Thomas Meyer zu Drewer, Geschäftsführer ComStage ETF und Thomas Timmermann, Leiter Strategisches Fondsmanagement ComStage Alpha Dividende Plus, Commerzbank Corporates & Markets

Vor einigen Wochen wurde der ComStage Alpha Dividende Plus UCITS ETF aufgelegt. Thomas Meyer zu Drewer, Geschäftsführer ComStage ETFs, und Thomas Timmermann, Leiter Strategisches Fondsmanagement ComStage Alpha Dividende Plus bei Commerzbank ( Zum Testbericht) Corporates & Markets in einem Interview zu Details und Hintergründen dieses aktiven ETFs.

Mit dem ComStage Alpha Dividende Plus UCITS ETF legte die Commerzbank einen aktiven Fonds auf, mit dem Anleger an dividendenstarken Unternehmen in Europa und den USA partizipieren können. Was unterscheidet den Fonds von anderen passiven Dividenden-ETFs oder auch Smart-Beta-Lösungen?

Thomas Meyer zu Drewer: Der ComStage Alpha Dividende Plus UCITS ETF ist ein börsengehandelter Investmentfonds, der über den Ansatz existierender Dividenden-ETFs hinausgeht: Dieser Fonds bietet neben der Entwicklung von Dividendenwerten eine dynamische Absicherung durch einen Fondsmanager. Diese Absicherung kann teilweise oder auch vollständig erfolgen. Damit kommt dieser ETF vielen Langfristanlegern entgegen, die den Wert eines Aktieninvestments in einer vermutlich noch länger anhaltenden Niedrigzinsphase zu schätzen wissen, gleichzeitig aber auch in bestimmten Marktsituationen eine Absicherung durch einen Fondsmanager wünschen.

Wie ist genau der aktive Auswahlprozess und was unterscheidet ihn von aktiven Investmentfonds mit Fokus Dividenden?

Thomas Timmermann: Der ComStage Alpha Dividende Plus UCITS ETF enthält 100 dividendenstarke Aktien, die gleichgewichtet sind und damit dem Anlegerwunsch nach größtmöglicher Streuung entgegen kommen. Diese werden aus insgesamt 1.100 europäischen und amerikanischen Aktien ausgewählt, was ein mehrstufiger Prozess ist. Dabei spielen Liquidität, Wertentwicklung oder Momentum, Bewertung und Gewinnentwicklung sowie Volatilität natürlich die zu erwartende Dividendenrendite eine große Rolle. Sobald jede Aktie diesen bereits in der Vergangenheit bewährten, quantitativen Prozess durchlaufen hat, kann sie in den ComStage Alpha Dividende Plus UCITS ETF aufgenommen werden. Der Unterschied zu vielen aktiven Investmentfonds ist neben dem Preis, 0,68 Prozent pro Jahr, der regelbasierte und stringente Auswahlprozess. Außerdem kann dieser Fonds ohne jeglichen Ausgabeaufschlag über die Börse gehandelt werden. Ein Verleihen der in diesem Fonds enthaltenen Wertpapiere ist in den Anlagebedingungen explizit ausgeschlossen. Aufgelegt ist der Fonds in Deutschland. Ausschüttungen erfolgen zweimal pro Jahr, was dem Wunsch vieler Investoren entspricht. kurzum: Der ComStage Alpha Dividende Plus ist eine gute Ergänzung der bewährten ComStage ETF Familie.

Was ist der Vorteil dieses Konzeptes? Gibt es hierbei bereits Rückrechnungen, inwieweit damit längerfristig höhere Renditen oder ein geringeres Risiko als bei herkömmlichen passiven Dividendenprodukten erzielt werden können?

Thomas Timmermann: Der Absicherungsgrad im Fonds wird im Idealfall in steigenden oder seitwärts tendierenden Märkten reduziert, bei fallenden Märkten erhöht. Das Fondsmanagement setzt diese Absicherungsstrategie bereits seit 2007 in dem  sicherheitsorientierten ideasTV-Zertifikat (CB1TVS) um. Seit Auflage erzielte das Zertifikat bis Anfang September 2016, trotz Kosten der Absicherung, eine rund 18 Prozent bessere Wertentwicklung als eine vergleichbare Direktanlage in die entsprechenden Basiswerte – natürlich inklusive der Reinvestition von Dividenden. Eine aktive Absicherungsstrategie kann also langfristig erfolgreich sein und einen deutlichen Mehrertrag erzielen.

Bisher galt: ETFs sind passive Investmentprodukte, für aktives Investment gibt es aktive Investmentfonds. Ändert sich dies und warum braucht es nun noch aktive ETFs?

Thomas Meyer zu Drewer: Wie bereits angesprochen, ergänzt der ComStage Alpha Dividende Plus UCITS ETF das klassische Konzept der passiven Nachbildung von Indizes um eine teilweise oder volle Absicherung durch einen Fondsmanager. ETF steht dabei für Exchange Traded Fund oder börsengehandelter Investmentfonds. Auch wenn sich für die Masse der ETFs der Begriff „passiv“ eingebürgert hat, kann eine andere, nutzenstiftende Komponente hinzu kommen. Was heißt dies im konkreten Fall des ComStage Alpha Dividende Plus UCITS ETF? Neben der regelbasierten Auswahl von Dividendenaktien gibt es ein weiteres Element, nämlich die beschriebene Teil- oder Vollabsicherung durch einen Fondsmanager. Da statische Absicherungen oft nicht funktionieren, haben wir uns für eine dynamische, marktabhängige Variante entschieden. Und dazu ist ein Fondsmanager nötig. Die Gebührenstruktur ist trotz der dynamischen Absicherung eng an die bekannten Dividenden-ETFs angelehnt. Denn wir wissen natürlich wie wichtig Kosten in einem Niedrigzinsumfeld sind. Jeder nicht aufgewendete Euro kommt dem Anlageerfolg zugute! Im Übrigen eröffnet der ComStage Alpha Dividende Plus UCITS ETF Anlegern einmal mehr eine Alternative: Der Investor alleine entscheidet, ob er die Möglichkeit einer Absicherung durch einen Fondsmanager wünscht oder nicht. Das Wort „Alpha“ im Fondsnamen bedeutet, dass der Anleger eine zusätzliche Dienstleistung bekommt.

In den USA sind aktive ETFs bereits weiter verbreitet als hierzulande. Schwappt Ihrer Meinung dieser Trend auch nach Deutschland und Europa und inwieweit plant die Commerzbank, ihre Produktpalette in diesem Bereich weiter auszubauen?

Thomas Meyer zu Drewer: Es ist schon immer das Vorgehen bei ComStage gewesen, auf Kundennachfrage mit entsprechenden Lösungen zu reagieren. Ein gutes Beispiel in der Vergangenheit war die Auflage des ComStage Vermögensstrategie UCITS ETF.
Bei der Auflage des ComStage Alpha Dividende Plus UCITS ETF spielte eine Rolle, dass viele langfristig orientierte Kunden die gesamte Handlungsbreite von ETFs mit ihren Vorzügen – Kosten, Handelbarkeit und Transparenz – nutzen möchten, gleichzeitig aber auch ein Thema wie Absicherung durch einen Fondsmanager wünschen. Und das in einem ETF. In der Tat ist dieser Trend in den USA weiter fortgeschritten, gibt es dort ETFs doch schon seit über 25 Jahren.

Welche Zielgruppe möchten Sie mit dem ETF ansprechen?

Thomas Meyer zu Drewer: Der ComStage Alpha Dividende Plus UCITS ETF spricht alle diejenigen an, die neben der universellen Einsatzmöglichkeit von Standard-ETFs den Vorteil einer zusätzlichen Leistung suchen, nämlich eine mögliche Absicherung durch einen Fondsmanager gegen die Auswirkungen von Marktturbulenzen. Und darüber hinaus eine Ausschüttung wünschen, die wir zweimal pro Jahr im Juni und Dezember bieten.

 

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.