Uwe Zimmer über Nestle
Uwe Zimmer ist geschäftsführender Gesellschafter bei der z-invest GmbH in Köln.

Der US-Dollar ist die wichtigste Währung der Welt. Sein Zustand bewegt die Märkte – und entscheidet bei Euro-Anlegern über Erfolg und Misserfolg der Geldanlage. Das gilt 2018 in besonderem Maße.

Uwe Zimmer über die Bedeutung des Dollars

Euro und Dollar haben eine bewegte gemeinsame Geschichte. Bei der Einführung des Euro 1999 wurde der erste Kurs um die 1,17 festgestellt. Schon im Dezember 1999 sackte der Euro unter die Parität und rutschte in den kommenden beiden Jahren noch weiter ab. 2002 schaffte der Euro wieder den Sprung über einen Dollar. Seither hat er diese magische Marke nicht mehr gesehen, sondern den Abstand deutlich vergrößert.

Nun gehört das Management der Währungsrisiken natürlich zum Job eines professionellen Geldanlegers. 2017 aber waren die Ergebnisse je nach Währungsgewichtung schon sehr unterschiedlich. So hat der breite US-Aktienmarkt, gemessen am S&P 500, in Dollar etwa 20 Prozent gewonnen. Beim europäischen Anleger, der seinen Erfolg in Euro rechnet, kamen gerade einmal um die fünf Prozent an. Das lag an der dauerhaften Schwäche des Dollars, die viele Investoren kalt erwischte.

Eigentlich sollten die Trump ́schen Reformen und sein America-first-Gehabe für eine Stärkung des Dollars sorgen. Das wäre zumindest dem US-Präsidenten das Liebste. Die Märkte folgen ihm aber nicht. Trotz einer recht gut laufenden Konjunktur, trotz einer wachsenden Zinsdifferenz zum Euro und trotz der hohen Offshore-Gewinne von US- Unternehmen, die jetzt zurück in den Dollar geholt werden sollen: Der Dollar fiel und fiel.

Schuld daran ist vor allem das überbordende Staatsdefizit der USA. Die Steuerreform, die gerade beschlossen wurde, könnte dieses noch einmal aufblähen. Dazu kommen Inflationssorgen. Der schwache Dollar importiert Inflation in die USA. Das könnte die Fed bei ihrer Zinserhöhungspolitik zu noch mehr Tempo drängen und damit den Zinsabstand zu Europa nochmals erhöhen.

Insgesamt zeigen die vielen kleinen und großen Maßnahmen der Notenbanken, die wegen der Finanzkrise zahlreiche neue Instrumente erstmals ausprobierten, immer weniger Wirkung. Wenn schon eine Erhöhung der Leitzinsen in den USA keine Wirkung auf den Dollar hat, was soll die wichtigste Währung der Welt dann noch nach oben treiben?

Die Antwort ist seine Rolle als Krisenwährung. Noch immer ist der Dollar mit Abstand die wichtigste Währung der Welt. Rohstoffe, Schiffsfrachtraten, Interbankengeschäft – hier läuft sehr viel über den Dollar. In vielen Emerging Markets ist er eine Parallelwährung. Spitzen sich Krisen zu, wird er wieder seine Rolle als Stabilitätsanker übernehmen. Die hat er derzeit aufgegeben, weil Anleger weltweit sehr wenig Angst vor Krisen haben und fast furchtlos auf die Märkte schauen.

Für Anleger bedeutet das ein schwieriges Jahr 2018. Das Währungsrisiko durch Absicherung zu managen ist allerdings trotzdem keine gute Idee. Die Instrumente sind zu teuer und der Erfolg ist ungewiss. Besser ist es, dem Risiko mit einer Streuung der Anlagen über verschiedene Währungsräume zu begegnen.

Über den Autor

Uwe Zimmer, Geschäftsführer der Fundamental Capital GmbH in Willich.
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