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Obamas Schuldenberg bremst Trumps Träume

Obamas Schuldenberg bremst Trumps Träume

Donald Trump hat an den Finanzmärkten Euphorie ausgelöst. Dennoch muss man kritisch hinterfragen, ob es Trump tatsächlich gelingen wird, mit seiner Wirtschaftspolitik für einen Aufschwung zu sorgen. Vorallem mit Blick auf den US Schuldenberg. Einige Gründe sprechen dafür, dass die Erwartungen an den neuen Präsidenten zu optimistisch sind, wenn er am 20. Januar ein Amt antritt.

Seit der Wahl von Donald Trump sind Fondsmanager deutlich risikofreudiger geworden. Cashpositionen wurden stark abgebaut, Aktienpositionen aufgestockt. Vor allem Anteilsscheine aus den Branchen Konsum, Industrie, Infrastruktur, Transport und Banken sind gefragt. Investoren erwarten sich hier die größten Effekte der Trumpschen Wirtschaftspolitik.

Dennoch muss man kritisch hinterfragen, ob es Trump tatsächlich gelingen wird, mit einer Wirtschaftspolitik, die durch eine massive Neuverschuldung finanziert werden soll, für einen Aufschwung zu sorgen. Der Schuldenberg, der während der Obama-Jahre ein extremes Ausmaß angenommen hat, dürfte der entscheidende Bremsfaktor sein. In den vergangenen acht Jahren kletterte die Verschuldung von 75 auf 120 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP). Allgemein gilt, dass ein Wert von mehr als 80 Prozent das Wachstum ganz erheblich mildert, da ein Großteil der erwirtschafteten Leistungen in den unproduktiven Zinsdienst fließt. Nach dieser Rechnung würden noch mehr Schulden der USA – auch wenn damit Konjunkturspritzen finanziert werden – lediglich dazu führen, dass das Wachstum stagniert.

Dies wird Donald Trump erkennen, sodass sein Konjunkturprogramm deutlich kleiner ausfallen wird als bislang versprochen. Hinzu kommt der relativ starke Dollar, der die USamerikanische Exportindustrie schwächt und somit mögliche Wachstumsimpulse aus der Binnenwirtschaft konterkariert.

Das Potenzial für ein kräftiges Wirtschaftswachstum ist auch durch die Zinsen begrenzt. Die Hoffnung vieler Investoren auf einen Wirtschaftsaufschwung hat in den vergangenen Wochen die Inflationserwartung in die Höhe getrieben. Womit Trump kurioserweise binnen kürzester Zeit das geschafft hat, woran die US-Notenbank Fed über Jahre herumlaboriert hat. Die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen sind seit dem Wahltag von 1,86 auf 2,6 Prozent gestiegen. Der Reflex dahinter: Wächst die Wirtschaft, steigen Löhne und Preise. Dies wiederum lässt eine raschere Anhebung des Leitzinses durch die US-Notenbank Fed wahrscheinlich werden.

Ob die USA tatsächlich vor einer dauerhaften Zinswende stehen, muss bezweifelt werden. Die Verschuldung ist viel zu hoch, als dass eine nennenswert höhere Zinsbelastung dauerhaft tragbar wäre. Die jüngste Entscheidung der US-Notenbank Fed, den Zinskorridor um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne zwischen 0,50 und 0,75 Prozent anzuheben, hat daran nichts geändert.

Zum Autor: Joachim Spiering

Joachim Spiering ist Mitglied im Team Aktienanalyse bei der Huber, Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung GmbH in München.

Er war von Januar 2014 bis Ende 2016 Chefredakteur der Wirtschafts- und Finanzzeitung „Euro am Sonntag“. Zuvor war er über sechs Jahre stellvertretender Chefredakteur.

 

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Maximilian Stratz studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth. Seit 2016 ist Maximilian Stratz im Redaktionsteam des EXtra-Magazins beschäftigt.