Die Strategie von Ginmon
Lars Reiner, Gründer und Geschäftsführer des digitalen Vermögensverwalters Ginmon.

Der Robo-Advisor Ginmon ( Zum Testbericht) hat im Echtgeld-Test der Plattform Broker-Vergleich im Untersuchungszeitraum 01.05. bis 30.11.2016 mit 7,3 Prozent die höchste Rendite erzielt. Im Gespräch mit Lars Reiner, dem Geschäftsführer und Gründer, sprechen wir über die Strategie von Ginmon ( Zum Testbericht) und die weitere Entwicklung des Anbieters.

Ginmon konnte auf Sicht von 7 Monaten mit einer Rendite von 7,3 Prozent die Konkurrenz hinter sich lassen. Was machen Sie mit ihrem Anlagekonzept besser als ihre Mitbewerber?

Die Strategie von Ginmon basiert auf streng wissenschaftlichen Grundlagen, die auf dem Dreifaktorenmodell des nobelpreisgekrönten Portfoliotheoretikers Prof. Eugene Fama aufgebaut ist. Auf unnötige Risiken durch spekulative Anlageformen verzichten wir konsequent.  Des Weiteren können wir durch Steueroptimierungen und Smart Rebalancing Zusatzeinkünfte generieren. Hier macht es sich bezahlt, dass Ginmon als einziger Robo Advisor neben einer niedrigen Grundgebühr mit einer Erfolgsbeteiligung von einem Zehntel der Gewinne arbeitet. Anbieter und Kunde sitzen bei Ginmon im selben Boot.

Als Anlagedauer empfehlen Sie einen Anlagehorizont von fünf Jahren. Warum?

Erfahrungswerte haben gezeigt, dass man frühestens ab einem Anlagehorizont von 5 Jahren mit einer akzeptablen Verlässlichkeit die erwünschten Renditen erzielen kann. Selbstverständlich kann man auch mit einem kürzeren Zeithorizont sehr gute Renditen erzielen, je länger man sein Geld jedoch angelegt hat, desto sicherer wird das Investment als solches.

Die Strategie von Ginmon beruht auf dem Dreifaktorenmodell. Was ist darunter zu verstehen?

Der Anlagealgorithmus nutzt die drei Faktorprämien nach dem Fama/French Dreifaktorenmodell. Diese sind die allgemeine Marktprämie (D.h. die höhere Rendite von Aktien gegenüber z.b. dem Girokonto), der „Small Cap“-Prämie und der „Value“-Prämie. Zudem streuen wir die Geldanlage weltweit und halten damit das Risiko minimal. Bei uns werden ausschließlich physisch replizierende Indexfonds verwendet und auch sonst wenden wir sehr strenge Anlagekritieren bei der Auswahl von ETFs an. Die Geldanlage wird damit objektiv und streng akademisch betrieben statt auf Basis von Emotionen und dem Bauchgefühl eines Fondsmanagers.

Sie bieten eine automatisierte Portfoliooptimierung frei von Emotionen. Könnten Sie uns den Prozess erklären und in welchem zeitlichen Rhythmus erfolgt dieser?

Statistiken belegen, dass der Markt durch proaktives Umschichten der Anlage nicht geschlagen werden kann. Kein Investor kann klüger sein, als die Gesamtheit aller Marktteilnehmer. Das Problem des aktiven Portfoliomanagements besteht hauptsächlich in der Beeinflussung durch historische Ereignisse sowie Schlagzeilen oder Börsenmeldungen, die aus falschen Hoffnungen oder Ängsten heraus zu Prognosen und somit zu Fehlinvestments verleiten. Das Verlangen die zukünftige Entwicklung des Marktes vorherzusagen ist sehr groß, doch leider langfristig nicht mit Sicherheit möglich.

Sämtliche Entscheidungen und Marktereignisse, auch künftige (wie z.B. bevorstehende Wahlen) sind bereits mit einer realistischen Ausgangswahrscheinlichkeit im Markt eingepreist. Somit ist es am klügsten und auch am günstigsten, mit ETFs ein Portfolio zu konstruieren, dass eine vordefinierte Anlagestrategie abbildet. Sobald sich die vordefinierte Portfolioallokation durch Marktschwankungen ändert, also das Portfolio von der Zielallokation abweicht, wird durch Smart Rebalancing die gewählte Ursprungsgewichtung wiederhergestellt.

Die Zahl der Robo-Advisor stieg 2016 deutlich. Worauf sollten Anleger Ihrer Meinung achten, bevor sie dort Geld verwalten lassen?

Viele Fintechs nennen sich Robo-Advisor, aber nicht alle erfüllen denselben Zweck. Da gibt es zum einen Finanzcoaches, die eher für junge Leute gedacht sind, die ihnen bei der Erreichung von bestimmten Sparzielen helfen sollen. Bei anderen Anbietern handelt es sich lediglich um ETF-basierte Dachfonds. Und dann gibt es noch die automatisierten Portfoliomanager, die jeweils eigene Algorithmen entwickelt haben. Der Anleger sollte sich genau anschauen, wie die Anlagestrategie definiert ist. Befinden sich z.B. spekulative Anlageformen darin? Welche Anlagebausteine werden verwendet? Ist der Algorithmus vorhersagefrei?

Viele der neuen Anbieter verfügen über eine BaFin-Lizenz zur Finanzportfolioverwaltung, Ginmon bisher noch nicht. Wie sehen hier Ihre Planungen aus?

Für den Kunden ist es im Prinzip unerheblich, ob der Robo Advisor nach §34f GewO oder nach §32 KWG reguliert ist. Eine regulierte Dienstleistung erhält der Kunde in beiden Fällen, unregulierte Angebote gibt es in diesem Bereich im deutschen Markt nämlich nicht. Die Abwicklung erfolgt in jedem Fall über eine externe und voll regulierte depotführende Bank, wobei eine Abwicklung über ein namhaftes Institut durch die meisten Kunden scheinbar vorgezogen wird. Wir werden uns selbstverständlich auch stets weiterentwickeln und dabei die notwendigen Regularien erfüllen. An erster Stelle steht für uns aber stets die Produktentwicklung und die sichtbaren Mehrwerte für den Kunden. Die Lizenz darf höchstens eine Schlussfolgerung daraus sein.

Vor wenigen Monaten absolvierte Ginmon eine siebenstellige Finanzierungsrunde mit dem Ziel eines weiteren Ausbaus der Plattform und einer Internationalisierung. Welche Meilensteine planen Sie für 2017?

Kundenzahl und Anlagevermögen wachsen bei Ginmon exponentiell. Daher gehen wir davon aus, dass wir auch 2017 unseren Kundenstamm wieder mehr als verzehnfachen können.  Auch wächst das Entwicklerteam von Ginmon stetig, so dass wir zu Jahresbeginn 2017 in neue, großzügige Räume umziehen können. Schließlich gibt es internationale Expansionspläne, zu denen wir bei gegebenen Anlass noch Genaueres bekanntgeben werden.

Ginmon Testbericht

Ginmon überzeugt vor allem durch den guten Service mit einer Vielzahl an Kommunikationskanälen. In den restlichen Kategorien erzielt der Robo-Advisor ein solides Ergebnis. Negative Punkte sind beim Angebot die Anzahl der Assetklassen und die Kosten der erfolgsabhängigen Performancegebühr.

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Hier finden Sie eine Übersicht über alle derzeit in Deutschland aktiven Robo-Advisor. Dazu passt auch der Beitrag „Robo Advisor Ginmon mit Euro Finance Tech Award ausgezeichnet„.

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Markus Jordan ist Gründer und Herausgeber des EXtra-Magazins. Einer der führenden ETF-Informationsplattformen in Deutschland. Er hat über 25 Jahre Erfahrung im Bereich Finanzen und Geldanlage mit Schwerpunkten auf Exchange Traded Funds, Robo-Advisors und digitale Bankdienstleistungen und ist ein gefragter Experte auf diesen Gebieten.