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Erfolg kann man studieren

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Die Ergebnisse der Stiftungsfonds von Harvard und Yale werden in der Finanzbranche besonders stark beachtet. Viele Vermögensverwalter in den Vereinigten Staaten orientieren sich an deren Anlagemodellen.

Es wäre sicher auch für den Privatanleger eine Bereicherung seiner Vermögensanlage, es diesen gleich zu tun.

US-amerikanische Elite-Hochschulen Yale, Harvard und Co. sind nicht nur für ihre herausragende Ausbildungsqualität weltberühmt. Auch als Vermögensverwalter liegen sie weit vorn. Nach im Januar veröffentlichten Zahlen verfügen die Stiftungen der US-Hochschulen über mehr als 500

Manfred Rath 

Manfred Rath

KSW Vermögens-

verwaltung AG

 

Milliarden Dollar. Davon befinden sich in den sogenannten Endowment- Funds von Harvard über 36 Milliarden Dollar, Yale kommt auf knapp 24 Milliarden USDollar. Mit diesem Kapital erwirtschafteten sie in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich zehn Prozent Rendite – und das, obwohl Krisenjahre wie 2008 auch hier ihre Spuren hinterließen.

Die Fonds der US-amerikanischen Elite-Hochschulen sind bekannt für ihre innovativen Anlagestrategien. Was können sich private Anleger aber davon abschauen? Nun, zum Beispiel, dass in den Stiftungsdepots derzeit nur noch knapp ein Zehntel der immensen Vermögen in Anleihen gehalten wird.

In diversen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die hohen Anlagerenditen der Endowment-Funds der führenden Universitäten nicht das Resultat überdurchschnittlicher Selektions- und Timing-Fähigkeiten sind, sondern im Wesentlichen eine Entschädigung für die Übernahme zusätzlicher Risiken darstellen.

Die breite Streuung der Gelder über unterschiedliche Anlageklassen macht zudem die Schwankungen in Krisenjahren erträglicher. Der langfristige Anlagehorizont gleicht das immer wieder aus. Natürlich investieren die Strategen der Uni auch in komplizierte Konstruktionen und weniger leicht handelbare Assets wie Hedgefonds, Private Equity, Rohstoffe, Wälder und Immobilien.

Gerade diese Komplexität der Anlagen dürfte den durchschnittlichen Anleger abschrecken. Außerdem ist es für Privatanleger nahezu unmöglich, die Portfoliostruktur der großen Eliteunis in den USA nachzubauen. Doch die Grundregeln sind die gleichen, und die können durchaus vergleichbar mit Indexfonds umgesetzt werden. Neben klassischen Aktien-ETFs gibt es auch Fonds, die Private Equity- oder Holzmärkte abbilden.

Die wichtigsten Grundregeln:

  • Je länger der Anlagehorizont, zumindest von Teilvermögen, desto größere Risiken können in einzelnen Vermögenspositionen eingegangen werden.
  • Eine breit diversifizierte Anlagestruktur hilft, Rückschläge einzelner Anlageklassen abzufedern und schafft niedrigere Abhängigkeit von Marktschwankungen.
  • Gering korrelierte Anlageklassen (Sachwerte wie Private Equity, Wald oder auch Hedgefonds), die durchaus über ETFs abgedeckt werden können und somit handelbar bleiben, sollten in schlechten Börsenzeiten ebenfalls die Kursverluste ausgleichen oder wenigstens eindämmen.
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