Start Interview 40 neue ETFs bis Jahresende

40 neue ETFs bis Jahresende

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Mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 36 Milliarden Euro zählt db x-trackers zu den europaweit führenden ETF-Anbietern. Das EXtra-Magzin spricht mit Michael Schneider, ETF Sales für Europa, über die Entwicklungen in 2011 und die Herausforderungen der ETF-Branche.

Herr schneider, db x-trackers blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2010 zurück. Was waren für sie ihre wichtigsten Erfolge in 2010?

Wir sind mit dem Verlauf des Jahres 2010 sehr zufrieden. db x-trackers hat Zufl üsse von 7,1 Milliarden Euro verzeichnet. Insgesamt ist damit das verwaltete Volumen auf 36,3 Milliarden Euro gestiegen. Ein großer Erfolg war, dass wir die Dynamik der vergangenen Jahre beibehalten konnten. Seit unserem Start 2007 war db x-trackers in jedem Jahr Nummer eins oder Nummer zwei unter den ETF-Anbietern mit den höchsten Zufl üssen in Europa, wir haben unsere Marktposition konsequent verbessert.

Welche Produkte waren in ihrem haus die Bestseller oder die am stärksten gehandelten ETFs?

Sehr gefragt waren ETFs mit Fokus Schwellenländer-Aktien. Allein unser MSCI Emerging Markets ETF hat 2010 Zufl üsse von 1,2 Milliarden Euro gesehen, aber auch andere Schwellenländer-Produkte waren beliebt. Dieser Zuspruch hat dazu geführt, dass wir fast neun Milliarden Euro im Segment Schwellenländer verwalten, damit zählt db x-trackers zu den bedeutendsten Investoren auf diesem Gebiet in Europa. Unser MSCI Emerging Markets ETF zählt, zusammen mit unserem DAX ETF, auch zu den am stärksten gehandelten ETFs auf Xetra.

Beleuchten wir das Jahr 2011. Was wird in diesem Jahr den ETF- Markt entscheidend bewegen?

Das Baukastenprinzip von ETFs und die Flexibilität, damit sämtliche Anlageklassen abbilden zu können, wird von einer steigenden Anzahl Anlegern wahrgenommen. Immer mehr Anleger nutzen diese Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten und somit erweitert sich der Anwenderkreis kontinuierlich. Dass diese Vielfalt aktiv von Investoren eingesetzt wird und neue Produkte, die auf ETFs basieren, auf den Markt kommen, könnte 2011 der entscheidende nächste Schritt in der Entwicklung des Marktes sein.

Analysten erwarten weiterhin starkes Wachstum im ETF-Markt. Woher stammen die investierten gelder aus ihrer sicht?

Versicherungen und Pensionskassen beginnen gerade erst, systematisch ETFs einzusetzen. Denn ETFs bieten wichtige Alternativen, um das Depot breiter zu streuen, etwa mit Rohstoffen, Währungen und Hedgefonds. Positiv ist auch der Trend zu Multi-Asset-Produkten. Effi zient ganze Anlageklassen abzudecken, das geht nur mit ETFs. Als dritten Treiber würde ich das regulatorische Umfeld sehen. Es spricht viel dafür, dass vermehrt transparente und kostengünstige Anlageprodukte gefordert werden.

In welcher ihrer Produkte oder Produktkategorien erwarten sie in diesem Jahr die größten zuwächse?

Schwellenländerprodukte werden auf der Aktienseite weiter beliebt bleiben, denke ich. Aber auch die anderen Anlageklassen werden weiter aufholen. Ende 2010 entfi elen fast zwei Drittel des investierten Vermögens in börsennotierten Indexprodukten europaweit auf den Aktienbereich. Renten kamen nur auf 19, Rohstoffe auf 17 Prozent, andere Segmente wie Währungen und Hedgefonds liegen bei unter einem Prozent. Diese Anlageklassen werden aufholen.

Sie haben mit maxblue und der dab bank eine sparplan-aktion gestartet. ist das der erste schritt hin zum Privatanleger? sonst konzentrieren sich doch alle ETF-anbieter auf institutionelle investoren.

Ich bin überzeugt, dass sich ETFs für den privaten Vermögensaufbau ideal eignen. Daher war das Angebot von kostenlosen Sparplänen ein logischer Schritt, und er war sehr erfolgreich. Seit September ist die Zahl der Sparpläne mit unseren ETFs bei der dab Bank um 500 Prozent gestiegen.Aber wir bieten ja noch mehr: Privatanleger können mit dem db x-trackers Portfolio Total Return ETF ein systematisch gestreutes Portfolio erwerben. In dieser Richtung kann ich mir noch mehr vorstellen. Wir sprechen mit Asset-Managern, die ähnliche Portfolio- Lösungen mit uns realisieren wollen.

Sie haben kürzlich ETFs nach christlich orientierten Anlagegrundsätzen aufgelegt. Für wen eignen sich diese Produkte? Was steckt dahinter?

Stiftungen, Verbände und kirchliche Organisationen dürfen oft nur unter bestimmten Voraussetzungen Geld anlegen. Dazu zählt, dass bei der Auswahl der Wertpapiere soziale Kriterien eine Rolle spielen, und dass das Anlageprodukt keine Derivative, wie etwa Swaps, einsetzt. Unser ETF auf den Stoxx Europe Christian Index erfüllt beide Kriterien, da er die Indexbestandteile direkt kauft. Das gilt auch für den db x-trackers Global Fund Supporters ETF, der als erstes Produkt dieser Art den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria finanziell unterstützt.

Seit Herbst bieten Sie auch physisch besicherte Exchange Traded Commodities (ETCs) an. Wie kommen die Produkte inzwischen an?

Sehr gut, das Volumen beträgt aktuell rund eine Milliarde US-Dollar in 32 Produkten. Unsere Entscheidung, alle db ETCs mit Gold zu hinterlegen und damit eine weitgehende Sicherheit zu bieten, hat sich als richtig herausgestellt. ETCs haben sich als sinnvolle Ergänzung der ETF-Palette etabliert.

In einem Interview haben wir gelesen, dass Sie weitere Produkte emittieren möchten. Können Sie schon verraten, welche Produkte mit dabei sein werden?

Wir planen 2010 rund 40 neue ETFs aufzulegen. Darunter werden neue Schwellenländer- ETFs sein, aber auch neue Produkte aus dem Renten- und Kreditsegment. Eine weitere Innovation aus unserem Hause werden währungsgesicherte Aktien-ETFs sein.

Welche Gefahren sehen Sie für Ihre Branche? Kritiker werfen den ETFAnbietern die Auflage von immer komplexeren Produkten vor. Wie sehen Sie das?

ETF-Anbieter tun weiterhin alles dafür, dass ihre Produkte für den Anleger einfach und nachvollziehbar bleiben: Der unterliegende Index ist bekannt, der ETF ist laufend über die Börse handelbar. Der beste Beweis, dass ETF-Anbieter nichts zu verstecken haben: So wie db x-trackers bieten immer mehr Anbieter die vollständigen Informationen über alle ETF-Details laufend aktualisiert im Internet an. So transparent ist kein mir bekanntes Finanzprodukt.

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