Thomas Hünicke zeigt wie man auch mit wenig Einkommen ein Vermögen aufbauen kann
Thomas Hünicke, geschäftsführender Gesellschafter, WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf.

Privatanleger sollten Insidergeschäfte, sogenannte Directors‘ Dealings, genau beobachten und die richtigen Schlüsse daraus ziehen. Das Nonplusultra für eine Anlageentscheidung sind sie nicht. Können Directors‘ Dealings grundsätzlich als sinnvolles Trendsignal angesehen werden? Oder sind sie vielleicht Zeichen dafür, sich besser nicht in einem Unternehmen zu engagieren?

Thomas Hünicke mahnt vor Insidergeschäften als Trendsignal

Insidergeschäften haftet immer etwas Fragwürdiges an. Generell sind Käufe oder Verkäufe von Wertpapieren nicht erlaubt, wenn sie auf internen, noch nicht öffentlichen Informationen aus einem Unternehmen beruhen. Das soll verhindern, dass einige Personengruppen mit diesem Wissensvorsprung in die eigene Tasche wirtschaften und Börsenkurse beeinflussen.

Doch nicht jeglicher Insiderhandel ist verboten. Und nicht jeder Insider ist vom Handel mit Werten des eigenen Unternehmens ausgeschlossen. Die sogenannten Directors‘ Dealings sind die legale Form des Insiderhandels. Damit sind Wertpapiergeschäfte von Mitgliedern des Managements börsennotierter Aktiengesellschaften oder diesen nahestehenden Personen oder Gesellschaften mit Wertpapieren des eigenen Unternehmens gemeint. Das gestattet Mitgliedern der Geschäftsleitung, Gesellschaftern, Vorständen und anderen hochrangigen Managern selbstverständlich nicht, jetzt munter mit Wertpapieren zu handeln und spezielle Informationen, die dem Markt nicht oder verspätet zur Verfügung stehen, auszunutzen.

Nach der Vorschrift des §15a WpHG müssen die Directors’ Dealings der Bafin innerhalb von fünf Werktagen gemeldet werden. Das Ziel ist es, durch diesen gemeldeten Insiderhandel die Transparenz der Aktienmärkte zu erhöhen und das Vertrauen der Anleger in den Kapitalmarkt zu stärken. Wer sich daran nicht hält, setzt sich bisweilen drakonischen Strafen aus. Ordnungswidrigkeiten (fahrlässige oder leichtfertige Verletzung der Meldepflichten) können mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 Euro bestraft werden. Wird der Beleg nicht rechtzeitig an die BaFin gesendet, beträgt das Bußgeld bis zu 50.000 Euro.

Doch was bedeutet dies jetzt für Anleger? Klar ist: Wenn ein Finanzvorstand im großen Stil kauft oder verkauft, deutet das in der Regel auf eine Veränderung beim Unternehmen hin. Folgen Investoren diesem Signal, nehmen sie diese Entwicklung mit und können entweder von einer Kurssteigerung profitieren oder einem Kursverlust vorbeugen.

Zugleich setzen sich private Anleger dem Risiko aus, zu spät zu kommen. Sobald die Transaktion öffentlich wird, setzt dies einen Deal-Mechanismus in Gang, dem zuerst
– schon aufgrund der technischen Kompetenz – Broker und professionelle Investoren folgen. Dann kann es sein, dass sich das eigentlich positive Signal zum Negativen wendet. Wer den richtigen Zeitpunkt verpasst, steigt entweder zu teuer ein oder verkauft mit erheblichen Verlusten, weil andere einfach schneller waren.

Über den Autor

Thomas Hünicke, geschäftsführender Gesellschafter, WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf.

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