Zinsentwicklung

Die Zinsen beeinflussen die Kosten für ein Darlehen. Je niedriger die Zinsen sind, desto weniger kostet ein Darlehen. Die Rückzahlung erfolgt in der Regel bei niedrigen Zinsen schneller, da die Zinsbelastung monatlich gering ist und mehr für die Tilgung aufgebracht werden kann. Wer also gerade mit dem Gedanken spielt, ein Haus zu kaufen oder zu bauen, sollte sich zunächst die Zinsentwicklung anschauen. Erst danach sollten Hauskäufer oder Bauherren daran denken, die Zinsbindung festzulegen sowie die Höhe der Tilgung zu vereinbaren.

Mehrere Faktoren beeinflussen die Zinshöhe

Es ist sinnvoll, die tagesaktuellen Bauzinsen-Charts und Zinsprognosen selbst im Auge zu behalten. Das ist beispielsweise auf der Seite der Deutschen Bundesbank unter Zinssätze und Renditen möglich. Dabei handelt es sich allerdings nur um einen Überblick über die Zinsentwicklung. Es gibt noch weitere Faktoren, welche die Zinshöhe für den individuellen Baufinanzierungsvertrag beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise die Bonität oder die Zinsbindungsfrist. Wichtig ist dabei auch, ob es sich um eine für die Bank riskantere 100-Prozent-Finanzierung handelt oder der Kunde Eigenkapital einbringen kann. Die riskantere 100-Prozent-Finanzierung kostet einen Zinsaufschlag, denn die Bank lässt sich für das höhere Risiko bezahlen. Die aktuellen Kreditzinsen in Deutschland sind noch immer sehr niedrig. Noch lohnt es sich, eine teure Finanzierung umzuschulden, die Zinsen für die Anschlussfinanzierung festzuschreiben oder ein Haus zu bauen oder zu kaufen.

Was bedeutet es, wenn Experten sagen: „Die Zinsen steigen moderat“?

Hier hilft ein Blick auf die Zinsentwicklung in den letzten Jahren. Zwischen 2005 und 2008 herrschte zum Beispiel ein anhaltender Aufwärtstrend bei den Zinsen. In diesem Zeitraum sind die Zinsen für Baufinanzierungen von knapp drei Prozent auf mehr als 4,5 Prozent angestiegen. Das ergibt einen durchschnittlichen Anstieg von 0,5 Prozent pro Jahr. Beispielsweise lagen die Zinsen im Dezember 2016 bei etwa ein Prozent. Ausgehend von einem moderaten Anstieg von 0,5 Prozent pro Jahr, wären die Zinsen bis Ende 2017 auf 1,5 Prozent gestiegen.

Zinsentwicklung für Sparer und Baufinanzierer ähnlich

Beim Vergleich der Hypothekenzinsen mit Tagesgeld- oder Festgeldzinsen zeigt sich, dass die Zinssätze zwar nicht gleich hoch sind, aber die Zinsentwicklung fällt ähnlich aus. Grundsätzlich ist es so, dass Sparer und Anleger im Schnitt geringere Zinsen erhalten, als sie für ein Darlehen an Zinsen zahlen müssten. Darüber hinaus sind Ratenkredite in der Regel teurer als eine Baufinanzierung. Dabei ist festzuhalten, dass die Bundesbank zwar die Zahlen veröffentlicht. Sie legt allerdings nicht selbst die Zinssätze fest. Die Geschäftsbanken bestimmt ihre Zinssätze selbst. Die Bundesbank erstellt daraus Zeitreihen, anhand derer sich eine Zinsentwicklung erkennen lässt. Die Zeitschrift Finanztest hat aktuell Geldanlagen getestet und die Zinsen verglichen.

Es existieren verschiedene Faktoren, welche die Zinshöhe beeinflussen. Dazu gehört beispielsweise die Menge des Geldes, das gerade in der gesamten Wirtschaft – also von privaten Haushalten, Unternehmen und Staat – in Umlauf ist. Die Steuerung der Geldmenge ist Aufgabe der Notenbanken. Im Euro-Raum ist das die Europäische Zentralbank (EZB).

Zinsentwicklung von den Leitzinsen bestimmt

Die Europäische Zentralbank schreibt den Geschäftsbanken die Höhe der Zinssätze nicht vor. Diese können selbst festlegen, wie viel Geld sie von ihren Kunden für das Ausleihen von Geld verlangen. Die EZB bestimmt einen Leitzins. Was der Leitzins genau ist, erläutert die FAZ in einem Videobeitrag. Zu diesem Zinssatz verleiht die EZB Geld an die Geschäftsbanken. Muss sich also eine Geschäftsbank Geld von der Europäischen Zentralbank leihen, zahlt sie maximal diesen Zinssatz – den Leitzinssatz. Für kurzfristig angelegte Sparguthaben, wie Tagesgeld oder Sparbuch, gibt es diesen Zinssatz maximal. Indirekt beeinflussen die Zinsentscheidungen der EZB somit die allgemeine Zinsentwicklung.

Vorteilhafte Zinsentwicklung für Darlehensnehmer in den letzten Jahren

In den vergangenen Jahren haben Kreditnehmer wesentlich von der Zinsentwicklung im Euro-Raum profitiert. Sparer hatten eher das Nachsehen. Wer die Zinsentwicklung für seine finanziellen Entscheidungen nutzen möchte, sollte versuchen, beispielsweise für Geldanlagen einen günstigen Einstieg zu finden. Ist mit einem Zinsanstieg zu rechnen, sollte die Geldanlage noch warten, bis die Zentralbank die Zinserhöhung verkündet hat. Umgekehrt sollten all jene sich beeilen, die eine größere Finanzierung planen, wenn eine Zinserhöhung durch die EZB ansteht.

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