Rainer Laborenz
Rainer Laborenz ist Geschäftsführer der azemos vermögensmanagement gmbh in Offenburg.

Für Investoren, die Wert auf Sicherheit und Inflationsschutz legen, führt an einer Beimischung von physischem Gold zum Vermögensportfolio kein Weg vorbei. Drei Gründe sprechen dafür, dass es an der Zeit ist, die Goldposition im Vermögensportfolio weiter aufzustocken.

Rainer Laborenz nennt drei Gründe für den Goldkauf

1. Geldpolitik: Die aktuellen negativen Realzinsen machen das Halten von Gold attraktiver. Selbst wenn die Zinsen nominal steigen sollten, könnte Gold profitieren, wenn die Geldmengeninflation aufgrund der EZB-Geldpolitik stärker ist als der Zinsanstieg. Dann kann der Zinsanstieg den Kaufkraftverlust des Geldes nicht kompensieren.

Unabhängig davon ist speziell der Euro aufgrund der aggressiven Geldpolitik der EZB und der erschreckend hohen Target 2-Salden zwischen Nord- und Südeuropa akut gefährdet. Der Norden finanziert die steigenden Defizite des Südens. Das kann nicht ewig gut gehen. Die Eurozone als Währungsraum ist krachend gescheitert und wird seit Jahren von den Notenbanken künstlich beatmet. Sollte dieses fragile System kollabieren, ist eine Absicherung mit Gold unabdingbar.

2. Geopolitik: Die geopolitischen Konflikte weiten sich aus und spitzen sich zu. Zu viele Krisen sind ungelöst und warten auf den Funken, der zum Großbrand führt. Bei steigender politischer Unsicherheit wird Gold – als ultimative Krisenwährung – von den Investoren zunehmend als Sicherheitsanker gesucht. Dieser Faktor beeinflusst eher das taktische Verhalten der Akteure an den Terminmärkten, während die strategischen Investoren ihre Entscheidung von derartigen Entwicklungen nicht abhängig machen. Diese treffen Ihre Entscheidungen aufgrund der exponentiellen Vermehrung des ungedeckten Geldes.

3. Minenökonomik: Weltweit sind steigende Förderkosten bei neuen Projekten festzustellen. Es wird immer schwieriger und komplexer, neue Ressourcen zu explorieren. Gleichzeitig sinken die Fördermengen rapide, was dem Goldpreis mittel- und langfristig massiv Auftrieb geben wird. Seit den Siebziger- bis in die Neunzigerjahre ist in jedem Jahrzehnt mindestens ein neues Vorkommen von rund 50 Millionen Unzen Gold entdeckt worden. Das hat sich grundlegend geändert. Es gibt keine großen Goldfunde mehr.

Über den Autor

Rainer LaborenzRainer Laborenz, Geschäftsführer der azemos Vermögensmanagement gmbh in Offenburg.

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