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Vorsicht, Korrektur im Anmarsch!

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Zu Beginn des Jahres waren wir recht optimistisch, was die Aktienmärkte anbelangt – und die Kursentwicklung im ersten Quartal bestätigte unsere positive Einschätzung. Nach dem kräftigen Anstieg der Kurse insbesondere an den US-Börsen rechnen wir nun aus mehreren Gründen mit einer Korrektur, die sich bis in den Sommer hinein erstrecken dürfte. Aktienkäufe sollte man daher erst einmal zurückstellen.

Ein Durchatmen an den Aktienbörsen, das die breiten Indizes um bis zu zehn Prozent sinken lassen kann, wird immer wahrscheinlicher, bevor es weiter nach oben gehen kann. Dafür sprechen mehrere Indizien, die wir für relevant halten.

Stefan Albrech

Dazu gehört zum einen die nachlassende Marktbreite des jüngsten Kursanstieges. Das bedeutet konkret: Die Aktienrallye im Februar und März wurde in allererster Linie von Schwergewichten getragen, was in den USA den Dow Jones Industrial Average mit seinen 30 Werten auf ein Allzeithoch gebracht hat. Der dortige breite Aktienmarkt der New York Stock Exchange (NYSE), an der einige Tausend Unternehmen gelistet sind, hat das Hoch von 2007 indes nicht überschritten – ein Zeichen, dass zur Vorsicht mahnt, weil nur wenige Papiere den Anstieg tragen.

Das nächste Signal, das eine Schwäche ankündigt, ist die Stärke der defensiven Sektoren. Wenn verstärkt Kapital in Pharma-, Versorger- und Telekomaktien fließt, während Zykliker unter Druck stehen, dann deswegen, weil die Anleger davon ausgehen, dass diese Aktien dank der relativ hohen Dividenden in einer Korrektur weniger Abschläge verbuchen als konjunkturabhängige Werte. Insofern passt der Verlauf der mehrmonatigen Rallye, die im Juni 2012 begann, gut zu unserer These: Von Juni bis September 2012 stiegen in Europa die Kurse der zyklischen Chemie-, Automobil- und Rohstoffaktien. Von November bis Januar kam es zu einem weiteren Aufwärtsschub, wobei offensive Sektoren erneut vorn lagen. Beim jüngsten Anstieg legten indes die defensiven Sektoren am stärksten zu, die Zykliker verloren.

Diese markttechnischen Überlegungen werden durch die Entwicklung der fundamentalen Seite gut ergänzt. So fallen die Aussichten der Unternehmen, die ihre Quartalsergebnisse meldeten, gemischt aus: Der Aluminiumhersteller Alcoa hat zwar gut verdient, präsentierte aber einen rückläufigen Umsatz im ersten Quartal und dämpfte zudem die Erwartungen für die Zukunft. Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel musste bereits für das erste Quartal im PC-Geschäft einen Umsatzrückgang in Höhe von sechs Prozent einräumen, der Gewinn pro Aktie sank auf 0,4 US-Dollar. Zudem trübt sich das makroökonomische Umfeld ein, wie erste Rückschläge bei den Einkaufsmanager-Indizes zeigen.

Ein letzter Punkt, der zur Vorsicht mahnt, ist die Stärke der deutschen Staatsanleihen. So hat die zehnjährige Bundesanleihe Ende März ein neues Kurshoch erreicht, die Zinsen sind damit wieder nahe dem Allzeittief. Diese Entwicklung passt nicht zu weiterer Stärke am Aktienmarkt, denn Renten werden in der Regel dann gekauft, wenn die Investoren vorsichtig werden und ihre Risiken verringern wollen.

Fazit unserer Überlegungen: Gedulden Sie sich mit dem Ersterwerb oder Zukauf von Aktien, bis die erwartete Korrektur vorbei ist. Diese kann sich über zwei, drei Monate hinziehen. Im Anschluss daran werden sich gute Gelegenheiten bieten, um substanzhaltige Aktien mit Wachstumspotenzial auf einem ermäßigten Niveau zu erwerben.

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