Start Interview „Renditevorsprung gegenüber Bonds mit höchster Bonität“

„Renditevorsprung gegenüber Bonds mit höchster Bonität“

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simon klein dbx

Die Deutsche AWM hat den weltweit ersten ETF für europäische Hochzins-Unternehmensanleihen mit kürzeren Laufzeiten zwischen 1 bis 3 Jahren gelistet. Vor diesem Hintergrund hat das EXtra-Magazin mit Simon Klein, Leiter Vertrieb ETP & Institutionelle Mandate EMEA und Asien bei Deutsche Asset & Wealth Management (Deutsche AWM), gesprochen.

Die Deutsche AWM legte den weltweit ersten ETF auf europäische Hochzins-Unternehmensanleihen mit kürzerer Laufzeit auf. Was macht diesen ETF aus Anlegeransicht so interessant?

Simon Klein: Das Besondere an dem neuen db x-trackers II iBoxx EUR High Yield Bond 1-3 UCITS ETF ist, dass er anleiheorientierten Investoren die Möglichkeit bietet, mit einem einzigen Wertpapier an der Wertentwicklung von kurzlaufenden Hochzins-Rentenpapieren zu partizipieren. Gleichzeitig ist das Portfolio breit gestreut und bildet die Wertentwicklung der größten und liquidesten auf EUR lautenden Unternehmensanleihen aus dem Sub-Investment Grade Segment ab. Die Konzentration auf Anleihen mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren reduziert außerdem das Kursrisiko, falls die Zinsen wieder steigen sollten oder sich die Bonität der Unternehmen verschlechtert. Überdies ist die Kostenbelastung des ETF mit einer jährlichen Pauschalgebühr von 0,35 Prozent für dieses Marktsegment sehr niedrig.

Die aktuellen Renditen sehen angesichts des Niedrigzinsumfeldes sehr lukrativ aus. Bei europäischen Hochzinsanleihen denkt man aber häufig an bonitätsschwache Unternehmenspapiere aus der EU-Peripherie. Wie sieht es bei den ETFs mit der Sicherheit aus?

Simon Klein: Das Hauptaugenmerk bei dem neuen ETF liegt auf dem Renditevorsprung, den Hochzinsanleihen gegenüber Bonds mit höchster Bonität bieten. Dieser Renditeaufschlag geht aber typischerweise mit einer schlechteren Bonität der zugrundeliegenden Unternehmen einher. Die Endfälligkeitsrendite liegt daher aktuell bei 3,92 Prozent und damit deutlich über der Rendite von z.b. Euro-Staatsanleihen oder „Investment Grade“ Unternehmensanleihen. Anleihen aus Euro-Peripheriestaaten sind beim db x-trackers iBoxx EUR High Yield Bond 1-3 UCITS ETF übrigens in der Minderheit, die meisten Emittenten haben ihren Sitz in Kernstaaten der Eurozone. Zudem sind die damit verbundenen Risiken transparent und für Investoren gut einschätzbar. Hinsichtlich des Ausfallrisikos sind beim Anleihen mit einem Bonitätsrating von „BB” mit einem Anteil von derzeit 84,8 Prozent am Portfolio am höchsten gewichtet, Anleihen mit „B” sind zu 10,5 Prozent berücksichtigt (Stand 08.12.2014). Diese Ratings sind die höchsten Ratings, die nicht mehr zu „Investment Grade“ gezählt werden.

Wie beurteilen Sie das aktuelle Marktumfeld für europäische Unternehmensanleihen insgesamt?

Simon Klein: Im CIO Ausblick von Deutsche AWM wird das Anlagesegment EUR Hochzinsanleihen derzeit als langfristig positiv bewertet. Das heißt, unser Haus rechnet tendenziell mit einer positiven Entwicklung der Anleihekurse über eine längere Halteperiode.

Wie viele Anleihen enthält dieser ETF und wie sieht die Gewichtung hinsichtlich der Länderaufteilung aus?

Simon Klein: Der db x-trackers II iBoxx EUR High Yield Bond 1-3 UCITS ETF hält zurzeit 97 Anleihen aus 19 Ländern. Das größte Gewicht haben Anleihen aus Frankreich mit 17,7 Prozent. Danach folgen Italien  mit 17,3 Prozent, Luxemburg mit 13,6 Prozent, die Niederlande mit 10,3 Prozent und Deutschland mit 9,2 Prozent.

Gleichzeitig legten Sie zwei weitere Renten-ETFs auf. Was macht diese beiden ETFs interessant?

Simon Klein: Das ist richtig. Zusätzlich zu dem genannten Kurzläufer-ETF haben wir noch zwei weitere Produkte im Segment Hochzins-Anleihen aufgelegt. Der db x-trackers iBoxx EUR High Yield Bond UCITS ETF investiert gleichfalls im Segment europäischer Hochzins- Unternehmensanleihen, wobei der zugrunde liegende Index mit mehr als 400 Anleihen aus 30 Ländern ein wesentlich breiteres Spektrum umfasst als der Index des Kurzläufer-ETFs. Das bedeutet für eine deutlich breitere Diversifikation und auch einen breiteren Mix bei den Laufzeiten der Unternehmensanleihen. Zugleich zeichnet er sich im europäischen Marktvergleich aktuell durch die geringste jährliche Pauschalgebühr von 0,35 Prozent[1] aus.

Der db x-trackers iBoxx EUR High Yield Bond Short Daily UCITS ETF basiert auf demselben Index wie der db x-trackers iBoxx EUR High Yield Bond UCITS ETF, wobei er allerdings die Entwicklung auf täglicher Basis umgekehrt widergibt. Das bedeutet, dass dieser inverse ETF seine Stärken gerade dann ausspielen kann, wenn die Märkte drehen, sprich z.B. die Zinsen oder die Ausfallrisiken bei Hochzins-Unternehmensanleihen steigen. Dieses Produkt auf den Gesamtmarkt europäischer Hochzins-Unternehmensanleihen ist bislang einzigartig und richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren.

Welche Zielgruppe möchten Sie mit den drei ETFs bevorzugt ansprechen?

Simon Klein: Die Zielgruppe für die neuen ETFs sind Anleger, die sich im gegenwärtigen Niedrigzinsumfeld für Investments im Segment der Hochzins-Unternehmensanleihen interessieren. Insbesondere professionelle Investoren wie Versicherungen oder Versorgungswerke suchen aufgrund ihrer Anlagevorschriften nach flexiblen und liquiden Anlagealternativen im Rentenbereich. Aber auch für Privatanleger können die ETFs natürlich unter Beachtung der entsprechenden Risiken eine interessante Alternative darstellen.

 

Bitte lesen Sie dazu auch hier den Artikel zum neu aufgelegten ETF.


[1]Quelle Deutsche Bank Research: Europe, Asia Pacific, US ETP Quarterly Directory;
http://etf.deutscheawm.com/DEU/DEU/Download/Research-Europe/4c285592-972e-4241-8067-16ab7326d8ee/Europe-ETF-
Quarterly-Directory.pdf

 

 

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.