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Wer kein Risiko aushält, verliert

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Im Interview äußert sich Markus Steinbeis, Leiter des Fondsmanagements bei der Huber Reuss & Kollegen Vermögensverwaltung, zu aktuellen Lage in der Eurozone, den USA, sowie zum Wirtschaftswachstum in China.

Herr Steinbeis, welcher Fall tritt eher ein? Dass die USA über ihre Haushaltsklippe stolpern, Griechenland aus der Eurozone fliegt oder Frankreich zum größten ESM-Rettungsfall wird?

Markus Steinbeis
Markus Steinbeis

Markus Steinbeis: Da muss ich einen kurzen Blick in meine Kristallkugel werfen. Aber im Ernst: Die Entscheidung um bevorstehende Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in den USA ist völlig offen. Ich glaube, dass sich Demokraten und Republikaner in der Mitte treffen müssen – und werden.

Welche Auswirkungen hätte dies auf das amerikanische Wirtschaftswachstum?

Steinbeis: Es ist davon auszugehen, dass ein Großteil der Probleme in die Zukunft verschoben wird. Trotzdem dürfte die Regierung kurzfristig Maßnahmen ergreifen, die sich negativ auf das Wachstum in 2013 auswirken. Eine Kombination aus kleineren Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen könnte leicht ein Prozent des Wirtschaftswachstums kosten.

Und die Griechen? Bleiben sie in der Eurozone?

Steinbeis: Diese Entscheidung liegt nicht primär in der Hand der Politiker. Sollte sich die wirtschaftliche und soziale Lage in Griechenland nicht bessern oder gar verschlechtern, wird das griechische Volk den Austritt erzwingen.

Griechenland ist ja nicht das einzige Sorgenkind. Wie geht es 2013 mit dem Rest der Eurozone weiter?

Steinbeis: Die Rezession im Euroland wird sich verschärfen. Frankreich, die zweitgrößte Volkswirtschaft Europas, könnte große Probleme bekommen, wenn der Kapitalmarkt Reformen erzwingt. Trotz strukturell defizitärer Staatsfinanzen und mangelnder Wettbewerbsfähigkeit zahlen die Franzosen für ihre Anleihen noch ähnlich niedrige Zinsen wie Deutschland. Verlieren Anleger das Vertrauen in Frankreich, steigen die Zinskosten.

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