Hüfners Wochenkommentar
Martin Hüfner ist Chefvolkswirt des Vermögensverwalters Assenagon.

Bei den makroökonomischen Vorhersagen für das Jahr 2017 ist vieles so eingetroffen wie erwartet. Trotzdem ha­ben Anleger den Eindruck, dass das Jahr in mancherlei Hinsicht ganz anders gelaufen ist, als prognostiziert. Die Ak­tienkurse stiegen stärker. Die Volatilität der Märkte war ge­ringer. Die Regierungsbildung in Deutschland erwies sich als schwieriger. Bei den Brexit-Verhandlungen ist so gut wie alles schief gelaufen.

Das mag die hohe Nachfrage nach den „Überraschungen des kommenden Jahres“ erklären. Überall werden die schwarzen Schwäne gesucht, die den Weizen 2018 verha­geln könnten (oder die alles noch viel besser machen). In diesem Jahr bin ich mehr denn je dazu gedrängt worden, wieder zehn Überraschungen herauszusuchen. Ein Kollege gab mir sogar eine Liste mit dreizehn Vorschlägen.

Die „Spielregeln“ für die folgenden Überraschungen sind dieselben wie in den letzten Jahren. Die Punkte werden nicht nach der Wahrscheinlichkeit ihres Eintreffens gewählt. Sie sind mehr oder weniger willkürlich. Ich hätte auch ganz andere nehmen können. Sie geben kein widerspruchsfreies Bild. Sie wollen nur zeigen, was alles passieren könnte, im Jahr 2018 und danach.

 

»Die Europäischen Zentralbanken beschließen, ihre Goldbestände wegen der ungenügenden Renditen in den letzten Jahren zu verkaufen.«

 

Bitcoin

Erstens: Die Europäische Zentralbank wehrt sich nicht mehr gegen die neue Währung Bitcoin. Sie beteiligt sich im Gegenteil an der Errichtung zentraler Handelsplätze für Bitcoins und bietet Inhabern des digitalen Geldes spezielle Wallets zum Aufbewahren an. Sie will auf diese Weise den Wettbewerb der Währungen fördern (mit dem Hintergrund natürlich zu zeigen, dass der Euro am Ende doch besser ist). Gutes Geld soll schlechtes Geld verdrängen.

Die nächste Überraschung des Jahres 2018 sehen Sie auf Seite 2 im Hüfner Wochenkommentar.