Start Interview comdirect startet demnächst mit Robo-Advisor-Angebot

comdirect startet demnächst mit Robo-Advisor-Angebot

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Digitale Vermögensverwaltung im Gespräch
Jan Enno Einfeld, Leiter Investing bei comdirect

Die Direktbank comdirect arbeitet derzeit an einem Robo-Advisor-Angebot. Bereits seit einigen Jahren wird mit dem AnlageAssistenten ein Portfolio-Tool für Selbstentscheider angeboten. Noch im ersten Halbjahr soll ein vollständig digitales Angebot auf den Markt gebracht werden. Im Nachgang einer Podiumsdiskussion auf der FinTech-Branchenveranstaltung Between the Towers in Frankfurt sprachen wir dazu mit Jan-Enno Einfeld,  Leiter Investing bei comdirect.

Die comdirect wurde 1994 gegründet. Warum hat es so lange gedauert, bis sie mit einer digitalen Vermögensverwaltung an den Markt gegangen sind?

Die comdirect ist bereits seit 2009 mit „Anlageberatung PLUS“, einem Angebot des digitalen Assetmanagements, am Markt. Wahrscheinlich waren wir damit die ersten in Deutschland, die etwas angeboten haben, was heute vielfach „Robo-Advisory“ genannt wird. 2014 kam dann mit dem „AnlageAssistenten“ ein Tool für den selbstbestimmten Anleger hinzu.

Wie innovativ kann ein Unternehmen mit rund 1.300 Mitarbeiter sein? Können Sie uns ein wenig über Ihre Aktivitäten erzählen?

Unser Credo lautet „Ideen kommen von überall“. Und weil wir davon überzeugt sind, tun wir hier auch einiges, um dies zu leben. So veranstalten wir jährlich ein Barcamp und einen Collabothon. Bei diesen Formaten kommen wir mit Externen zusammen und entwickeln gemeinsam Ideen, die das Banking von Morgen mitgestalten. Anregungen für Verbesserungen werden auch in der comdirect Community mit unseren Kunden und auf unserem Blog www.bank-neu-denken.de diskutiert. Darüber hinaus beobachten wir Trendthemen in unserem Innovationsradar und über unser internes Innovations-Tool. Ein tolles neues Format, das wir zum Ende des letzten Jahres gestartet haben, ist das „Entrepreneur-in-Residence“-Programm. Unternehmer-Talente haben während des Programms die Chance, „Gründerluft“ zu schnuppern und erhalten die Möglichkeit, die Neugründung eines Unternehmens von Grund auf zu verstehen und zu durchlaufen. Und zu guter Letzt nehmen wir noch in die Startup-Garage, unseren Corporate Accelerator, Gründer mit vielversprechenden Ideen bereits in der allerfrühsten Phase auf.

3 Mio. Kunden, davon können FinTechs nur träumen. Wie ist heute das Vorgehen, wenn Sie neue Produkte und Services im Unternehmen einführen?

Grundsätzlich sind wir immer auf der Suche nach Ansätzen, wie wir unseren Kunden und denen, die es noch werden wollen, auf smarte Weise ihre Finanzgeschäfte verbessern können. Dazu sprechen wir in den eben beschriebenen Formaten sehr regelmäßig mit unseren Kunden, diskutieren mit ihnen neue Ansätze und überarbeiten die bestehenden laufend. Im Fokus steht bei uns dabei immer der Nutzer.

Der US-Markt hat durch den Start der digitalen Angebote von Vanguard und Charles Schwab ordentlich an Dynamik gewonnen. Welche Erwartungen haben Sie an Ihr Produktangebot?

Das stimmt, allerdings ist Europa da aktuell hinter den USA noch etwas hinterher. Nutmeg dürfte mit aktuell rund einer dreiviertel Milliarde britischer Pfund aktuell der vom Volumen her größte Anbieter von digitalem Assetmanagement in Europa sein.

Können Sie schon etwas über die Konditionen sagen? Was wird der Robo-Advisor der comdirect kosten?

Aus unserer Sicht ist es gerade für digitales Assetmanagement wichtig, neben preiswerten auch insbesondere transparente Konditionen anzubieten. Dies werden wir auch bei unseren neuen Angeboten, die noch im ersten Halbjahr 2017 erhältlich sein werden, umsetzen.

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Markus Jordan, Gründer und Geschäftsführer der 2007 gegründeten Isarvest GmbH. Er hat über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Finanzen und Geldanlage mit Schwerpunkt Exchange Traded Funds und Derivate. Davor arbeitete er als Private Banking Berater bei der Unicredit, als Senior Produktmanager bei der DAB bank AG und als Senior Sales bei der Deutschen Bank.
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