Ist die Old Economy am Ende?

Von den zehn größten Firmen der Welt kommen acht aus den USA und zwei aus China. Sieben dieser zehn gehören zu den neuen Internetgiganten. Nur noch die Bank JPMorgan, der Konsumgütergigant Johnson & Johnson und die Ölfirma Exxon stammen aus der alten Industrie.

Gottfried Urban über die neuen Internetgiganten und die Old Economy

Alibaba, Amazon, Alphabet, Apple, Facebook, Microsoft und Tencent erreichen immer neue Höchstmarken beim Umsatz und bei der Börsenbewertung. Die Chancen stehen gut, dass diese Zuwachsraten hoch bleiben. Denn die kleine Zahl der Superstar-Firmen vereint immer mehr Marktmacht auf sich. Der abnehmende Wettbewerb ist getrieben durch den Hightech-Sektor im Speziellen und die Globalisierung im Allgemeinen.

Die liquiden Mittel der Internetgiganten verschaffen den Firmen Freiräume. Apple, Microsoft und Alphabet verfügen über mehr als 500 Milliarden Euro Cash in der Bilanz. Neue innovative Firmen, die zur Konkurrenz werden können, werden aufgekauft. Wenn die Monopolmacht zunimmt, steigen die Gewinne. Hohe Gewinnmargen versus schwache Investitionen dürften aber ein nachhaltig niedriges Zinsniveau bedeuten.

Ein Investment in die Superstar-Firmen bleibt interessant. Dennoch: Wir wissen in einer sich schnell verändernden Zeit nicht, ob in zehn Jahren die genannten Firmen noch ganz oben stehen. Wird RTL durch Netflix ersetzt? Kauft man noch einen BMW oder doch ein Apple-Auto? Wird es Facebook noch geben?

Ob Onlinehändler wie Alibaba in das Depot passen, muss jeder Anleger für sich entscheiden. Das Risiko auf verschiedene Branchen, Regionen und Anlageklassen zu streuen, bleibt das Rezept für die Zukunft. Und sicher ist, dass wir in zehn Jahren immer noch die Produkte des täglichen Bedarfes – Essen, Trinken, Hygiene – brauchen. Hier gibt es gute Unternehmen, die vielleicht langweilig wirken, aber im Langfristdepot weiterhin nicht fehlen sollten.

Über den Autor

Gottfried Urban ist Vorstand der Bayerische Vermögen AG in  Altötting.

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