Start Interview Bei Amundi Emerging Market ETFs Zuflüsse von rund 600 Mio. EUR

Bei Amundi Emerging Market ETFs Zuflüsse von rund 600 Mio. EUR

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Bettina MAY-klein

Seit der Gebührensenkung für Emerging Market ETFs verzeichnete Amundi zuletzt erhebliche Zuflüsse. Das EXtra-Magazin sprach mit Bettina May, Senior Client Relationship Manager ETF & Indexing bei Amundi.

 

Bettina May, Senior Client Relation-
ship- Manager ETF bei Amundi

Amundi senkte Mitte Mai seine Gebühren auf vier Emerging-Market-ETFs drastisch. Wie ist die Resonanz auf diese Preissenkung?

Anfang 2014 hat das Interesse von Investoren nach Emerging Markets deutlich angezogen. Parallel dazu haben wir die Gebühren für unsere regionalen und globalen Aktien-ETFs im April von 0,45 % auf 0,20 % deutlich gesenkt . Einerseits ist es das Ziel von Amundi, ETFs grundsätzlich zu äußerst günstigen Konditionen anzubieten. Andererseits haben wir gesehen, dass Emerging-Markets-ETFs im Markt allgemein aufgrund des komplexeren Handels- und Börsenzugangs teurer als Produkte auf Indizes aus etablierten Märkten waren. So beträgt die Total Expense Ratio bei Emerging Markets ETFs durchschnittlich mehr als 0,6 %. Als wir unsere Offensive zur Gebührensenkung starteten, hatten wir bereits sehr wettbewerbsfähige Konditionen. Unser Ziel war jedoch, unseren Kunden die günstigsten Emerging Markets ETFs zu bieten. Eine Strategie, die sich ausgezahlt hat: Dank der positiven Marktentwicklung und unserer günstigen Gebühren haben wir seit Jahresbeginn bis Ende September für unsere vier Emerging Markets ETFs Mittelzuflüsse in Höhe von annähernd 600 Millionen Euro verbuchen können.

Was macht gerade aus heutiger Sicht den ETF auf den MSCI Emerging Markets Asia so interessant?

Emerging Markets ETFs bieten grundsätzlich einen unkomplizierten und schnellen Zugang zu aufstrebenden Märkten – ganz gleich, ob man ein Investment im breiten Markt, in einer Region – also beispielsweise Asien, Lateinamerika oder Osteuropa – oder in einem einzelnen Land anstrebt. Seit Anfang Mai bis Ende September sind alleine dem ETF auf den MSCI Emerging Markets Asia rund 234 Millionen Euro zugeflossen. Anleger bewegt vor allem das verbesserte Markt-Sentiment für die asiatischen Emerging Markets und die damit verbundene Kursphantasie, der Wunsch nach Diversifikation und die Möglichkeit, die Asset-Allocation mit einer einzigen Transaktion pointierter auszurichten.

Inzwischen senkten weitere Anbieter ihre Gebühren insbesondere bei Core-ETFs. Geht dieser Preiskampf Ihrer Meinung weiter und denken auch Sie an weitere Gebührensenkungen?

Die Zahl der ETF-Anleger wächst weiter. So nutzen beispielsweise inzwischen immer mehr Pensionseinrichtungen, Versicherer, Asset-Manager und Finanzvertriebe die Vorteile von ETFs. Die Gebühren sind naturgemäß für Investoren ein wichtiges Entscheidungskriterium – aber auch für uns als ETF-Anbieter. Den Anspruch, äußerst wettbewerbsfähige Konditionen zu bieten, verfolgen wir seit Beginn unserer Aktivitäten im ETF-Segment. Konkret ist es unser Ziel, unser ETF-Angebot dauerhaft gesamthaft 25 % günstiger als unsere Wettbewerber anzubieten. Während die gewichtete durchschnittliche TER der Amundi ETFs 0,24 % beträgt, liegt dieser Wert bei europäischen Wettbewerbern bei 0,34 % . Das heißt, wir werden auch künftig daran arbeiten, Druck auf die Kosten auszuüben und gleichzeitig neue innovative ETFs zu lancieren.

Auch in diesem Jahr wurden wieder zahlreiche innovative ETFs aufgelegt, die so manche Anlagelücke schließt. Wo gibt es noch Themen, die es aus Sicht von Amundi noch zu schließen gilt?

Konditionen, Produktqualität und Innovationen sind die wichtigsten Antriebskräfte für das dynamische Wachstum des ETF-Markts. Bereits heute gibt es Produkte für alle wichtigen Anlageklassen und Währungen. In puncto Innovation möchte ich speziell die Entwicklung bei Renten-ETFs hervorheben, mit denen Anleger ihre Investment-Strategien besser umsetzen können. Dies zeichnet sich auch deutlich bei den Mittelzuflüssen ab: So hat sich beispielsweise unser ETF auf Anleihen der Euro-Peripherie zum volumenstärksten Produkt mit einem Vermögen von 1,55 Milliarden Euro (Stand: 6.9.2014) entwickelt. Eine weitere Innovation, die auf großes Interesse stößt, sind Smart-Beta-ETFs. Die Lancierung des ersten Multi Smart Beta ETF, der seit September auf Xetra gehandelt werden kann, ist ein gutes Beispiel für „Smart Beta 2.0″. Der neue ETF kombiniert verschiedenen Strategien für die entwickelten Aktienmärkte weltweit. Ziel des ETFs ist es, langfristig ausgerichteten Investoren eine widerstandsfähige und transparente „Allwetterstrategie“ zu bieten und bisher nur einfach erhältliche Optimierungs- und Diversifikationsstrategien zu kombinieren. Last but not least werden wir in Kürze mit einem Floating-Rate-Note-ETF eine weitere europäische Marktinnovation auch nach Deutschland bringen.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.