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Weg mit dem Plunder

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Inflation oder Preisblase, Überbewertung oder Krisenangst. Gründe in Sachwerte zu investieren, fallen findigen Verkäufern zuhauf ein.

Was bei Aktien oder Immobilien noch angehen mag, kann sich im Falle von Gold bereits als Fehler, bei Kunst, Oldtimern oder Wein sogar als großer Fehler erweisen.

Warum? Weil diese schönen Dinge, genau wie Uhren, Schmuck oder alles was sich Sammlerstück nennt, zunächst einmal von ihrem Grundsatz her nicht zum Geldverdienen gedacht sind. Es sind Gegenstände, die ihren Wert ausschließlich aus der gemeinsamen Übereinkunft der Menschen beziehen, dass sie schön, erstrebenswert, wertvoll sind.

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Uwe Zimmer 

Dass etwa eine Flasche Wein mehr wert ist als eine andere, ist einem verfeinerten Geschmack geschuldet, nicht der besseren Eignung des Weins zur Linderung des Durstes. Und warum eine mit Öl- oder Acrylfarbe versehene Leinwand um ein Millionenfaches mehr wert ist als eine andere, ist ebenfalls nur aus der Begeisterung für eine künstlerische Leistung zu verstehen, die aber auch wieder abebben kann. Dass alte Autos weniger gut geeignet sind, mich von A nach B zu bringen, ist nur eine Randnotiz.

Diese Einschätzung zu bestimmten Sachwerten gilt übrigens genau so auch für Gold, das ja aus sich heraus derzeit nicht wirklich wichtig ist, um einen produktiven Zweck zu verfolgen. Nur weil es so schön glänzt und nicht so häufig vorkommt, wird es so hoch geschätzt. Mit all diesen Sachwerten kann man sich umgeben, man kann sie genießen und sich daran erfreuen. Das Geldverdienen ist damit nie planbar, sondern immer nur ein Zufall.

Immobilien sind unter den Sachwerten ein Sonderfall. Sie eignen sich als Anteil an Land durchaus zur Wertaufbewahrung und Gewinnerzielung. In der festen Form eines Hauses spielen wieder andere Dinge eine Rolle. So erfüllen sich viele Menschen mit einem Haus einen Traum. Mit Träumen wurde aber bislang selten Geld verdient – mit Ausnahme von Hollywood vielleicht.

Das ist bei Aktien deutlich anders, hier steht eine klare Gewinnerzielungsabsicht schon bei Unternehmensgründung im Vordergrund. Das gilt selbst dann, wenn Unternehmen fast schon als Selbstzweck zur Arbeitsplatzbereitstellung gesehen werden und wie so manche marode Baufirma medienwirksam gerettet wird. Oder wenn sie plötzlich unverzichtbar scheinen für die Fortsetzung unseres Lebens, siehe die großen und systemrelevanten Banken. Unternehmen werden gegründet, um Geld zu verdienen. Das Geld kommt den Eigentümern zugute, weshalb es sich immer gelohnt hat, zumindest ein kleiner Anteilseigner zu sein.

Aktien, vielleicht auch gute Beteiligungen, sind der beste Weg, um Geld zu verdienen. Gute Unternehmen werden ihren Wert auch behalten, wenn sich die Dinge um sie herum grundlegend ändern. Firmen, die von einem guten, vorausschauenden Management geführt werden, können sowohl in der Inflation wie in Preisblasen oder auch in Phasen der Krisenangst Geld verdienen. Und ob das jetzt etwa in Deutschland Mark oder Euro heißt, ist fast egal.

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