ETF-Vermögensverwaltung Commerzbank
Torsten Daenert, Leiter Produktmanagement für den Bereich Wertpapier.

Im Rahmen des ETF-Sparplan-Tests 2017 sprach das EXtra-Magazin mit Torsten Daenert von  der Commerzbank ( Zum Testbericht). Torsten Daenert verantwortet als Leiter heute das Produktmanagement für den Bereich Wertpapier.

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ETF-Sparpläne haben im vergangenen Jahr die Marke von 300.000 Stück überschritten. Welche Erfahrungen machen Sie hier in Ihrem Unternehmen?

Auch die Commerzbank ( Zum Testbericht) registriert bei ihren Kunden eine zunehmende Nachfrage an ETFs. Das ist unseres Erachtens ein nachhaltiger Trend, denn auch von Medien und Verbraucherschützern werden ETFs gleichermaßen empfohlen. ETFs sind grundsätzlich ein modernes Anlageinstrument – sie sind einfach und transparent sowie vor allem kostengünstig.

Der ETF-Markt hat zum Jahreswechsel die Marke von 10 Mrd. Euro überschritten. Wie verhält sich dieses Wachstum zum gesamten Fondsgeschäft?

Der ETF-Markt ist immer noch primär durch institutionelle Anleger geprägt, die neben Spezialfonds auch ETFs nutzen. Aber wir stellen darüber hinaus bei privaten Anlegern ein zunehmendes Interesse an ETFs fest. Privatkunden greifen vor allem dann vermehrt auf ETFs zurück, wenn eine Partizipation an einem Index gewünscht wird und Vorteile von aktiven Fonds (Risikomanagement und Outperformancechancen) eine für den Anleger untergeordnete Bedeutung haben.

Denken Sie, der ETF-Boom wird vor allem durch den positiven Markttrend der vergangenen Jahre bestimmt? Wie werden sich die Kunden verhalten, wenn sich der Aktienmarkt nicht mehr so positiv entwickelt? Schlägt dann die Stunde der aktiven Manager?

In der Vergangenheit war es oft so, dass aktive Fonds gerade in kritischen Marktphasen besser als vergleichbare Indizes abschnitten. Diese kosten zwar üblicherweise mehr, können aber bei effektiven Anlagekonzepten Mehrwert in positiven wie in negativen Marktphasen liefern. Das ist der Anspruch an nahezu alle Vermögensverwaltungs- und Multi-Asset-Lösungen.

In den vergangenen Jahren wurde das ETF-Sparplan-Angebot vor allem durch no-fee, also gebührenfreie, Angebote bestimmt. Wird dies so weitergehen, oder planen Sie mittelfristig die Sonderangebote zu reduzieren?

Wir bieten regelmäßig ausgewählte Fonds/ETFs mit reduzierten Gebühren an. Das wollen wir auch in Zukunft weiterhin fortführen.

Welche ETFs sind bei der Commerzbank im Rahmen von ETF-Sparplänen besonders gefragt?

Die Commerzbank verfolgt auch hier eine offene, anbieterunabhängige Architektur, bietet also ETFs unterschiedlicher Gesellschaften an. Besonders gefragt sind beispielsweise ETFs von Amundi, Comstage, iShares und x-trackers. Dabei investieren die meisten Anleger in bekannte Indizes wie DAX, EuroStoxx, MSCI World oder S&P 500 .

Welche zusätzlichen Services bieten Sie Ihren Kunden im Bereich der ETF-Sparpläne?

Wir bieten Kunden, die sich für ETF-Sparpläne entscheiden, eine umfangreiche Auswahl an sparplanfähigen Angeboten, VL-fähige Angebote, geringe Einstiegsbeträge ab 25 Euro monatlich und individuelle Ausführungstermine.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, dem Kunden das Angebot an ETFs bzw. ETF-Sparplänen noch schmackhafter zu machen?

Sparplan-Aktionen mit zum Beispiel reduzierten Anlagekosten machen den Einstieg auch für „Wertpapieranfänger“ interessant. Außerdem bieten wir Depotmodelle an, in denen wir auf Transaktionsgebühren für Fonds und ETFs verzichten.

Warum sollte sich ein Anleger bei ETF-Sparplänen für das Angebot der Commerzbank entscheiden?

Aufgrund der breiten Auswahl von ETFs unterschiedlicher Anbieter. Diese wurden in einem fest definierten Auswahlprozess selektiert und gehören damit zu den besten ihrer Klasse. Das gibt den Anlegern Orientierung bei der Auswahl der ETFs.

Zuletzt wurden von den ETF-Anbietern verschiedene Portfolio-ETFs, Dachfonds oder ETF-Musterportfolios angeboten. Wie kommen diese Anlagekonzepte bei Ihren Kunden an?

Wir bieten unseren Kunden ETF-Musterportfolios, diese kommen gut an. Und seit Anfang des Jahres haben wir Vermögensverwaltungen rein auf ETF-Basis im Programm.

Online-Vermögensverwaltungen verzeichnen derzeit ein stärkeres Wachstum und vor allem Medienecho. Die Direktbanken haben hier bisher kaum Angebote am Markt. Woran liegt das? Können Sie nicht mehr so innovativ sein, seit Einführung des Online-Handels?

Bei der Comdirect ( Zum Testbericht) gibt es inzwischen ein digitales Asset Management.  Wir beobachten, wie es sich entwickelt und planen zu einem späteren Zeitpunkt auch ein  digitales Asset Management in der Commerzbank einzusetzen.

Wie kann die Branche es schaffen, dass sich mehr Anleger dem Thema Geldanlage am Kapitalmarkt widmen?

Menschen, die bisher auf Sparbuch oder Tagesgeld gesetzt haben, sind häufig sicherheitsorientiert und in Wertpapieranlagen noch ohne Erfahrungsschatz – oder haben bereits einmal Geld bei einer Wertpapieranlage verloren.

Diese Kunden benötigen Orientierung und Beratung sowie einfache und gut verständliche Anlageprodukte. Außerdem sollten die Kosten der Geldanlage transparent und gut nachvollziehbar sein.

Hier sind insbesondere Fondslösungen mit einer breiten Risikostreuung sowie Depotmodelle mit einem Pauschalentgelt geeignet. Die Commerzbank bietet heute schon zwei unterschiedliche Depotmodelle mit Beratung und Pauschalentgelt aber ohne Ausgabeaufschläge an

Können Sie einen typischen ETF-Anleger in Ihrem Unternehmen näher beschreiben?

Ein typischer ETF-Anleger ist gut informiert, hat Erfahrung mit Wertpapieren und handelt als kostenbewusster Selbstentscheider; er ist also ein moderner Anleger.

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.