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Immobilienaktien statt offener Immobilienfonds

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Wer die Risiken einer Immobilienanlage eingehen will, wird auch bei Immobilienaktien fündig. Sie bieten ein attraktiveres Ertragsprofil, die allerdings mit Kursschwankungen verbunden ist.

Offene Immobilienfonds erfreuen sich wieder zunehmender Beliebtheit. Fast vergessen scheinen die bitteren Erfahrungen seit dem Jahr 2008: Weil zu viele gleichzeitig ihr Geld zurückforderten, musste die Anteilsrückgabe vieler Fonds eingestellt und die Abwicklung eingeleitet werden. Betroffene Anleger mussten empfindliche Vermögenseinbußen hinnehmen. Durch die Einführung beschränkter Rückgabemöglichkeiten ist eine Wiederholung nun unwahrscheinlicher, aber nicht unmöglich geworden.

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 Guide vom Schemm 

Zu große Renditeerwartungen dürfen Anleger ohnehin nicht haben. Die Immobilienpreise sind bereits verhältnismäßig hoch und die Mietrenditen geben nicht mehr viel her. Und vor den Anlegern müssen Makler, Notare, Berater, Sachverständige und Fondsmanager bezahlt werden. Dies lässt sich an der Wertentwicklung der beiden größten deutschen Immobilienfonds ablesen. Gerade einmal 1,9 Prozent und 2,5 Prozent legten sie auf Jahresbasis zu. Die Ausschüttung lag bereits in den letzten Jahren über den Wertsteigerungen und hat damit den Substanzwert geschmälert. In vielen Fällen ist sie sogar rückläufig. Die fetten Jahre sind also vorbei, doch das lässt sich verkraften, wenn die Anlage dafür risikolos ist.

Dies ist mitnichten so, denn Anleger tragen das Risiko von Wertberichtigungen, wenn Nachfrage und Marktpreise sinken. Dazu kommt, dass die Mittelzuflüsse in den Fonds den Kampf um attraktive Immobilien weiter anheizen und lukrative Investitionen erschweren. Können keine Immobilien erworben werden, muss die Liquidität auf Tagesgeldern geparkt werden, deren Verzinsung aktuell wohl kaum die Verwaltungsvergütung decken dürfte. Auch das kann zu Verlusten führen.

Warum also nicht gleich Immobilienaktien oder Fonds, die in solche investieren, kaufen? Kursschwankungen dürften der Hauptgrund sein, der Anleger vom Kauf abhält. Mit einem langen Anlagehorizont – und den sollten Immobilienkäufer ohnehin haben – können Anleger jedoch ihre wahre Freude an den Papieren haben. Wer mit dem Handel oder der Vermietung von Immobilien Geld verdienen will, sollte einen genaueren Blick auf REITs (Real Estate Investment Trusts) werfen. Diese Unternehmen müssen Erwerb, Veräußerung, Vermietung und Verpachtung von Immobilien zum primären Geschäftszweck haben. Das Besondere daran: Die Gesellschaft ist von Körperschafts- und Gewerbesteuer befreit und muss mindestens 90 Prozent der Erträge an die Anleger ausschütten. Das dürfte besonders Anleger freuen, die Wert auf Ausschüttungen legen.

Eine Mehrfachbelastung durch hohe Gebühren im Anlegersinne dürfte durch den unternehmerischen Gedanken einer Aktiengesellschaft ebenfalls vermieden werden. Ein weiterer Vorteil ist die Börsennotierung. Die Papiere können unbeschränkt und jederzeit – ohne lästigen Ausgabeaufschlag – an der Börse gehandelt werden. Dafür müssen jedoch Kursschwankungen in Kauf genommen werden, und nicht immer spiegeln die Kurse realistischen Unternehmenswert wider, sondern sind auch psychologischen Einflüssen unterworfen. Wer das in Kauf nimmt, kann derzeit Immobilienaktien noch vergleichsweise günstig erwerben und wird mit attraktiven Dividendenrenditen belohnt. Zwar schwanken die Papiere teilweise stärker als der DAX, durch ihre geringe Korrelation mit den gängigen Aktienindizes können Sie aber dennoch dazu beitragen, die Schwankungsbreite in einem diversifizierten Depot zu reduzieren. Einzelrisiken werden vermieden, indem in Fonds bzw. ETFs angelegt wird, welche die Investition auf verschiedene Unternehmen und Regionen verteilen.

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