Start Interview „Ein Drittel der Umfrageteilnehmer erwartet verstärktes Engagements in ETFs“

„Ein Drittel der Umfrageteilnehmer erwartet verstärktes Engagements in ETFs“

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Sascha Specketer-Ausschnitt

Source führte vor kurzer Zeit eine Umfrage mit mehr als 750 professionellen Investoren und Beratern aus elf europäischen Ländern zum Thema ETPs durch. Das EXtra-Magazin mit Sascha Specketer, Head of Institutional Sales Germany, Austria & Eastern Europe bei Source.

Herr Specketer, Source hat vor kurzem eine Umfrage durchführen lassen. Können Sie mehr über die Studie erzählen und warum Sie sie in Auftrag gegeben haben

Gerne. Ende vergangenen Jahres haben wir ein unabhängiges Marktforschungsunternehmen damit beauftragt, europaweit eine repräsentative Erhebung durchzuführen. Im Rahmen der Umfrage wurden in elf Ländern ausführliche persönliche Befragungen von etwas mehr als 750 professionellen Anlegern vorgenommen, 100 davon in Deutschland. Voraussetzung für eine Teilnahme war, dass die Befragten für mindestens 50 Millionen britische Pfund an Privatkundengeldern oder 100 Million Pfund an institutionellem Vermögen verantwortlich sein mussten. Für jedes Land war sichergestellt, dass zu gleichen Teilen Anlageverwalter, Vermögensverwalter und andere institutionelle Anleger befragt wurden.

Wir haben die Umfrage in Auftrag gegeben, um besser zu verstehen, wer ETFs nutzt, warum und wofür sie genutzt werden. Der ETF-Markt in Europa ist in den vergangenen Jahren außerordentlich schnell gewachsen. Die Frage für uns war, ob es als selbstverständlich anzusehen ist, dass die Anleger alle Produktlösungen, die Ihnen zur Verfügung stehen, auch nutzen. Unsere Marktuntersuchung zielte darauf ab, herauszufinden, ob dies tatsächlich der Fall ist. Die Ergebnisse sollten uns dabei helfen, den Anforderungen der Anleger Rechnung zu tragen, damit wir ihnen in Zukunft bessere Investmentlösungen bieten können.

Können Sie die interessantesten Erkenntnisse der Erhebung nennen – insbesondere in Bezug auf Deutschland?

Ich denke, es ist für einige Experten einigermaßen überraschend, dass etwa acht von zehn Befragten ETFs bereits schon einmal genutzt haben, die Mehrheit sogar über eine Dauer von mindestens drei Jahren. Es war ebenfalls für uns interessant zu erfahren, dass Anleger ETFs mindestens genauso häufig nutzen wie traditionelle Investmentfonds – mitunter sogar noch häufiger. Auf die Frage, welche Produkte sie in ihren Portfolios halten, nannten 34 Prozent der Befragten an erster Stelle ETFs. Es folgten traditionelle Investmentfonds, die von 29 Prozent genannt wurden, sowie in 21 Prozent der Fälle Einzelaktien. Mit 68 Prozent war zudem kein anderes Produkt so häufig unter den „Top-Drei“-Investments der Befragten vertreten wie ETFs.

In Deutschland zählen ETFs bei 61 Prozent der Befragten zu den drei am häufigsten genutzten Produkten. Sie sind damit etwa genauso beliebt wie Einzelaktien, jedoch deutlich verbreiteter als traditionelle Investmentfonds, die bei 45 Prozent der Befragten zu den drei am häufigsten genutzten Produkten gehören.

Gibt es weitere erwähnenswerte Erkenntnisse?

Ich denke schon. Ein weiteres Ergebnis war, dass professionelle Anleger ETFs meist nutzen für den Aufbau taktischer Positionen. Das wiederum hängt eng mit den Hauptvorteilen von ETFs gegenüber anderen Investmentprodukten zusammen: hohe Liquidität, geringe Kosten, einfaches passives Exposure sowie Transparenz. Selbst jene 20 Prozent der Befragten, die noch nie ETFs genutzt haben, scheinen die Vorteile von ETFs anzuerkennen. Denn auch sie sagten, dass ETFs kostengünstig, leicht zu handeln sowie transparent sind. Interessanterweise gaben aus dieser Gruppe mehr Personen als aus der Gruppe der Investoren, die ETFs bereits nutzen, an, dass ihnen ETFs Zugang zu Märkten bieten, die für sie nur schwer erreichbar sind.

Zusätzlich interessant: Die meisten Anleger (71 Prozent) nutzen marktreplizierende ETFs – oder anders ausgedrückt: reine Beta-Produkte. 40 Prozent nutzen zusätzlich oder stattdessen aktiv verwaltete ETFs und 34 Prozent ETFs mit risikokontrollierten Strategien.

Haben Sie auch gefragt, wie Investoren in Zukunft mit ETFs umgehen wollen beziehungsweise sie nutzen werden?

Ja, das haben wir. Demzufolge gaben 32 Prozent der Befragten an, dass sie planen, in den kommenden zwölf Monaten vermehrt in marktreplizierende ETFs zu investieren. Der generelle Trend zur Nutzung von ETFs bleibt ebenfalls bestehen. So gaben 41 Prozent an, in den kommenden zwölf Monaten mehr ETFs nutzen zu wollen. Etwa ein Drittel der Umfrageteilnehmer in Deutschland gab an, dass sie erwarten, im kommenden Jahr die Anlage in ETFs zu verstärken.

Wird dies zu Änderungen bei Source führen?

Die Ergebnisse helfen uns ganz entscheidend zu verstehen, was unsere Investoren an ETFs wirklich schätzen und welche Anforderungen diese Produkte erfüllen sollen beziehungsweise müssen. Dies hilft uns, wenn wir unser aktuelles Produktangebot prüfen und neue Produkte entwickeln. Sollten die kommenden Jahre für die ETF-Branche genauso erfolgreich werden wie die vergangenen Jahre und die durch die Studie aufgezeigten Trends das Wachstum weiter verstärken, müssen wir dafür sorgen, dass wir auch weiterhin die von den Anlegern benötigten Produktlösungen bereitstellen können.