste nach Fukushima. Jetzt wieder Schadenersatz und gleichzeitig der Endlagerkonsens, der zumindest die Zukunft der Kernenergie für die Unternehmen berechenbarer macht.

Mag sein, dass sich die großen Stromkonzerne zu lange zu viel mit sich selbst beschäftigten beziehungsweise mit der Politik. Sie waren jedenfalls sehr defensiv – und sind das eigentlich auch heute noch. Dafür gibt es aber keinen Grund. Strom ist der natürliche Grundstoff unseres Lebens. Wir brauchen ihn mehr als vieles andere. Nicht nur, weil wir die Bequemlichkeit elektrischen Lichts schätzen. Sondern weil ein großer Teil unserer Infrastruktur vom Strom abhängig ist.

Stromausfälle sind für uns mittlerweile gefährlicher als Naturkatastrophen. Vorkehrungen zur Sicherheit dieser Infrastruktur sind entscheidend. Und der Verbrauch steigt trotz aller Einsparbemühungen, da immer mehr Leistungen erbracht werden sollen. Das alleine würde genügen, um die Versorger zumindest auf lange Sicht als attraktives Investment zu sehen.

Dazu kommt, dass jetzt noch der gesamte Bereich der Mobilität auf Strom umgestellt werden soll, kann, wird, muss. Angesichts des immensen Energiebedarfs dieses Bereichs ist davon auszugehen, dass die Bedeutung und damit die Umsätze mit Strom in den kommenden Jahren enorm steigen werden. Und das spielt jedem in die Karten, der Strom herstellt. Eon, Uniper und RWE haben also die Möglichkeit, zum ersten Mal seit Jahren nicht nur mitzuhalten an der Börse sondern den Dax outzuperformen. Eine gute Einstiegschance.

Zum Autor: Uwe Zimmer

Uwe Zimmer ist Geschäftsführender Gesellschafter bei der z-invest GmbH in Köln.

 

 

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Maximilian Stratz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Seit 2016 ist Maximilian Stratz im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.