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Uwe Eilers: Aktiv oder passiv – Ein Vergleich

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Uwe Eilers
Uwe Eilers ist Vorstand der Geneon Vermögensmanagment AG in Königstein im Taunus. © geneon-vermoegen.de

ETFs werden von der ETF-Industrie als Heilsbringer vermarktet und von Kritikern als Risikofaktor für die Kapitalmärkte gebrandmarkt. Im Vergleich zu aktiv verwalteten Fonds haben sie Vor- und Nachteile, so Uwe Eilers.

Uwe Eilers über aktive und passive Fonds

ETFs (Exchange Traded Funds) sind Fonds, die ganztägig an der Börse gehandelt werden. In der Regel basieren ETFs auf liquiden Indizes wie den DAX und bilden diesen einfach nur ab. Bei sogenannten physisch replizierenden ETFs werden die Aktien, die im Index vertreten sind, direkt erworben. Bei Swap-basierten ETFs können Wertpapiere verschiedenster Märkte enthalten sein, wobei der Bestand mit einem anderen Kontrahenten getauscht, also geswapt wird. Dadurch erhält der Anleger im Endeffekt zwar den gewünschten Index, allerdings wird dies mit einem Kontrahentenrisiko erkauft. Wird der Swap-Partner insolvent, kann ein Teil des Geldes verloren gehen.

Bei aktiv verwalteten Fonds kaufen und verkaufen Fondsmanager Wertpapiere, die sie als günstig oder zu teuer ansehen. Das können Aktien oder Anleihen aus bestimmten Regionen, einzelnen Ländern und Branchen oder weltweit sein. In allen Marktsegmenten gibt es Spezialisten, die entweder das Ziel haben, besser als vergleichbare Indizes abzuschneiden oder aber einfach die dauerhaft beste Rendite anstreben.

Die laufenden Kosten von ETFs sind relativ günstig, da keine Fondsmanager benötigt werden. Zudem ist die Zusammensetzung für den Anleger sehr transparent. Man weiß im Regelfall immer, was genau im Fonds enthalten ist – in der Regel ein bestimmter Index.

Darin liegt die Schwäche der Anlage. Enthalten sind immer auch die Wertpapiere, die ein guter Manager nicht auswählen würde, etwa weil sie nur wegen der Größe des Unternehmens im Index sind. Zudem findet keinerlei Risikomanagement statt. Fällt der Kurs deutlich, können die Verluste drastisch sein.

Gute Fondsmanager können die jeweiligen Indizes dauerhaft schlagen. Das bietet dem Anleger Vorteile. Häufig orientieren sich die Manager nicht an Indizes, sondern versuchen dauerhaft einen positiven Ertrag zu erzielen. In vielen Fällen arbeiten sie mit einem erprobten Risikomanagement, sodass diese Fonds begrenzte Schwankungsbreiten und damit ein überschaubares Verlustrisiko haben.

Sehr große Fonds, die Milliarden verwalten, sind mit ihrer Wertentwicklung jedoch häufig relativ nah an den großen Indizes. Aufgrund ihrer Kostenstruktur können diese Fonds nur sehr selten besser sein als ein vergleichbarer Index. Die Transparenz ist nicht immer optimal, da nicht alles detailliert veröffentlicht wird, um nicht das Know-how des Managers preiszugeben.

Dagegen sind die Kosten für aktiv gemanagte Fonds aufgrund des teilweise hohen Aufwands für Research und Management höher als bei ETFs. Viele Fondsgesellschaften verlangen zudem einen Ausgabeaufschlag.

Fazit: Grundsätzlich sind ETF’s dann sinnvoller, wenn Investoren einzelne Branchen oder Länder abdecken möchten, wo es keine spezialisierten aktiven Manager gibt. Aktiv gemanagte Fonds sind immer dann vorzuziehen, wenn die Anleger in Wertpapiermärkte investieren möchten, in dem es Fondsmanager gibt, die besser als die jeweiligen Indizes abschneiden.

Über den Autor

Uwe Eilers ist Vorstand der Geneon Vermögensmanagment AG in Königstein im Taunus.
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