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Stop-loss-Strategien beschleunigen den Kursrutsch

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DAX klein

Der DAX verliert innerhalb von nur vier Monaten über 2.000 Punkte vom Allzeithoch. Einen so dramatischen Punkterückgang gab es zuletzt 2011.

Wer ist aber schuld, dass sich die Talfahrt ohne neue Nachrichten so beschleunigt hat? Die Notenbanken sind es sicher nicht!

Der finale Ausverkauf des DAX beginnt nicht etwa wegen neuer Nachrichten. Schuld ist vielmehr die Vollautomatik, die mittlerweile immer mehr Marktteilnehmer für ihre Aktienengagements nutzen. Automatisierte Werkzeuge und

gottfriedurban 

Gottfried Urban

Bayerische Ver-

mögen AG

 

Strategien sind bei Profis und auch bei Privatanlegern im Aufwind. Die Entscheidung, bei welchen Kursen Positionen geoder verkauft werden, kann man so schön einfach an den Computer übertragen. Der verstärkte Wunsch nach der Absicherung gegen große Kursverluste (Stop-loss) verstärkt aber Abwärtstrends an den Märkten.

Fallen Indizes unter die 200-Tage-Trendlinie, werden Verkaufsprogramme ausgelöst. Man spricht von übergeordneten Signalen. Zur Optimierung werden Toleranzzonen programmiert, die immer auf Vergangenheitswerten beruhen. Nachdem der DAX unter die viel beachtete Trendlinie bei 10.900 Punkten gefallen war, erlebte der Index einen Ausverkauf innerhalb von zwei Börsentagen bis auf fast 10.200 Punkte. Je mehr Marktteilnehmer jedoch diese Signale zum Ein- bzw. Ausstieg nutzen, umso nutzloser werden diese. Sie müssen immer neu optimiert werden.

Privatanleger sollten sich bei den Einzelaktien oder bei Fonds auf andere Strategien konzentrieren. Der erfolgreichste Anleger aller Zeiten, Warren Buffett, ist nicht durch den Computerhandel reich geworden. Er schaut sich gute Unternehmen an und investiert langfristig. Warten Sie nicht auf Überraschungen der Notenbanken. Sie werden kommen, wenn die Märkte sich nicht beruhigen. Die Börsen können sich dann ganz schnell wieder nach oben bewegen. Wohl dem, der dann schon in Aktien investiert ist, und nicht erst auf den fahrenden Zug aufspringen will.

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