Start Finanznews Philip A. Fisher – Der gründlichste Analyst aller Zeiten

Philip A. Fisher – Der gründlichste Analyst aller Zeiten

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Philip A. Fisher - Börsenguru
Manche Börsengurus treten als Daueroptimisten auf, andere als notorische Schwarzseher. Doch eins haben alle gemeinsam: Sie haben eine eigene Strategie. Mit der Reihe „Börsengurus“ möchten wir Ihnen einen Einblick in die Strategien von ausgewählten Börsengurus geben.

Philip Arthur Fisher, geboren am 8. September 1907 in San Francisco, USA, gilt heute als einer der einflussreichsten Investoren aller Zeiten. Er veröffentlichte seine auf Unternehmenswachstum ausgelegte Investmentphilosophie in dem Buch „Common Stocks and Uncommon Profits“ (1958) und schaffte es damit als einer der ersten Autoren eines Investmentbuchs in die New York Times-Bestseller-Liste. Sein weltbekanntes Werk beeinflusste in der Folgezeit andere Investment-Strategien wie zum Beispiel die des Value Investments, zu dessen prominentesten Vertretern unter anderem Großinvestor Warren Buffet zählt. Fishers Intellekt und Affinität zum Aktienmarkt wurden schon früh sichtbar.

Der Sohn eines Chirurgen verstand den Aktienmarkt bereits im Alter von zwölf Jahren als ein Spiel, das ihm die Chance bieten könnte, eine Menge Geld zu gewinnen. Drei Jahre später erhielt Fisher aufgrund seiner schulischen Leistungen (drei Jahre vor Standard-Regelzeit) die Zulassung zum College. Einige Jahre später besuchte er die Stanford Business School, deren Kurse seine komplette Investmentkarriere prägten. So wurden einmal pro Woche verschiedenste Unternehmen besichtigt und den Managern Fragen zu der jeweiligen Strategie und Ausrichtung gestellt. Diese Dialoge waren es, die den Grundstein für Fishers spätere Investmentphilosophie legten. Nach seinem Abschluss
1928 nahm Fisher einen Job als Wertpapieranalyst bei der Anglo-London Bank in San Francisco an. Kurze Zeit später gab er den Job in der Wertpapieranalyse auf, um bei einem Börsenunternehmen anzuheuern.

Nachdem das Unternehmen allerdings aufgrund der damals schwierigen Marktlage im Zuge der Einbrüche der internationalen Finanzmärkte im Jahre 1929 in die Insolvenz überging, sah sich Fisher mit einer neuen Situation konfrontiert und musste eine Entscheidung treffen, die seine Zukunft nachhaltig beeinflussen sollte. So gründete Fisher, getrieben von dem Wunsch nach der eigenen Selbstständigkeit, bereits im Jahr 1931 und im Alter von 24 Jahren seine eigene Vermögensberatungsfirma Fisher & Company. Das Unternehmen erfuhr aufgrund der damaligen großen Unzufriedenheit der Kunden gegenüber anderen Beratungsunternehmen im Anschluss an die große Depression schnell großen Zulauf.

Fishers wohl größter und bekanntester Coup war in der Folgezeit der Kauf von Aktien der Unternehmen Texas Instruments und Motorola im Jahre 1955. Letztere hielt er
bis zu seinem Tod im Jahre 2004.

Fishers Erfolgskonzept

Die von Fisher entwickelte Strategie sah es vor, die Unternehmen, deren Manager, das
Geschäftsmodell sowie sämtliche Stakeholder, wie zum Beispiel Konkurrenten und Fremdkapitalgeber, genauestens zu analysieren. Erste Kontakte konnte er gemeinsam mit seinem Professor knüpfen, mit dem er zu Umfragezwecken die Unternehmen besuchte und die einzelnen Manager interviewte. Auf den Rückfahrten unterhielt sich Fisher mit seinem
Professor über die Zukunftsaussichten der Unternehmen. Diese Fahrten beschrieb er später als „die nützlichste Schulung, die er je erhalten habe“.

Geprägt durch seine so entwickelten herausragenden Fähigkeiten, Unternehmen mit viel Wachstumspotenzial zu identifizieren, gelangte er zu der Meinung, dass so gut wie jeder Verkaufszeitpunkt, sei der Kurs auch noch so hoch, der Falsche sei – solange das von ihm gewählte Unternehmen noch immer Wachstumspotenzial besitzt. Diesen Grundsatz seines Handels drückte er ebenfalls in dem Zitat „Ich benötige nicht viele gute Investitionen, ich brauche nur ein paar herausragende“ aus. Demnach betrachtete er das Verfolgen von kurzfristigen Zielen, die das nachhaltige Wachstum beschränken, als schlimmstmöglichen Fehler von Händlern und Unternehmen. Analog zu der selektiven Auswahl seiner Investments verfuhr er mit der Auswahl seiner Kunden, dessen Kreis er stets klein und überschaubar hielt.

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