mobilpayment

Ganz einfach und schnell mit der Uhr oder dem Smartphone bezahlen und das ganz ohne mehrere EC-Karten oder Kreditkarten immer dabei haben zu müssen?

Das ist die Idee hinter Mobile Payment. Gewinner der Entwicklung werden nicht die Banken sein, sondern Konzerne wie Apple und Walmart.

Das bargeldlose Einkaufen kann sehr vielfältig genutzt werden: beim Bezahlen im Supermarkt, dem

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Stephan Witt

FiNUM.Private

Finance AG

 

schnellen Kaffee am Bahnhof, dem Kauf eines Parktickets oder auch als Überweisung. Vorbei wären die Zeiten, in denen man das Kleingeld raussuchen oder sich an die richtige PIN erinnern musste. Die Idee des bequemen Bezahlens ist nicht neu. Bereits vor mehr als einem Jahrzehnt konnte man über SMS beispielsweise Klingeltöne oder Hintergrundbilder kaufen. Heutzutage installiert man einfach eine App auf dem Smartphone, hinterlegt seine Bankverbindung und schon kann man loslegen.

Jedenfalls ist das die Theorie. Praktisch bieten bisher zwar die meisten großen deutschen Filialketten sowie die Deutsche Post mobiles Bezahlen an, allerdings sind die Verfahren bisher bei vielen Verbrauchern wenig bekannt und akzeptiert. Grund dafür sind die teilweise sehr unterschiedlichen Nutzungsweisen der verschiedenen Portale und der Versuch vieler Anbieter, sich in diesem Markt breitzumachen und ein einheitliches Vorgehen zu nutzen. Umfragen der Unternehmensberatungen Steinbeis Research und PricewaterhouseCoopers ergaben, dass bisher nur etwa 15 Prozent aller Befragten schon einmal mobil bezahlt haben. Deutschland liegt damit weit hinter dem Trend. In anderen europäischen Ländern liegt diese Quote bei bis zu 25 Prozent. In China sogar bei weit über 40 Prozent.

Das Smartphone ist bereits kaum noch aus dem täglichen Leben wegzudenken. Da erscheint es logisch, dass sich früher oder später das Bezahlen mit dem mobilen Endgerät etablieren wird. Umso mehr sollten also auch die konventionellen Banken ein Auge darauf haben, um diesen Trend nicht zu verpassen. Der Trend der stetigen Digitalisierung unserer Gesellschaft und das zunehmende eigenständige Agieren von klassischen Bankkunden sollten den Anstoß geben, dieses Thema nicht vom Tisch zu wischen. Zwar bieten fast alle Kreditinstitute mobiles Banking an, doch das schnelle Bezahlen ist damit noch nicht möglich. Für Banken bieten sich hier ganz klare Wettbewerbsvorteile. Wer zuerst ein einfaches und flächendeckendes System präsentieren kann, hat dadurch gute Chancen, Neukunden (besonders in der jüngeren Generation) zu gewinnen. Doch bisher scheinen sich die Banken wenig dafür zu interessieren. Zu groß scheint der damit verbundene Aufwand im Vergleich zum Nutzen.

Bisher wird in mehreren Ländern unabhängig voneinander versucht, ein geeignetes System zu entwickeln. Viel wahrscheinlicher ist, dass ein großer Konzern (Apple oder Walmart arbeiten verstärkt am Mobile Payment) später die nötige Soft- und Hardware liefert und dieses dann mit jedem Konto einer Bank genutzt werden kann. Die Wahl des Kreditinstituts spielt dabei keine große Rolle. In den USA, so scheint es zumindest, werden nun die ersten flächendeckenden Unternehmungen starten, um diesen Markt für sich zu erschließen. Ein Trend, der in 20 Jahren wohl so etabliert ist, wie das Smartphone bereits heute.

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