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Zu viele Verlierer

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Der harte Währungsschnitt hat die Märkte kalt erwischt. Nachvollziehbar war der Schritt aus Sicht der Schweizer Nationalbank (SNB) zwar allemal,

da diese ihre heimische Notenbankbilanz durch Eurokäufe gegen CHF immer stärker aufgebläht hat.

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Dennoch kam die Entkopplung überraschend und hat die Währungsverhältnisse sowie Börsen weltweit gehörig durcheinandergebracht. Die Antwort der Märkte war eine zeitnahe Aufwertung des Schweizer

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Jan-Patrick Weuthen

B&K Vermögen GmbH

 

Franken (CHF) um über 25 Prozent. An dieser Reaktion konnte auch die Bekanntgabe einer weiteren Absenkung der Negativzinsen auf 0,75 Prozent nichts ändern. Die Schweizer Börse reagierte mit bis zu 14 Prozent Kursabschlag.

Während die europäischen Anleger unterm Strich mit Gewinnen davon kamen, verbuchten Schweizer Aktienanleger deutliche Verluste. In Folge kamen Devisenhändler enorm unter Druck genauso wie Euro-Gläubiger, die das günstige Zinsniveau aus der Schweiz mit der Erwartung importierten, das stabile EUR/CHF-Währungsverhältnis wäre von Dauer.

Für Euro-Gläubiger sind Darlehen schlagartig um über 20 Prozent teurer geworden und wird viele vor große Probleme stellen. Dieses Thema betrifft nicht nur private Anleger, sondern vor allem institutionelle und öffentliche Einrichtungen. Und auch für die Schweizer Unternehmen, die im Inland produzieren und ihre Waren sowie Dienstleistungen in den Euroraum exportieren, bedeutet das neue Währungsgefüge eine Ergebnisbelastung von durchschnittlich bis zu 20 Prozent. Dieser Nachteil an Wettbewerbsfähigkeit wird die Schweiz im internationalen Vergleich deutlich zurückwerfen.

Ob die Entscheidung der SNB auf mittlere wirtschaftliche Sicht zu rechtfertigen ist, bleibt abzuwarten. Derzeit hat sich der Franken zum Euro in etwa bei Parität eingependelt. Ein Verhältnis von 1,20 CHF zum Euro ist vorerst ebenso wenig wahrscheinlich, wie eine dauerhafte Parität. Insofern ist es eine Frage der Zeit, bis die SNB in Zugzwang kommt.

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