Wer auf absolute Sicherheit für einen Teil seines Vermögens setzen will, muss in anderen Bahnen als Liquidität und kurzfristiger Rendite denken. Quelle: fotolia.com © Rido

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Dieser Leitspruch ist eine der wichtigsten Regeln, wenn es darum geht, Geld zu verdienen und nicht nur Peanuts. Allerdings gilt natürlich auch, dass, je höher die mögliche Rendite, desto größer das Risiko für einen Totalverlust ist. Vor allem Trader, die noch nicht viele Erfahrungen gemacht haben, neigen dazu, dieses Risiko falsch einzuschätzen. Dagegen können die folgenden Anlageformen helfen. Sie sind so sicher, wie es in der heutigen Welt nur geht.

Die goldene Regel

Doch bevor wir tiefer in die einzelnen Produkte eintauchen, zunächst eine Regel, die jeder Einsteiger-Trader verinnerlichen sollte:

„Niemals sein ganzes Geld auf ein Pferd setzen.“

Egal wie gut die Zahlen wirken, ganz gleich wie positiv die Chancen aussehen, mit nur einem Deal enorme Summen abzugreifen. Niemals sollte man sich dazu verleiten lassen, sein gesamtes freies Geld oder auch nur einen sehr großen Teil davon auf ein einziges Produkt zu setzen. Natürlich, wenn es klappt, wird man auf einen Schlag äußerst erfolgreich sein. Wahrscheinlicher ist es jedoch, einfach nur den Großteil seines „Spielkapitals“ zu verlieren. Auch die folgenden Produkte sollten nur einen Teil der Finanzen bekommen. Sie dienen nicht zur Profitmaximierung, sondern in erster Linie zur sicheren Verwahrung und liegen im Magischen Dreieck der Geldanlage ganz unten links – daraus erfolgt auch, dass sie oft, aber nicht grundsätzlich, eine recht geringe Liquidität haben.

1. Land und Wald

Die meisten Investoren sehen bei dem Gedanken daran, Geld in Ländereien zu investieren, nur eine Zukunft: Die, in der die Acker-Hektare, die man heute günstig erworben hat, zu einem Neubaugebiet werden – mit entsprechenden Quadratmeterpreisen. Natürlich, das ist ein Grund, warum es schon sinnvoll ist, Agrarflächen anzukaufen, und ein guter noch dazu. Denn gerade heute, wo nach wie vor der Nullzins-befeuerte Bau-Boom läuft, ist es sehr wahrscheinlich, dass man damit mittelfristig Geld machen wird, weil es selbst für kleine, abgelegene Gemeinden zu verlockend ist, durch Ausweisung eines Neubaugebiets zu wachsen – und ländliche Gegenden bei Eigenheimbesitzern in Spe aus unterschiedlichen Gründen beliebt(er) sind.

Im Sinne maximaler Sicherheit geht es jedoch um etwas anderes als Immobilen. Äcker und Waldflächen können praktisch keinen Wert verlieren, weil sie eben unmöglich zu zerstören sind und keinerlei Zuwendung bedürfen. Im Gegenteil, ein sich selbst überlassener Acker wuchert einfach nur zu und steigert so noch seinen Nährstoffgehalt. In der Zwischenzeit kann das Gelände verpachtet werden. Das bringt zwar höchstens zwei Prozent Rendite, ist aber bei landwirtschaftlichen Flächen praktisch überall Pflicht. Und gerade wegen der zunehmenden Bodenversiegelung tut man mit dieser Investition auch noch etwas für das grüne Gewissen.

Solange die Menschheit Nahrungsbedarf hat, solange wird Ackerland auch einen Wert besitzen – und ist nebenbei beinahe unzerstörbar. Quelle: fotolia.com © AA+W

2. Krypto

Manche Experten vertreten auch heute noch die Ansicht, dass Kryptowährungen wie der Bitcoin auch 2018 noch eine recht riskante Geldanlage seien – also das genaue Gegenteil dessen, was dieser Artikel rät. Fakt ist allerdings auch, dass die Meinungen darüber global absolut zweigeteilt sind.

Denn letzten Endes ist es die Sicherheitstechnik hinter dieser Währung, die Blockchain, die einige sehr starke Argumente für sich ins Feld führen kann. Das Imposanteste: Es gibt keinen Zentralrechner, der irgendwo steht, keinen einzelnen Server, der gehackt werden könnte. Die Blockchain ist so dezentral wie das Internet selbst und liegt auf Millionen von Computern. Es ist schlicht und ergreifend unmöglich, alle davon zu kompromittieren – dazu sind nicht mal Weltmacht-Geheimdienste imstande.

Wem das als Sicherheitsgarant noch nicht ausreicht, dem sei mit auf den Weg gegeben, dass es gleichsam auch keine Einzelstaaten oder -unternehmen gibt, die hinter Bitcoin und Co. stehen (Staats-Kryptowährungen wie Venezuelas Petro Coin ausgenommen). Die Währung ist kaum kontrollierbar. Sie kann nicht durch Einzelentscheidungen und mutmaßlich auch Krisen nicht abgewertet werden. Und solange es auf der Welt nur eine Handvoll Computer gibt, wird sie fortbestehen – auch ohne physisch vorhandenen Wert.

Vornehmlich die großen Kryptowährungen sind nicht weniger global-dezentral als das Internet selbst. Schon das garantiert sehr starke Sicherheit. Quelle: fotolia.com © Wit

3. Die richtigen Sachwerte

Jede bisherige Finanzkrise zeigte eines auf: Diejenigen, die es sich leisten konnten, kamen halbwegs ungeschoren davon. Und noch mehr, sie investierten gerade in diesen Notzeiten in Güter, die (Finanz-) Laien entsetzt als überflüssigen Luxus ansahen. Und insbesondere deshalb, weil so manche Experten der Ansicht sind, dass die nächste Finanzkrise nur eine Frage des „Wann“ ist, kommen wir in den Bereich von Luxus-Sachwerten, etwa Kunstwerke, wertvolle Fahrzeuge etc..

Dabei ist der Grundgedanke dahinter gar nicht so unverständlich, wenn man erst mal den „Nebel“ durchdrungen hat, der durch das Wörtchen Luxus entsteht. Nehmen wir dazu ein Kunstgemälde, das schon heute viel wert ist, etwa ein Monet. Ein solcher Kunstgegenstand wird immer einen irgendwie gearteten kulturellen Wert darstellen – keiner würde je auf die Idee kommen, dass Le bassin aux nymphéas, das just im Krisenjahr 2008 für 51,7 Millionen Euro ersteigert wurde, diese Summe wegen seines materiellen Werts von Rahmen, Farbe und Leinwand erzielte. Kunst-Sachwerte sind entkoppelt von solchen Feinheiten. Ihr Wert beziffert sich durch ganz andere Faktoren. Damit sind sie schon deshalb von Krisen der „normalen“ Finanzwelt kaum betroffen.

Doch es geht noch weiter: für sämtliche Güter und Industrien, in die man investieren kann, gibt es die Möglichkeit, dass diese durch Myriaden Gründe ihren Wert verlieren. Ein Konzern wie ExxonMobil beispielsweise hätte buchstäblich nur noch Materialwert, wenn kein Öl mehr gefunden würde. Künstlerische Sachwerte indes können nur durch physische Zerstörung vernichtet werden. Und je älter sie werden, desto wertvoller werden sie in der Regel – und können zudem lukrativ verliehen werden.

Es bleiben nur wenige Nachteile, die sich jedoch minimieren lassen:

    • Für maximale Sicherheit ist es notwendig, in bekannte Künstler zu investieren, weil es keine Wertsteigerungs-Garantie für unbekannte Maler etc. gibt.
    • Es gibt viele Blender. Daher ist es entweder notwendig, sich selbst großes Kunstwissen zu verschaffen oder mit fachkundigen Partnern zusammenzuarbeiten.
    • Solche Werke sind bereits heute wertvoll und verlangen daher recht hohe, mindestens fünfstellige Investitionssummen.
    • Es müssen umfangreiche (= teure) Vorkehrungen zum physischen Schutz getroffen werden

Dadurch ist Kunst zwar keine sichere Anlage für jedermann, kann aber ein sowieso schon finanzstarkes Portfolio stark bereichern.

Kunstwerke haben faszinierte Eigenarten: Ob ein Stück wertvoll wird, ist subjektiv. Wurde es jedoch einmal wertvoll, bleibt diese Wert praktisch unantastbar. Quelle: fotolia.com © arsdigital

4. Material statt Unternehmen

Die Investition in Unternehmensaktien gehört zum kleinen Einmaleins des Anlegens. Und natürlich gibt es hier die Möglichkeit, in solche Firmen zu investieren, die als besonders wertstabil geltende Materialien fördern. Gold etwa, vielleicht Palladium oder auch die sogenannten Seltenen Erden, ohne die ein Großteil der elektrifizierten, umweltfreundlichen und digitalen Zukunft kaum denkbar erscheint.

Wer aber auf maximale Sicherheit Wert legt und nicht nur darauf, auch eine regelmäßige Rendite zu erzielen, sollte sich fragen, warum er den Umweg über das Unternehmen gehen sollte. Denn das einzige, was dafür spricht, ist eben die Tatsache, dass durch den Ankauf von Aktien regelmäßige Ausschüttungen erfolgen. Aber: kommt ein solches Unternehmen durch irgendwelche externen Faktoren ins Wanken, so verliert es selbst dann an Wert, wenn der Rohstoff, den es fördert, das nicht tut. Nehmen wir an, die Palladium-Vorräte der Erde gingen zu Ende – unwahrscheinlich zwar, aber zumindest theoretisch möglich. Dann würde etwas passieren, das signifikant wichtig für dieses ganze Textkapitel ist: Die fördernden Unternehmen würden massiv an Wert verlieren, während der Rohstoff selbst durch seine nun erwiesene Begrenztheit massiv zulegen würde.

Und Palladium ist hier nur ein Beispiel, das durch beinahe beliebige andere Rohstoffe ersetzt werden kann, an deren „Tropf“ die moderne oder zukünftige Welt hängt. Ob Neodym, Kupfer oder Indium. Wer direkt solche Materialien einkauft, hat nicht nur deren rein physische Sicherheit erkauft, sondern auch eine Unabhängigkeit von den Schwankungen eines Unternehmenswerts.

Bei Edelmetallen gibt es breites Verständnis für physischen Besitz. Tatsächlich funktioniert jedoch jeder Rohstoff nach dem gleichen Prinzip. Quelle: fotolia.com © darknightsky

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber des EXtra-Magazins. Einer der führenden ETF-Informationsplattformen in Deutschland. Er hat über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Finanzen und Geldanlage mit Schwerpunkten auf Exchange Traded Funds, Robo-Advisors und digitale Bankdienstleistungen und ist ein gefragter Experte auf diesen Gebieten.