Head of Lipper EMEA Research
Detlef Glow, Head of Lipper EMEA Research, Mutual Funds and ETF Industry Expert.

Die europäische ETF-Industrie konnte im Dezember 2016 Mittelzuflüsse in Höhe von 4,94 Milliarden Euro vermelden. Durch die positive  Marktentwicklung ist das insgesamt in ETFs verwaltete Vermögen um 18,71 Milliarden Euro auf 514,48 Milliarden Euro gestiegen.

 

 

 

 

 

 

 

Grafik 1:Marktanteile nach Anlageklassen gemessen an den verwalteten Vermögen (31.Dezember 2016)

Mittelbewegungen

Quelle: Thomson Reuters Lipper

Mittelbewegungen auf Ebene der Anlageklassen

Im Dezember konnten ETFs die sich auf Aktienindizes beziehen die höchsten Mittelzuflüsse (+4,45 Milliarden Euro), gefolgt von Renten-ETFs (+0,83 Milliarden Euro), Rohstoff-ETFs (+0,07 Milliarden Euro) und „Gemischte-ETFs“  (+0,02 Milliarden Euro) und Geldmarkt-ETFs (+0,001 Milliarden Euro) verzeichnen. Auf der anderen Seite der Tabelle vermeldeten ETFs aus der Kategorie „Andere“ (-0,33 Milliarden Euro) sowie Alternative UCITS ETFs (-0,07 Milliarden Euro) Mittelabflüsse.

Durch die Mittelzuflüsse im Dezember haben sich die Gesamtmittelzuflüsse in ETFs, für das Gesamtjahr 2016, auf 37,66 Milliarden Euro erhöht

Graph 2: Nettomittelbewegungen im Dezember 2016 (in Millionen Euro)

Mittelbewegungen

Quelle: Thomson Reuters Lipper

Mittelbewegungen auf Ebene der Anlagekategorien

Betrachtet man die Mittelbewegungen in der europäischen ETF-Branche auf Basis der Anlagekategorien, ist es nicht verwunderlich, dass neun der zehn meistgekauften Anlagekategorien  im Dezember aus dem Bereich der Aktienfonds kamen.

Ebenso zeigt ein Blick auf die Liste der meistgekauften Anlagekategorien in Europa, dass die Mittelzuflüsse in der europäischen ETF-Industrie auch im Dezember stark konzentriert waren. So konnten die drei Anlagekategorien mit den höchsten Mittelzuflüssen, Equity Europe (+0,99 Milliarden Euro), Equity US (+0,86 Milliarden Euro) und Equity Eurozone (+0,68 Milliarden Euro) insgesamt Mittelzuflüsse von 2,53 Mrd. Euro auf sich vereinen, dies entspricht 51,15% der gesamten Zuflüsse (4,96 Milliarden Euro) des Monats.

Die hohe Konzentration der Mittelzuflüsse im ETF-Segment ist dabei nicht überraschend, da diese Produkte mit dem Ziel entwickelt wurden, Investoren die Möglichkeit zu geben ihre Marktmeinung schnell umzusetzen, um so von den Trends an den Wertpapiermärkten profitieren zu können. Dies bedeutet, dass die Trends an den Wertpapiermärkten in der Konsequenz zu einer entsprechenden Konzentration bei den Mittelbewegungen in den einzelnen Anlagekategorien führen

Grafik 3: Die 10 Anlagekategorien mit den höchsten Mittelzuflüssen im Dezember 2016 (in Millionen Euro)

 Mittelbewegungen

Quelle: Thomson Reuters Lipper

Auf der anderen Seite mussten ETFs aus der Anlagekategorie Equity Emerging Markets Global (-0,53 Milliarden Euro), gefolgt von Bond Emerging Markets Global in lokalen Währungen (-0,36 Milliarden Euro) und „Unclassified“ (-0,33 Milliarden Euro) im Dezember die höchsten Mittelabflüsse hinnehmen.

Die Mittelabflüsse der zehn Anlagekategorien mit den höchsten Abflüssen im Dezember summierten sich auf 2,64 Milliarden Euro

Grafik 4: Die 10 Anlagekategorien mit den höchsten Mittelabflüssen im Dezember 2016 (in Millionen Euro)

 Mittelbewegungen

Quelle: Thomson Reuters Lipper

Mittelbewegungen auf Anbieterebene

Auch auf der Anbieterebene zeigt sich, dass die Mittelbewegungen in der europäischen ETF-Industrie stark konzentriert waren. Dies spiegelt sich zum Einen darin wider, das sich sieben der zehn größten Anbieter von börsengehandelten Indexfonds auch unter den zehn Anbietern mit den höchsten Mittelzuflüssen befinden. Zum Anderen zeigt sich dies auch in der Höhe der Mittelzuflüsse bei diesen Anbietern. iShares war mit Mittelzuflüssen in Höhe von 3,21 Milliarden Euro im Dezember 2016 der Anbieter mit den höchsten Mittelzuflüssen, gefolgt von Amundi ETF (+1,61 Milliarden Euro) und SPDR (State Street) (+0,44 Milliarden Euro).

Grafik 5: Die 10 ETF-Anbieter mit den höchsten Mittelzuflüssen im Dezember 2016 (in Millionen Euro)

 Mittelbewegungen

Quelle: Thomson Reuters Lipper

Da die zehn Anbieter mit den höchsten Mittelzuflüssen zusammen 128,53% der Gesamtmittelzuflüsse in der europäischen ETF-Industrie ausmachen, ist klar, dass einige der 47 Anbieter (17) im Dezember Mittelabflüsse (insgesamt 1,46 Milliarden Euro) hinnehmen mussten.

Mittelbewegungen auf Fondsebene

Insgesamt verzeichneten 624 der 2.097 in diesem Report analysierten Instrumente (Haupt- und Nebenanteilsklassen) Mittelzuflüsse in Höhe von insgesamt 17,06 Milliarden Euro. Dies bedeutet im Umkehrschluss, dass 1.415 Instrumente keine Mittelbewegungen oder Mittelabflüsse aufwiesen.

Eine detaillierte Analyse zeigt das nur 33 ETFs im Dezember Mittelzuflüsse von mehr als 100 Millionen Euro aufwiesen. Insgesamt konnten diese ETFs Mittelzuflüsse in Höhe von 7,36 Milliarden Euro auf sich vereinen.

Der ETF mit den höchsten Mittelzuflüssen im Dezember, der iShares Core S&P 500 UCITS ETF USD (Acc) hatte Mittelzuflüsse in Höhe von 0,62 Milliarden Euro oder 12.56% der Gesamtmittelzuflüsse und lag damit vor den nachfolgenden Produkten, iShares Ultrashort Bond UCITS ETF EUR (Dist)  (+0,51 Milliarden Euro) und iShares STOXX Europe 600 (DE)  (+0,46 Milliarden Euro).

Grafik 6: Die 10 ETFs mit den höchsten Mittelzuflüssen im Dezember 2016 (in Millionen Euro)

 Mittelbewegungen

Quelle: Thomson Reuters Lipper

Die Mittelbewegungen auf Fondsebene veranschaulichen die Konzentration der europäischen ETF-Industrie noch deutlicher als die Betrachtungen auf der Ebene der Anlagekategorien oder der Anbieterebene. So wurden neun der zehn Fonds mit den höchsten Mittelzuflüssen im Dezember von iShares angeboten und erreichten zusammen Mittelzuflüsse in Höhe von 3,64 Milliarden Euro.

Über den Autor:

Detlef Glow begann im Jahr 2005 als Leiter der Fondsanalyse für Deutschland und Österreich bei Thomson Reuters – Lipper. Anfang 2007 übernahm er die Leitung für die Regionen Zentral-, Nord und Osteuropa. Seit Oktober 2010 ist Detlef Glow Leiter der Fondsanalyse von Lipper in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika. Zuvor war er als Direktor Portfoliomanagement bei der Feri Wealth Management GmbH in Bad Homburg als Portfoliomanager für vermögende Privatkunden tätig. Seine Karriere begann Glow neun Jahre zuvor bei der Tecis Holding AG in Hamburg, wo er zuletzt als Leiter der Fondsanalyse für sowohl das quantitative als auch das qualitative Fondsresearch der tecis Asset Management AG verantwortlich war.

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Maximilian Stratz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Seit 2016 ist Maximilian Stratz im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.