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Hubert Thaler: China entdeckt den Sport

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Investoren, die nach wachstumsstarken Aktien suchen, landen immer wieder bei Unternehmen, die im Sportumfeld ihr Geld verdienen. Die Wachstumsfantasie kommt aus China. Warum ein Einstieg jetzt noch lohnt.

Hubert Thaler über den Sport in China

Mit 28,4 Milliarden Umsatz ist die chinesische Sportartikelbranche einer Euromonitor- Studie zufolge hinter den USA (103,6 Milliarden Dollar) weltweit bereits der zweitgrößte Markt. Das hat Gründe:

  1. Sport wird salonfähig

China fördert den Spitzensport aus Prestigegründen schon sehr lange. Nur ließ der Medaillenspiegel bei den Olympischen Spielen die breite Masse kalt. Der Breitensport fristete ein Nischendasein. Mit der Entwicklung hin zu einer vielschichtigen Gesellschaft haben die Menschen deutlich mehr Zeit, um ihre Freizeit aktiv zu gestalten. Sport ist nicht mehr nur den Eliten vorbehalten, sondern hat die Massen auch außerhalb der staatlich verordneten Betriebssporteinheiten erfasst. So wurde die Fitness-App Keep bis zum Juli 2016 rund 40 Millionen Mal heruntergeladen. Die Zahl der Mitgliedschaften in Fitnessstudios schnellt in die Höhe.

  1. Athleisure- und Outdoorkleidung als Statussymbol

Chinas junge und konsumwillige Gesellschaft sucht nach Möglichkeiten, den jahrelang auch modisch gelebten Sozialismus abzustreifen. Bedingt durch den Sporttrend steigt das Interesse an Sportbekleidung. Internationale Marken wie Adidas und Nike, aber auch heimische Größen wie Anta und Toread sind im Kleidungsalltag der Gesellschaft angekommen. Athleisure ist in China Trend. Nike vermeldete im letzten Quartal ein Umsatzwachstum von 9,5 Prozent auf 1,08 Milliarden Dollar. Adidas steigerte den Umsatz in China 2016 um 22 Prozent auf circa drei Milliarden Dollar.

  1. Unterstützung der Regierung

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist die Unterstützung durch die chinesische Regierung. Chinas Präsident Xi Jinping ist ein ausgewiesener Fußballfan und will sein Land bei den kommenden Weltmeisterschaften nicht mehr nur als Außenseiter anfeuern. Darum sollen bis 2020 gut 70.000 neue Fußballfelder entstehen. Kooperationen mit internationalen Verbänden und Vereinen werden massiv vorangetrieben. So spielt die chinesische U-20-Nationalmannschaft ab der kommenden Saison in der deutschen Regionalliga Südwest mit. Bis 2025 will Chinas Präsident die Ausgaben für die Sportindustrie auf 850 Milliarden Dollar ausweiten. Mit dem nationalen Fitnessplan, der bis 2020 vollständig umgesetzt sein soll, will die chinesische Regierung Industrie, Staat und Gesellschaft durch Sport weiterentwickeln.

Über den Autor

Hubert ThalerHubert Thaler ist Vorstand der TOP Vermögen AG in Starnberg.
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