Marc Faber - Börsenguru
Manche Börsengurus treten als Daueroptimisten auf, andere als notorische Schwarzseher. Doch eins haben alle gemeinsam: Sie haben eine eigene Strategie. Mit der Reihe „Börsengurus“ möchten wir Ihnen einen Einblick in die Strategien von ausgewählten Börsengurus geben.

Marc Faber ist maßgeblich durch seine düsteren Prognosen bekannt geworden. Nicht umsonst ist der Crash-Prophet in Fachkreisen auch unter dem Namen „Dr. Doom“ (dt. Dr. Unheil/Untergang) bekannt. Auch aktuell sieht er das Finanzsystem nicht auf dem besten Weg und befürchtet schon das nächste „Armageddon“. In diesem Artikel wird vorgestellt, welche Crashs er bislang richtig vorausgesehen hat und welche Anlageüberlegungen Anleger seiner Meinung nach berücksichtigen sollten, um sich trotzdem gut vor solchen Rückschlägen zu schützen.

Das Leben des Marc Faber

Marc Faber (* 28. Februar 1946 in Zürich) ist ein Schweizer Börsenexperte, Fondsmanager und Publizist. Faber studierte Volks- und Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich, wo er neben seinem Studium außerdem Hochschulmeister im Skilauf wurde. Anschließend promovierte er im Alter von nur 24 Jahren in London und Edinburgh mit seiner Dissertationsschrift im Bereich Wirtschaftsgeschichte. In seiner beruflichen Laufbahn war er anfangs bei White Weld & Company in New York, Zürich und Hongkong tätig, bevor er von 1978 bis Anfang 1990 Managing Director bei Drexel Burnham Lambert, einer der damals größten Investmentbanken der Wall Street, ehe sie im Februar 1990 nach Unregelmäßigkeiten im Junk-Bond-Markt Insolvenz anmelden musste, war. Im Anschluss daran gründete er seine eigene Investmentgesellschaft Marc Faber Ltd. mit Sitz in Hongkong. Diese verwaltet seit 2007 ca. 300 Millionen Dollar. Heute lebt Marc Faber mit seiner Frau in Chiang Mai. Oft reisen auch Kunden in die thailändische Provinzstadt, wo Faber sie in Kneipen oder Bars empfängt. „Wenn es in der Bar irgendwann zu viel wird, kann ich mich höflich entschuldigen, aufstehen und gehen. Zu Hause klappt das nicht“, so Faber.

Der Crash-Prophet

Faber gilt als überaus pessimistischer Börsenguru, da er vergangene Crashs meist richtig prognostizierte. So sagte er den US-Börsencrash 1987 voraus, 1988 prognostizierte er den Absturz Japans. Im Juli 2007 sah er den Einbruch des US-Immobilienmarkts kommen. Trotz dieser genannten und dann auch eingetroffenen Prognosen lag er jedoch nicht immer richtig. So verkündete er bereits 1999 das baldige Ende der Dotcom-Blase und spekulierte auf einen Absturz des NASDAQ – als „großen schwarzen Fleck in meiner Karriere“ bezeichnet der Börsenguru diese Fehleinschätzung. Tatsächlich verdoppelte sich der Wert der Technologiebörse zwischen Oktober 1999 und März 2000.

The Gloom Boom & Doom

In seinem Report „The Gloom Boom & Doom“, warnt der Herausgeber seine Leser und Leserinnen regelmäßig vor Kursverlusten. Daher stammt auch sein Spitzname „Dr. Doom“. „Doom“ steht für Unheil, Untergang oder Katastrophe. Der Krisenexperte vergleicht die von der Realwirtschaft entkoppelte, massiv liquiditätsgetriebene Ökonomie mit einem immer weiter wachsenden Krebsgeschwür. Seiner Meinung nach wird die aktuelle Entwicklung in der Zukunft zu einem „ultimativen Zusammenbruch“ führen, der die „Grundfesten unserer kapitalistischen Gesellschaft in Brand“ setzen wird. Und Dr. Doom lässt nicht locker: So geht er zwar nicht davon aus, dass das Finanzsystem demnächst zusammenbrechen wird, jedoch wird es wohl irgendwann in der Zukunft passieren.

Das folgende Zitat verdeutlicht erneut seine pessimistische Grundhaltung: „Wenn ich mir den ganzen Finanzsektor anschaue, komme ich mir vor, wie auf der Titanic. Wir kämpfen um die besten Plätze an Deck, was bedeutet: Wir streiten uns, welche die Assetklassen sind, die am meisten Rendite abwerfen. Aber meiner Meinung nach ist es viel wichtiger, dass sich jeder Anleger nach einem persönlichen Rettungsboot umsieht, weil das Finanzsystem wird irgendwann implodieren.“

Er fürchtet das ultimative Armageddon, für das jeder Anleger Vorkehrungen treffen sollte. Wer jedoch nicht wirklich weiß, worauf dabei als Anleger geachtet werden soll, kann sich an den „10 Geboten“ von Faber orientieren.

Auf der nächsten Seite lesen Sie u.a.

  • Fabers Do’s and Dont’s
  • „Kaufen Sie Goldbarren!“
  • „Rechnen Sie mit Staatspleiten!”

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Markus Kubesch absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann und studiert Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Seit 2017 ist er im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.