Peter Scharl, iShares Konferenz
Peter Scharl, Leiter iShares Deutschland, Österreich und Osteuropa spricht auf der iShares Investmentkonferenz

Im Gespräch mit Peter Scharl, Leiter iShares Deutschland, Österreich und Osteuropa über den ETF-Markt in Europa.

Herr Scharl, das weltweite ETF-Volumen ist auf knapp 3 Billionen US-Dollar angewachsen. Welche Zukunft sehen Sie für den europäischen ETF-Markt?

Die Wachstumsaussichten für den europäischen Markt sind ungebrochen, unserer Ansicht nach ist eine Verdoppelung der verwalteten Assets in den kommenden fünf Jahren möglich. Neue Nutzungsweisen im institutionellen Geschäft und die zunehmende Verbreitung von ETFs über neue Geschäftsmodelle im Privatkundenbereich sehen wir als Haupttreiber dieses starken Wachstums.

Man sagt, das ETFs bisher nur von institutionellen Investoren genutzt werden. Welche Tendenzen sehen Sie derzeit im Bereich Vermögensverwalter und Privatanleger?

Die USA sind hier der Vorreiter, aber auch in Europa werden ETFs inzwischen immer stärker von diesen Kundensegmenten genutzt. Aktuell liegen ca. 15% der Assets bei Endanlegern und Beratern, bei diskretionären Vermögensverwaltern sind es hingegen schon 35%. Zukünftig werden wir vor allem über skalierbare Portfoliolösungen für (Bank- & IFA-) Berater und höhere Bekanntheit bei Endanlegern Wachstum im Retail-Bereich sehen.

In den USA ist derzeit ein doppelter Trend zu erkennen. Gute aktiv gemanagte Fonds und ETFs können hohe Mittelzuflüsse aufweisen. Welche Produkte stehen auf der Verliererseite und warum?

Wir bezeichnen dies als „Barbelling“-Trend, d.h. einer Tendenz hin zu günstigem Beta (ETFs) und High Alpha, zum Beispiel im Bereich alternativer Anlageklassen. Benchmark nahe aktive Mandate werden es in Zukunft schwerer haben, da sie im Grunde nur Beta, dies aber zu Gebühren von aktiven Fonds liefern.

In Deutschland und der Schweiz haben Sie kürzlich das iShares Connect Programm gestartet. Was versprechen Sie sich davon für Ihr Geschäft?

Die Grundannahme ist, dass es sich bei ETFs an sich ja um relativ „einfache“ Bausteine für das Portfolio handelt. Mit iShares Connect stellen wir eine Plattform, über die wir ETF basierten Portfolios und die Manager dieser Portfolios mit Marketing und Vertrieb unterstützen. Dadurch erleichtern wir es ETF Kunden, (Endkunden, Beratern, Institutionellen Kunden) bei Bedarf den richtigen Manager ihres ETF Portfolios zu finden. Wir sind davon überzeugt, dass ETFs auf diese Weise in weiteren Kundensegmenten Fuß fassen werden.

Welche Vorteile bieten Sie Teilnehmern Ihres Programms, welche Bedingungen muss man erfüllen um daran teilnehmen zu können?

Konkret bieten wir den Partnern Unterstützung bei Portfolio Allokation, Business Development, Vertrieb, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing. Interessierte potenzielle Partner müssen mindestens 25% ETFs (ausgenommen Barbestand) halten, eine mindestens einjährige Performance-Historie sowie eine Zulassung in Deutschland. Unabhängig vom iShares-Anteil am Portfolio entstehen den Partnern hier keine Kosten.

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