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Optionen als Versicherung gegen Kurseinbrüche

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Der DAX erreicht fast wöchentlich neue Höchststände und der von vielen Crashs in den letzten Jahren geplagte private Anleger fragt sich,

wann es erneut zu einer starken Korrektur kommt und wie er sich davor schützen kann.

Eine lohnende Möglichkeit bietet der Einsatz von Put-Optionen. Gerade in der aktuellen Marktphase, die von niedrigen Zinsen und vor allem sehr geringen Volatilitäten geprägt ist, ermöglicht der Kauf von Puts eine preiswerte Absicherung der Aktienbestände. Optionen werden oft als hochspekulative Derivate bezeichnet, sie dienen jedoch vielmehr dazu, den Kauf- beziehungsweise den Verkaufskurs eines Wertpapieres in der Zukunft bereits heute festzulegen.

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 Marco Beyer 

Als Käufer von Put-Optionen erwirbt man das Recht, den Basiswert (zum Beispiel DAX) zu einem ausgewählten Basispreis (beispielsweise 9.500 Punkte) und Zeitpunkt (zum Beispiel 19.12.2014) zu verkaufen. Hierfür zahlt der Investor eine „Versicherungsprämie“. Sinkt der Preis des Basiswertes unter den Basispreis, also unter 9.500 Punkte, kann der zugrunde liegende Basiswert (DAX) zur Fälligkeit zum Basispreis verkauft werden. Alternativ könnte der Anleger die Option während der Laufzeit glattstellen/verkaufen und den Gewinn aus der Absicherung resultierend aus einem Kurseinbruch realisieren.

Das Positive bei dieser Form der Absicherung ist, dass bei fallenden Kursen die Schwankungen (Volatilität) zunehmen und dies den Preis der Option zusätzlich positiv beeinflusst.

Klar sollte dabei immer sein, dass die Versicherung ihren Preis in Form einer Zeitprämie hat, die im Falle eines Seit- oder Aufwärtstrends an den Börsen als Verlust abgeschrieben werden muss. In ruhigen Börsenzeiten ist der Preis jedoch nicht allzu hoch und das Gefühl eines Sicherheitsnetzes kann Panikhandlungen im Ernstfall vorbeugen.

Zur Veranschaulichung nehmen wir einen Investor, der ein aus deutschen Aktien bestehendes Portfolio über 240.000 Euro absichern will. Er erwirbt fünf DAX-Put- Kontrakte (1 Kontrakt = 5x der Dax => 5x5x9.500 = 237.500 €) mit der Fälligkeit Dezember 2014 zum Preis von 550 Euro pro Kontrakt.

Die Crash-Versicherung kostet den Anleger 13.750 € (5x5x550 Euro = 13.750), also etwas über fünf Prozent. Sollte der DAX während der Laufzeit auf 7.500 Punkte korrigieren, würde der Preis der Option, bedingt durch den damit verbundenen Anstieg der Volatilität und des Zeitwertes, deutlich über 2.000 Euro pro Kontrakt liegen. Zur Fälligkeit hätte der Anleger das Recht den DAX zu 9.500 Punkten zu verkaufen, die Option hätte dann den Wert von genau 2.000 Euro pro Kontrakt (5x5x2.000 = 50.000 Euro insgesamt).

Bei einem heutigen DAX-Niveau von 9.500 Punkten bedeutet ein Rückgang auf 7.500 Punkte eine negative Rendite von 21,05 Prozent. Das Portfolio im Beispiel reduziert sich auf einen Wert von etwa 189.480 Euro. Hinzugerechnet wird jedoch der Wert der Option abzüglich der Anschaffungskosten (50.000 – 13.750 = 36.250 Euro), sodass der Anleger aufgrund der Versicherung einen Portfoliowert von 225.730 Euro erhalten hat.

Diese Betrachtung geht jedoch von einer Investition bis zum Fälligkeitstag aus. Lohnender ist es, die Absicherung vorher zu verkaufen, da die Option dann neben dem inneren Wert noch eine Zeitwertprämie ausweißt.

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