Stephan Witt
Stephan Witt ist Kapitalmarktstratege der FiNUM.Private Finance AG in Berlin.

Für die meisten Anleger ist klar: Gold gehört in jedes gut gestreute Portfolio. Doch was sollte man beim Goldkauf beachten?

Missachtung der Nebenkosten: Viele Käufer mögen das Gefühl, etwas in den Händen zu halten. So ist es nachvollziehbar, Gold physisch zu kaufen. Doch dabei muss bedacht werden, dass das wertvolle Metall gelagert werden muss. Somit muss ein Safe oder das Bankschließfach her. Die Kosten dafür können sich stark auf die Rendite auswirken.

Zu viel Gold im Depot: Gold gilt immer noch als die krisensicherste Geldanlage. Gerade daher meinen viele Anleger, dass viel auch viel hilft. Dadurch erfährt das Edelmetall eine Übergewichtung im Depot. Sollte der Goldkurs wieder fallen, sinkt auch der Depotwert überproportional. Hier gilt: Weniger kann manchmal mehr sein.

Gold ist nicht gleich Gold: Gold kann man physisch als Goldbarren und –münzen oder in Form von Wertpapieren im Depot haben. Wer Gold physisch kauft, ist fast immer darauf angewiesen, dieses genauso wieder zu verkaufen. Man kann von einem großen Barren nicht einfach ein Stück abschneiden und nur einen Teil verkaufen. Hier sind kleinere Münzen sinnvoller. Aber auch wer nicht physisch kauft (zum Beispiel in Form von Fonds oder Zertifikaten), ist abhängig vom Kurs. Je nach eigener Anlagestrategie kann ein Verkauf zur falschen Zeit zu hohen Verlusten führen.

Nicht immer mit dem Trend gehen: Alle tun, was alle tun, weil es alle tun. Solche Verhaltensmuster sind an den Börsen immer wieder anzutreffen. Der Fehler ist dabei Gold zu kaufen, nur weil es gerade sehr viele tun. Anleger sollten eher langfristig denken und sich an die eigene Strategie halten. Die meisten Rechnungen zeigen, dass man damit besser fährt. Sinnvoller ist es, regelmäßig (etwa monatlich) einen bestimmten Betrag in Gold zu investieren.

Beim falschen Händler gekauft: Im Internet und im Fernsehen sieht man häufig verlockend erscheinende Angebote. Diese werben damit, wie schnell und günstig man Gold kaufen kann. Dabei ist immer Vorsicht geboten. Es gibt sehr viele schwarze Schafe in dem Geschäft. Empfehlenswerter ist es, bei renommierten Händlern oder dem eigenen Finanzberater einzukaufen, sonst kann das eigentlich gut angelegte Vermögen schnell weg sein.

Überschätzung des Goldes: Besonders wenn die Märkte schlechte Zeiten durchleben, hat Gold immer noch den Nimbus der unerschütterlichen Krisenanlage. Doch betrachtet man die jüngste Vergangenheit, ist dem wohl nur eingeschränkt zu glauben. So konnte Gold nicht wie erwartet kräftig zulegen, als die Märkte vor schweren Entscheidungen standen. Nicht wenige haben da dem Edelmetall schlicht zu viel zugetraut und wurden enttäuscht.

Gold zur Spekulation nutzen: Gold eignet sich nicht zum Spekulieren. Investieren Sie in Gold langfristig. Das heißt, mindestens fünf bis sieben Jahre.

GoldkaufStephan Witt ist Kapitalmarktstratege der FiNUM.Private Finance AG in Berlin.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.