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Von 1,2 auf 1 in weniger als einer Sekunde

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An den internationalen Währungsmärkten nimmt der Ausverkauf des Euros kein Ende.

Mit der Entscheidung der Schweizer Nationalbank, den Mindestkurs von 1,2 Schweizer Franken (CHF) pro Euro aufzugeben und der darauf folgenden Abwertungs-Rallye wird nochmals deutlich, dass die Skepsis gegenüber der 19-Staaten-Währung zunimmt.

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Hubert Thaler

TOP Vermögen AG

 

Seit einem halben Jahr verliert der Euro nahezu täglich an Außenwert gegenüber dem USDollar und hat sich nunmehr um rund 15 Prozent verbilligt. Kommentiert wurde diese Wertverschiebung meist mit dem verschobenen Konjunktur- und Währungszyklus, hier die Europäische Zentralbank mit der geplanten Bilanzvergrößerung und einem Nullwachstum in Euroland, auf der anderen Seite des Atlantiks geplante Zinserhöhungen der FED, gepaart mit einer Öl-Bonanza und optimistischen Verbrauchern.

Eine neue Dimension der Euroskepsis zeigt sich durch den Entscheid der Schweizer Nationalbank, den Wechselkurs des Schweizer Franken gegenüber dem Euro freizugeben. Schon kurze Zeit später pendelte sich der Schweizer Franken auf dem Niveau des Euro ein, obwohl zum Beispiel die Deutsche Bank den fairen Wert nach Kaufkraftparität bei 1,4 CHF/Euro sieht. Demnach bezahlt ein Euro-Anleger für den sicheren Hafen Schweiz rund 40 Prozent Aufschlag. Von den wahrscheinlich in naher Zukunft zu bezahlenden Negativzinsen bei den eidgenössischen Banken ganz zu schweigen.

Dies zeigt aber wohl vor allem, mit welcher Skepsis die internationalen Währungsmärkte dem Euro-Projekt im Jahr 2015 begegnen. Der fehlende Mut zu wirtschaftsfreundlichen Reformen in vielen Euroländern, wohl mittlerweile inklusive Deutschland, das Wachsen von Protestparteien wie Syriza in Griechenland und Podemos in Spanien sowie der aus internationaler Perspektive an die Eurozone grenzende kriegerische Konflikt in der Ukraine zeigen die vielfältigen Herausforderungen für die Eurozone und die Gemeinschaftswährung.

Euroanleger sollten nach wie vor in Fremdwährungen diversifizieren. Der Schweizer Franken gehört aber zu den jetzigen Preisen nicht mehr zur ersten Wahl.

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