Kathrin Eichler ist geschäftsführende Gesellschafterin der EICHLER & MEHLERT Finanzdienstleistungen GmbH in Düsseldorf.

Wo soll die Rendite herkommen, wenn man nicht all sein Geld in Aktien stecken will? Eine Antwort auf diese Frage bieten Aktienanleihen.

Kathrin Eichler sieht in Aktienanleihen eine gute Alternative

Aktienindizes wie der US-amerikanische S&P 500 oder der DAX befinden sich auf Rekordniveau. Aber sind Aktien deshalb teuer? Wer kann zuverlässig vorhersagen, ob und wie weit Aktienkurse weiter steigen werden? Schließlich gibt es keine Obergrenze für Unternehmensbewertungen – und schon gar nicht für die Marktkapitalisierung ganzer Länder oder Branchen.

Ganz anders sieht es bei Anleihen aus. Am Ende ihrer Laufzeit werden Anleihen zu 100 Prozent ihres Nennwertes zurückgezahlt. Wenn die Kurse steigen, muss dies immer mit Blick auf die Rendite geschehen, die sich in der Zwischenzeit mit den Zinskupons erzielen lässt. Und da sieht es schon seit Jahren mau aus.

Eine Alternative sind Aktienanleihen. Bei diesen gibt es einen sogenannten Basiswert. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Aktie. Der Emittent einer Aktienanleihe legt zu Beginn einen sogenannten Basispreis fest. Befindet sich der Kurs des Basiswertes am Fälligkeitstag der Aktienanleihe auf oder über dem Niveau dieses Basispreises, zahlt der Emittent wie bei einer klassischen Anleihe 100 Prozent des Nennwertes zurück. Notiert der Aktienkurs am Fälligkeitstag jedoch unter dem Basispreis, erhalten Anleger den Gegenwert als Aktien ins Depot gebucht. Bis zur Fälligkeit werden die Kupons an die Anleger ausgezahlt, die deutlich höher sind als die Zinsen, die der klassische Anleihemarkt derzeit bietet. Das macht Aktienanleihen aktuell so attraktiv.

Aktienanleihen sind im juristischen Sinne zwar Schuldverschreibungen. Aber in ihnen steckt auch ein Aktienrisiko. Das sollten Anleger immer im Blick haben. Je geringer der Abstand zwischen aktuellem Kurs des Basiswertes – also der Aktie, auf die sich die Aktienanleihe bezieht – und dem Basispreis ist, desto mehr wird das Papier zu einem Aktieninvestment, und umso weniger kann sich der Anleger darauf verlassen, dass allein die Kuponzahlungen die erhoffte Rendite bringen. Deshalb sollte dieser Risikopuffer beim Kauf wenigstens 20 bis 25 Prozent betragen.

Das ist natürlich nur eine Faustformel. Je nach Volatilität des jeweiligen Basiswertes können auch andere Werte sinnvoll sein.

Davon unbenommen gilt: Aktien haben derzeit oft bessere Chance-Risiko-Profile als Anleihen desselben Unternehmens. Selbst wenn am Ende der Laufzeit einer Aktienanleihe die Aktien eines Unternehmens im Depot landen, muss das nicht unbedingt ein schlechter Deal sein. Die vergleichsweise hohen Ausschüttungen sind dann bereits eingefahren. Und die Chancen der Aktien bleiben bestehen.

Über den Autor

EichlerKathrin Eichler, geschäftsführende Gesellschafterin der EICHLER & MEHLERT Finanzdienstleistungen GmbH in Düsseldorf.

Interesse an News zu ETFs und Geldanlage?

Unser kostenloser Newsletter hält Sie auf dem Laufenden.