Fundamentaldaten: Das Comeback der Fundamentalisten

Wenn die Politik die Märkte vor sich hertreibt, wenn die Tweets eines Präsidenten höhere Wellen schlagen als die Entscheidungen der Notenbanken, wenn der Ölpreis stärker mit dem Vorrücken und Zurückweichen von Terrormilizen korreliert und weniger mit Angebot und Nachfrage, dann stimmt der Blickwinkel der Investoren nicht mehr. Zeit für eine Besinnung auf Fundamentaldaten.

Fundamentaldaten werden nicht mehr beachtet

Bei allem Verständnis für die hektischen Ausschläge an den Märkten, bei allem Wissen um die Hysterie der sogenannten professionellen Anleger: In der Geldanlage sind Ruhe und der Blick für das Wesentliche die stärksten Erfolgsfaktoren. Natürlich ist es dramatisch, was in den USA passiert, wo ein Präsident nach Gutsherrenart Unternehmen abstraft oder belobigt. Und die Märkte reagieren darauf. Aber eigentlich nur, weil jeder erwartet, dass der andere auch reagieren wird. Wenn der Präsident etwas Böses über BMW sagt, erwarten viele einen Kursrückgang. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung – aber bestenfalls sehr kurzfristig richtig.

Denn die Entscheidung zum Verkauf richtet sich ausschließlich nach der Einschätzung eines Einzelnen, der sich im Zweifel mit dem wahren Wert des Unternehmens gar nicht beschäftigt. Das aber sollten langfristige Anleger unbedingt tun. Ein Unternehmen, das kein Geld verdient, wird auf Dauer weder überleben noch seinen Besitzern Freude bereiten. Ein solide aufgestelltes Unternehmen aber, das Geld verdient und über eine solide Basis verfügt, wird über einen kurzfristigen Kurseinbruch wegen eines Tweets hinwegkommen. Die Fundamentaldaten sind das Fundament, auf dem jede Einschätzung zu Aktien ruhen sollte.

Fundamentaldaten: Die Qualitative Analyse ist überlegen

Natürlich muss berücksichtigt werden, wie sich die weltweite Lage auf die Wirtschaft insgesamt auswirkt. Auch die Situation der Branchen muss berücksichtigt werden. Dann aber kommt es bei der Auswahl von Aktien ganz entscheidend auf das einzelne Unternehmen an – und auf sein Zahlenwerk. Die qualitative Analyse setzt auf Zahlen auf und untersucht die weichen Faktoren: Management, Geschäftsidee und Unternehmenskultur etwa.

Hart ist es aber immer nur, wenn es wirklich um Zahlen geht. Auch wenn eine Bilanz immer nur den Rückblick auf das Vergangene zulässt: sie liefert doch recht verlässliche und vergleichbare Daten, um den Erfolg und damit auch die Aussichten eines Unternehmens beurteilen zu können. Cashflow, Kosten, Gewinn: Aus diesen Kennzahlen lässt sich schon viel über ein Unternehmen lernen und auch seine Zukunft einschätzen. Ganz grundsätzlich ist die quantitative Analyse anhand der Zahlen die Basis für jede Entscheidung. Sind die Zahlen schon schlecht, muss oft gar nicht weiter hingeschaut werden. In jedem Fall sind diese Daten aber das, was wichtiger ist als Präsidententweets: verlässlich.

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Zum Autor: Uwe Zimmer

Uwe Zimmer: FundamentaldatenUwe Zimmer ist Geschäftsführender Gesellschafter bei der z-invest GmbH in Köln. Er sammelte seit 1984 als Banker und Broker Erfahrung am Kapitalmarkt. Mit seiner Expertise betreut er große Vermögen und führt Unternehmen erfolgreich an die Börse.

 

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Markus Kubesch absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann und studiert Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seit 2017 ist er im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.