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Sparen Sie Geld, kaufen Sie Gold

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Hand voller Gold
Gerade für einen auf längere Sicht agierenden Anleger bietet Gold einen Steuervorteil.

Keine Anlageklasse spaltet Anleger so sehr wie Gold. Die einen sind fasziniert vom Glanz und der Tatsache, dass es seit Jahrtausenden Bestand hat. Die anderen sprechen dem Gold ab, überhaupt eine Anlageklasse zu sein, da es keine Zinsen oder Dividenden zahlt. Stattdessen erzeuge es hohe Kosten für Kauf, Verkauf und Lagerung. Spätestens das Kostenargument ist ein totaler Fehlschluss.

Die Spanne zwischen Kauf und Verkauf von Gold liegt bei einem guten Händler bei etwa zwei Prozent und entspricht somit den Bankspesen für einen Aktienkauf und -verkauf. Auch im Vergleich zu den üblichen Depotgebühren ist ein Bankschließfach für physisches Gold nicht teuer. Bei der Mannheimer Sparkasse kostet ein kleines Schießfach 50 Euro im Jahr. Wer also für 50.000 Euro Gold erwirbt, zahlt 50 Euro Schließfachgebühren, wer fünf Aktien für 10.000 Euro kauft, zahlt 75 Euro Depotgebühren. Gold ist also in der Aufbewahrung günstiger als Wertpapiere.

Wer sein Geld risiko- aber auch zinslos auf dem Konto belässt, zahlt natürlich keine Depotgebühren. Wenn nun im März die EZB die Minuszinsen noch einmal erhöht (von minus 0,3 auf minus 0,5 Prozent), werden die Banken und Sparkassen nicht umhinkommen, die Minuszinsen an den Kunden weiterzugeben. Anleger, deren Guthaben dann mehr als 10.000 Euro beträgt, zahlen dann mehr Strafzinsen als Schließfachgebühren. Dann müsste schon aus Kostengründen die Empfehlung lauten: Kaufen Sie Gold, dann sparen Sie Geld!

Nun sollten Kosten weder beim Gold- noch beim Aktienkauf ein entscheidendes Argument sein. Und dass Gold keine Zinsen und Dividenden zahlt, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Das war schon so, als Gold bei 250 US-Dollar notierte, ebenso wie bei 1.920 US-Dollar. Dieses Zinsargument hat offensichtlich keine Relevanz für die Höhe des Goldpreises.

Auch die Aussage „Wenn die Zinsen steigen, fällt Gold“ ist mehrheitlich falsch. Als der Goldpreis 1980 auf sein damaliges Hoch von 850 US-Dollar kletterte, waren die Zinsen von 5,25 Prozent auf über zehn Prozent gestiegen. Als der Goldpreis im September 2011 sein All-Time-High markierte, lag die Bundesrendite noch bei 4,5 Prozent. Logischerweise müsste das Gold dann heute bei über 2.000 US-Dollar notieren. Tut es aber nicht.

Das Zinstrendargument trifft also meist nicht zu. Es können höchstens die Gründe für die Zinsbewegung sein, welche die Entwicklung des Goldkurses beeinflussen. So sind in den 70er Jahren Zinsen und Gold gestiegen, weil die Inflation ausuferte. Und seit 2011 fällt der Goldpreis, obwohl die Zinsen gegen Null tendieren, weil die Inflation, trotz aller Bemühungen der Notenbanken, einfach nicht zulegen will. Sollte die Notenbankpolitik einmal Erfolg haben, erinnern Sie sich schnellstens an den Goldtrend der 70er-Jahre und kaufen (noch) rechtzeitig.

Gerade für einen auf längere Sicht agierenden Anleger bietet Gold einen Steuervorteil. Liegen zwischen Kauf und Verkauf mehr als zwölf Monate, ist der Kursgewinn bei physischem Gold steuerfrei. Verluste können allerdings auch nicht gegen steuerpflichtige Gewinne aufgerechnet werden.

Fundamental betrachtet stehen für mich die Zeichen auf Goldkauf. Denn bei den Kosten ist Gold nicht teurer, im Gegenteil. Zinsen sind derzeit auf beiden Seiten kein Thema. Die Performance des Edelmetalls aus der Vergangenheit bringt keine sichere Erkenntnis, außer der Tatsache, dass ein Goldinvestment längerfristig zu sehen ist. Tatsache ist, dass Gold immer dann gestiegen ist, wenn die Anleger sich Sorgen machen. Entweder um eskalierende Kapitalmarktrisiken oder um stark steigende Inflation. Und meist zieht das eine das andere nach. Spätestens, wenn Gold massiv steigt, sollte man sich Sorgen machen.

Rolf Ehlhardt ist Vermögensverwalter bei der I.C.M. Independent Capital Management Vermögensberatung Mannheim GmbH in Mannheim.

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