„Eine der Fragen, die mir als Vermögensverwalter am häufigsten gestellt werden, betrifft die geeignete Anlage für die Kinder oder Enkel. Die meisten Menschen gehen dabei viel zu vorsichtig vor“, Jan-Patrick Weuthen, Senior Portfoliomanager bei der B&K Vermögen GmbH

Jan-Patrick Weuthen über Sparen

Gerade in Deutschland, wo der Sicherheitsgedanke dominiert, wird die Anlageform für den in der Regel sehr langfristigen Anlagehorizont häufig zu vorsichtig gewählt, um gängige Anlageziele wie Studiengebühren, Auslandsaufenthalte oder sogar Startkapital für die erste eigene Wohnung zu erreichen. Denn bei einer durchschnittlichen Anlagedauer von 18 Jahren wird der Zinseszinseffekt meist deutlich unterschätzt.

Bei einer monatlichen Sparrate von 100 Euro über 18 Jahre erwächst aus drei Prozent Zinseszins ein Kapital von rund 28.000 Euro bei Einzahlungen von insgesamt 21.000 Euro. Bei einer sechsprozentigen Verzinsung sind es dann schon gut 38.000 Euro.
Diese Renditen sind natürlich in Zeiten der Niedrigzinsen mit dem althergebrachten Sicherheitsdenken fast unmöglich zu erreichen. Tages- und Festgelder verzinsen unter ein Prozent, Bausparverträge und Rentenversicherungen erwirtschaften nach Kosten nur wenig mehr.

Der Kostenfaktor bei vielen Anlageprodukten wirkt sich enorm auf die mögliche erzielbare Rendite aus und bedarf einer genauen Betrachtung. Verzinsungen von über drei Prozent kann man heutzutage nur in höher verzinslichen Anlageklassen mit dazu korrespondierenden höheren Risiken erreichen.

An dieser Stelle lohnt sich ein Blick in die Statistik. Deutsche Aktien haben in den letzten 20 Jahren, trotz Platzen der Internetblase und drastischen Verlusten in der Finanzkrise jährlich im Mittel über fünf Prozent verdient. Wird der regionale Fokus auf globale Aktien erweitert, verdienten Anleger jährlich über rollierende Zeiträume von 15 Jahren durchschnittlich sogar über sieben Prozent bei reduzierten Schwankungen.

Hierbei wurde der bei Sparplänen zusätzlich positiv wirkende Durchschnittskosteneffekt nicht berücksichtigt. Dieser besagt, dass der durchschnittliche Einstandspreis tendenziell sinkt, da bei gleichbleibenden Sparraten in fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger Anteile gekauft werden.

Fazit: Frühzeitig in die richtige Anlageklasse investieren, durchhalten und auf die Kosten achten. Ausgabeaufschläge bei Fonds sollten weitgehend rabattiert oder über passive ETFs weitgehend vermieden werden. Gegen Ende des Ansparzeitraumes sollte die Aktienquote sukzessive heruntergefahren werden.

Über den Autor

Jan-Patrick WeuthenJan-Patrick Weuthen ist Senior Portfoliomanager bei der B&K Vermögen GmbH in Köln
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