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Vom Stiefkind zum Börsenliebling

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Auf der Suche nach Blue Chips muss der Automobilsektor ins Auge gefasst werden. VW, BMW und Toyota waren in den vergangenen Jahren dabei die Lieblinge der Anleger und Vermögensverwalter – zu Recht, wie die Entwicklung der Kurse dieser Aktien zeigt.

Ein wenig beachtetes Stiefkind der Börsianer blieb dagegen die Daimler-Aktie – und auch das zu Recht. Denn der Stuttgarter Automobilbauer sah im Segment der Nobelmarken meist nur die Rücklichter der Konkurrenz. Und das nicht einmal im Windschatten, sondern aus weiter Ferne. Gemessen an den Stückzahlen hat sich daran auch 2013 nichts geändert. Aber mit einem Rekordabsatz von 1,56 Millionen Fahrzeugen haben die Schwaben immerhin fast zu Audi (1,58 Millionen Fahrzeuge) aufgeschlossen.

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 Claus Walter 

Und so wie es aussieht, kann Daimler in den kommenden Jahren aus dem Windschatten heraus sogar zu einem Überholmanöver gegenüber der Konkurrenz ansetzen. Mehrere Gründe stimmen zuversichtlich, dass der Automobilbauer beim Wachstum einen Gang höher schaltet. So soll die neue C-Klasse, die mit einem wertigen und sportlichen Design sowie Technik aus der S-Klasse ausgestattet ist, endlich ein jüngeres Publikum ansprechen. Bei den SUVs haben die Mercedes-Ingenieure mit dem GLA außerdem die richtige Antwort auf den Mini SUV BMW X1 und den Audi Q3 gefunden.

Besonders blamabel für Daimler war in den vergangenen Jahren das Geschäft in China, wo das Wachstum bei den Nobelkarossen an den Stuttgartern fast spurlos vorüberging. Mit einer strategischen Beteiligung und einer Kooperation mit dem chinesischen Autobauer BAIC sowie mit 100 neuen Verkaufsstellen in diesem Jahr sind die Weichen auf höhere Absatzzahlen gestellt. Für zusätzliche Fantasie sorgt auch die Beteiligung am erfolgreichen amerikanischen Elektro-Sportwagenhersteller Tesla. So soll dessen Technik im stromgetriebenen Modell der B-Klasse zum Einsatz kommen.

Zweite Schwachstelle neben dem Vertrieb war die Rentabilität. Mit einer EBIT-Marge von rund sieben Prozent hinkte Daimler den deutschen Mitbewerbern im Premium-Segment, die es im Durchschnitt auf mehr als zehn Prozent bringen, deutlich hinterher. Das Sparprogramm von zwei Milliarden Euro pro Jahr, das jetzt deutlich früher als geplant abgeschlossen werden konnte, scheint auch hier die Kehrtwende einzuleiten.

Damit steht der Aufholjagd der Daimler-Aktie nichts entgegen. Angesichts der ehrgeizigen Pläne bleibt sie trotz des Kurszuwachses in den vergangenen Monaten auf dem aktuellen Niveau ein Kauf. Und selbst das Hoch von 77 Euro im Jahr 2007 muss nicht das Ende des Anstiegs bedeuten.

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