Start Finanznews Es muss nicht gleich ein ganzes Haus sein

Es muss nicht gleich ein ganzes Haus sein

275
Immobilienunternehmen klein jpg

Wer Immobilien erwerben möchte, braucht nicht nur das passen de Objekt , sondern zwangsläufig auch das passende liquide Vermögen oder die Möglichkeit, Verbindlichkeiten aufzunehmen.

Wer sich davor scheut oder diesen Weg nicht nehmen möchte, hat andere Möglichkeiten an den Entwicklungen des Immobilienmarktes zu partizipieren.

Die wohl bekannteste Anlagealternative sind offene Immobilienfonds. Dabei ist es möglich bereits mit kleineren Summen am (Gewerbe – ) Immobilienmarkt teil zu haben . Der Vorteil besteht darin, dass

stephanwitt 

Stephan Witt

FiNUM.Private

Finance AG
 

man in der Regel jederzeit weitere Anteile dazukaufen und seine Investition auf mehrere Objekte innerhalb des Fonds streuen kann. Außerdem werden offene Immobilienfonds von professionellen Fondsmanagern gemanagt und sind gesetzlich reglementiert. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass es mittlerweile Sperrfristen für Anteilsverkäufe gibt und nicht jederzeit über alle investierten Beträge verfügt werden kann.

Grundsätzlich sind geschlossene Immobilienfonds ähnlich aufgebaut wie offene. Der große Unterschied liegt jedoch darin, dass es bei geschlossenen Fonds einen festgelegten Zeitpunkt gibt, in dem das Kapital der Anleger eingesammelt wird. Ist dieser Zeitraum vorbei oder wurde ausreichend Geld gesammelt, wird der Fonds geschlossen , um anschließend die Immobilie zu errichten, zu erwerben oder zu entwickeln. Neben eventuellen Steuervorteilen partizipiert der Anleger an den Gewinnen, die aus der Immobilie entstehen. In manchen Fällen investieren geschlossene Fonds in nur wenige oder nur einzelne Objekte. Dies Wiederum erhöht im Falle negativer Entwicklunge n die Risiken.

Eine in den letzten Jahren immer attraktiver gewordene Anlageklasse sind Immobilienaktien. Die Aktie ist auch in diesem Bereich ein Anteil an einem Unternehmen. Es realisiert seine Gewinne durch Immobilien. Dabei werden die Vorteile der Immobilien (sehr krisensicher) mit denen der Aktien verknüpft (hohe Liquidität und die Chance auf stärkere Kursgewinne). Bei erfolgreichen Investitionen der Unternehmensführung steigt der Börsenkurs der Aktien und der Anleger kann das Wertpapier zu einem besseren Kurs an der Börse verkaufen. Bei einer entgegengesetzten Marktentwicklung bestehen dann natürlich auch entsprechende Risiken. Zuletzt erfreuten sich die Immobilienaktien wachsender Beliebtheit, obwohl die Deutschen eher als aktienscheu gelten. Die Chancen der Aktien gepaart mit den Sicherheiten der Immobilien, scheinen viele Anleger zu reizen. Daher überrascht es nicht, dass der deutsche Immobilienaktienindex (DIMAX) in den letzten Jahren einen starken Kursanstieg verzeichnen konnte.

Eine weitere Möglichkeit sind REITs. Diese Bezeichnung steht für Real – Estate – Investment – Trust. Die Unternehmen erzielen Gewinne durch Erwerb und Veräußerung, Vermietung oder Verpachtung, Verwaltung oder reine Finanzierung von Immobilien. Besonders bemerkenswert sind die gesetzlich vorgeschriebenen hohen Mindestausschüttungsquoten. Außerdem können dem Anleger bei Investitionen in REITs besondere steuerliche Vergünstigungen entstehen. Aber auch hier muss mit Kursschwankungen gerechnet werden, Börsenkenntnisse sollten also bei m Anleger vorhanden sein.

Zusammenfassend spricht die Entwicklung derzeit für die Immobilienaktien. Durch die dahinter stehenden Immobilien bieten diese eine gute Mischung aus erwartetem Ertrag und Risiko. Offene Immobilienfonds sind zwar nach wie vor aufgrund ihres Images gefragt, haben aber aufgrund einiger Schließungen (im September z.B. der UniImmo Global) in letzter Zeit stark gelitten. Geschlossenen Immobilienfonds haftet auch weiterhin ein negativer Ruf an, der wohl auch weiterhin in den Köpfen der Anleger verankert bleiben wird. Dabei können diese im günstigsten Fall die größten Chancen bieten, allerdings bei ähnlich hohem Risiko. Es bleibt dabei, dass sich diese Anlageform nur für erfahrene Anleger eignet. Durch eine breite Streuung in mehrere Titel oder Fonds kann natürlich das Risiko für das Portfolio deutlich vermindert werden.