Thomas Hünicke zeigt wie man auch mit wenig Einkommen ein Vermögen aufbauen kann
Thomas Hünicke, geschäftsführender Gesellschafter, WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf.

Die aktuellen Zahlen sind nur ansatzweise ein Grund zur Freude. Die gesetzliche Rente bleibt zwar Ruhestandsbaustein Nummer eins, aber die Notwendigkeit, private Vorsorge zu treffen, steigt und steigt.

Thomas Hünicke über die Altersvorsorge mit Emerging Markets

Mit der gesetzlichen Rente erhalten die Versicherten im Durchschnitt eine monatliche Rente von 1.070 Euro, was einer Ersatzquote von rund 48 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens entspricht, so das Ergebnis des neuen Vorsorgeatlas Deutschland, den das Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg unter Leitung von Professor Bernd Raffelhüschen im Auftrag von Union Investment erstellt hat.

Zur Sicherung des Lebensstandards im Alter sind aber mindestens 60 Prozent nötig – und die Lücken steigen. Die heute 20- bis 34-Jährigen kommen auf eine Rentenquote von lediglich 38,6 Prozent, sodass sie viel stärker privat vorsorgen müssen als die Generation der heute 50- bis 65-Jährigen. Diese können mit einer Ersatzquote von 64,1 Prozent alleine mit der gesetzlichen Rente ihren Lebensstandard sichern, wie die Studie herausstellt.

Insofern kommt es mehr denn je darauf an, eine professionelle Strategie für die private Altersvorsorge zu finden und alternative Assetklassen beizumischen, die bislang möglicherweise weniger im Fokus gestanden haben. Dazu zählen beispielsweise Investments in die Emerging Markets, sei es in Form von Aktien oder Anleihen, aktiv oder passiv, sei es direkt oder über einen Fondsmanager mit besonderer Kompetenz in der Region. Zu den Emerging Markets gehören osteuropäische, süd- und ostasiatische Länder, aber auch Russland, Indien, China sowie eine Reihe mittel- und südamerikanischer Staaten.

Das Besondere an den Emerging Markets sind die guten Renditeaussichten der Indizes. Der südkoreanische KOSPI, der wichtigste Aktienindex des Landes, hat in den vergangenen fünf Jahren fast 30 Prozent zugelegt und ist seit April 2016 völlig ohne Kursverluste gewachsen. Der Mexico-IPC hat sich in den vergangenen zehn Jahren sogar verdoppelt.

Auch auf Anleihenseite ist einiges los. Bei Emerging-Markets-Unternehmensanleihen handelt es sich um eine breit diversifizierte Anlageklasse, die mit einem Volumen von über 1,8 Billionen US-Dollar noch um 20 Prozent größer als der US-Hochzinsmarkt ist.

Bei Investments in die Emerging Markets ist vor allem eines gefragt: Geduld und ein langfristiger Horizont. Trotz der Kursgewinne unterliegen die Schwellenländer-Indizes natürlich auch Schwankungen und unterscheiden sich dementsprechend nicht erheblich von den bekannten großen Indizes. Deshalb sind Investments in Mexiko, Vietnam etc. keine kurzfristigen Selbstläufer.

Sollen die Anlagen ihren Beitrag zur privaten Ruhestandsfinanzierung leisten, müssen sie auf Jahre und Jahrzehnte ausgerichtet werden. Und es muss die Entscheidung getroffen werden, ob direkte Einzelinvestments getätigt oder die Emerging Markets über ETFs etc. abgedeckt werden sollen. Dieser Weg kann Sinn ergeben, wenn viele Jahre Zeit ist, um die notwendige Rendite zu erwirtschaften.

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Thomas Hünicke, geschäftsführender Gesellschafter, WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH, Düsseldorf.

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