DKB - Kunden reagieren positiv
Martin Schulz-Brückner, Leiter Produktmanagement Wertpapiere und Sparen bei der Deutschen Kreditbank AG.

Im Rahmen des ETF-Sparplan-Tests 2017 sprach das EXtra-Magazin mit Martin Schulz-Brückner von der Deutschen Kreditbank AG. Seit Juli 2015 verantwortet Martin Schulz-Brückner das Produktmanagement Wertpapiere und Sparen bei der Deutschen Kreditbank AG.

ETF-Sparpläne haben im vergangenen Jahr die Marke von 300.000 Stück überschritten. Welche Erfahrungen machen Sie hier in Ihrem Unternehmen?

Seit Mitte letzten Jahres bietet die DKB ( Zum Testbericht) ihren Kunden ETF-Sparpläne an. Die Resonanz der Kunden auf das Angebot ist äußerst positiv und die Nachfrage übertraf sogar schnell unsere Erwartungen. Daher sind wir froh, dass wir zum Jahreswechsel unser Angebot an ETF-Sparplänen nochmals deutlich ausweiten konnten.

Der ETF-Markt hat zum Jahreswechsel die Marke von 10 Mrd. Euro überschritten. Wie verhält sich dieses Wachstum zum gesamten Fondsgeschäft?

Bereits in den letzten Jahren konnten wir eine Verschiebung des angelegten Vermögens von Fonds in Richtung ETFs verzeichnen. Dieser Trend hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt, bei gleichzeitig steigendem Depotvolumen unserer Kunden. Insofern ist das ETF-Volumen auch bei der DKB ( Zum Testbericht) derzeit auf einem Rekordniveau.

Denken Sie, der ETF-Boom wird vor allem durch den positiven Markttrend der vergangenen Jahre bestimmt? Wie werden sich die Kunden verhalten, wenn sich der Aktienmarkt nicht mehr so positiv entwickelt? Schlägt dann die Stunde der aktiven Manager?

ETFs profitieren sicher etwas stärker von positiven Marktphasen als aktiv gemangte Fonds. Ich denke aber, dass sich unsere Kunden nicht aufgrund der Performance für ETFs entscheiden. Der Charakter von ETFs, kostengünstig den jeweiligen Markt abzubilden dürfte für Anleger im Vordergrund stehen. Daher erwarte ich auch in schwierigeren Marktphasen keine grundlegende Veränderung des Trends zu ETFs.

In den vergangenen Jahren wurde das ETF-Sparplan-Angebot vor allem durch no-fee, also gebührenfreie, Angebote bestimmt. Wird dies so weitergehen, oder planen Sie mittelfristig die Sonderangebote zu reduzieren?

Das kommt eher auf die ETF-Anbieter an als auf die Banken. Ohne Zuschüsse der ETF-Anbieter sind solche Aktionen nicht zu realisieren, da den Banken für die Ausführung der Sparpläne Kosten entstehen. Nur wenn ETF-Anbieter diese Kosten kompensieren, können gebührenfreie ETF-Sparpläne weiter angeboten werden. Ich denke, dass wir in den nächsten Jahren einen Rückgang solcher Angebote sehen werden.

Welche ETFs sind bei der DKB im Rahmen von ETF-Sparplänen besonders gefragt?

Bei uns sind derzeit ETFs von iShares und ComStage besonders gefragt. Das liegt im Wesentlichen an der Aktion zum gebührenfreien Sparen in diese Produkte. Als Index mit Abstand am beliebtesten ist der MSCI World.

Welche zusätzlichen Services bietet die DKB Ihren Kunden im Bereich der ETF-Sparpläne?

Wir bieten unseren Kunden einen Finder für ETF-Sparpläne an und stellen im Marktüberblick alle wichtigen Informationen zu ETFs zur Verfügung. Außerdem bieten wir mit den BlackRock Managed Index Portfolios drei ETF-Dachfonds an. So können Kunden einfach und mit geringen Beträgen in ein ETF-Portfolio  investieren.

Welche Möglichkeiten sehen Sie, dem Kunden das Angebot an ETFs bzw. ETF-Sparplänen noch schmackhafter zu machen?

Neben den attraktiven Konditionen ist die Vermittlung von Wissen die wichtigste Möglichkeit, ETFs einem noch breiteren Publikum zugänglich zu machen. ETFs sind Produkte für aufgeklärte Bankkunden, die sich für das Konzept ETF begeistern können. Unsere Aufgabe muss es daher sein, diese Zielgruppe zu vergrößern.

Warum sollte sich ein Anleger bei ETF-Sparplänen für die DKB entscheiden?

Wir verfügen über eine sehr breite Palette von über 240 ETF-Sparplänen, aus denen unsere Kunden wählen können. Zudem haben wir nicht nur Aktionen mit ComStage und iShares zum gebührenfreien Sparen in ETFs, auch unser normales Preismodell ist mit einem Fixpreis von 1,50 Euro pro Ausführung einfach, transparent und sehr fair. Außerdem ist die Depotführung für unsere Kunden ohne Bedingungen kostenlos.

Zuletzt wurden von den ETF-Anbietern verschieden Portfolio-ETFs, Dachfonds oder ETF-Musterportfolios angeboten. Wie kommen diese Anlagekonzepte bei Ihren Kunden an?

Wir bieten mit den BlackRock Managed Index Portfolios drei ETF-Dachfonds an und haben hierfür ein Hilfstool auf unserer Website bereitgestellt. So können Kunden einfach und mit geringen Beträgen in ein ETF-Portfolio  investieren. Das Angebot ist im Herbst 2016 gestartet und wird von unseren Kunden gut angenommen.

Online-Vermögensverwaltungen verzeichnen derzeit ein stärkeres Wachstum und vor allem Medienecho. Die Direktbanken haben hier bisher kaum Angebote am Markt. Woran liegt das? Können Sie nicht mehr so innovativ sein, seit Einführung des Online-Handels?

Die Zurückhaltung der Banken ist meiner Meinung nach eher dem Aspekt geschuldet, dass bisher nicht deutlich ist, welches Modell vom Kunden akzeptiert wird und sich langfristig durchsetzen kann. Letztlich entscheiden die Kunden mit ihrer Nachfrage, welche Angebote sich durchsetzen, nicht die Banken. Doch es gibt derzeit noch viele offene Fragen, zum Beispiel wie wichtig persönlicher Kontakt beim Abschluss einer Online-Vermögensverwaltung ist. Das ist entscheidend, um das eigene Angebot nicht in die falsche Richtung zu entwickeln.

Wie kann die Branche es schaffen, dass sich mehr Anleger dem Thema Geldanlage am Kapitalmarkt widmen?

Hier kann ich nur für die DKB sprechen. Als Direktbank setzen wir auch bei unserem DKB-Broker auf schnelle, bequeme und somit kundenfreundliche Prozesse sowie attraktive Konditionen. Zwei mögliche Hürden für den Einstieg in die Geldanlage am Kapitalmarkt nehmen wir schon dadurch, dass die Eröffnung eines Brokers sowie der Depotübertrag für den Kunden unkompliziert und die Depotführung kostenlos sind. Für Transaktionen bieten wir zudem transparente und attraktive Konditionen.

Wir haben für jede Direktbank in Deutschland umfangreiche ETF-Sparplan Testberichte erstellt. Dort können Sie die Angebote und Konditionen vergleichen.

► Zum ETF-Sparplan-Test 2017

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Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann studierte Franz Rieber Informationsorientierte Betriebswirtschaftslehre und hat einen Master-Abschluss in Finance & Banking. Seit 2016 ist Franz Rieber für die Isarvest GmbH tätig und für das Projektmanagement und die Kundenbetreuung verantwortlich.