FinTech: Das Ende der Start-up-Romantik

FinTech: Das Ende der Start-up-Romantik

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FinTech: Das Ende der Start-up-Romantik

FinTech ist noch immer heiß, noch immer eine Nasenlänge voraus, noch immer eine Investition wert. Es rückt aber der Zeitpunkt näher, an dem sich der Markt konsolidiert. Die Mechanismen zeichnen sich schon heute ab.

Diese Geschichte folgt drei Phasen: Der Beginn eines Hypes ist immer rauschhaft. Überall sprießen junge Unternehmen aus dem Boden, suchen sich Mitstreiter, suchen sich Geld, ziehen Mitarbeiter an, die viel Enthusiasmus und ein bisschen Wissen mitbringen, ihre Skills aber rasant on the job entwickeln. Idealtypisch zeigte sich das in Berlin, weshalb hier zu Beginn viele FinTech Unternehmen ansiedelten. Idee sucht Geld hieß es hier – und es gelang. Mit Millionen finanzierten Geldgeber die Ideen und machten einige groß.

Etwas später, vor etwa zwei Jahren, begann das umgekehrte Spiel: Geld sucht Ideen. Inkubatoren der großen Spieler wetteiferten darum, wer den nächsten heißen Scheiß finanzieren und für sein Imperium vereinnahmen durfte. In Hackathons oder Bankathons prostituierten sich kluge Köpfe, um den Bedarf des Geldes nach Ideen zu decken. Viel Großes entstand nicht daraus – verglichen mit der ersten Phase.

Denn nur, wenn Ideen authentisch bleiben, wenn sie ihre Kraft in dem Umfeld entfalten können, für das sie geboren sind, werden sie erfolgreich sein. Außer sie werden mit immensem Kapitaleinsatz am Leben gehalten.

In nicht allzu ferner Zukunft steht die dritte Phase an, die ihre Schatten bereits vorauswirft. Die Gewinner der ersten Phase sind groß und erwachsen geworden. Sie sind erfolgreich und haben funktionierende Geschäftsmodelle aufgebaut. In ihnen vereinen sich Idee und Geld und sie greifen an. Sie werden mit ihrem Wissen um den Markt die besten Gelegenheiten sehen und in sich aufnehmen. Sie bieten dabei ein Umfeld, dass noch innovativ genug ist, um Start-ups zu integrieren und doch professionell genug, um am Markt zu bestehen.

Die dritte Phase wird eine Welle von Übernahmen sehen – und eine Bereinigung des Marktes um alle diejenigen Unternehmen, deren Geschäftsmodelle und/oder Ideen sich nicht lohnen. Denn jetzt regieren die Controller. Die dritte Phase heißt Compliance statt Kicker und zeigt das Ende der Start-up-Romantik. Wer jetzt noch spielt, hat schon verloren.

Zum Autor: Uwe Zimmer

FinTech: Das Ende der Start-up-Romantik Uwe Zimmer ist ein Investmentexperte und Geschäftsführender Gesellschafter bei der z-invest GmbH in Köln.

 

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