Start Interview „Eine völlig neue Möglichkeit, in Immobilien zu investieren“

„Eine völlig neue Möglichkeit, in Immobilien zu investieren“

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Peter Scharl klein

iShares legte vor wenigen Tagen mit dem MSCI Target US Real Estate UCITS ETF einen neuartigen Immobilien-Misch-ETF auf. Das EXtra-Magazin befragte Peter Scharl, Leiter Vertrieb für Deutschland, Österreich und Osteuropa von iShares.

Mit dem MSCI Target US Real Estate UCITS ETF legten Sie einen neuartigen Immobilien-ETF auf. Was ist das Besondere an dem ETF?

Peter Scharl: Das Besondere an diesem ETF ist, dass er den US Immobilienmarkt nicht nur mit Hilfe von sogenannten REITs (Real Estate Investment Trusts) abbildet, die sehr stark mit den Aktienmärkten korrelieren, sondern auch TIPS (Treasury Inflation Indexed Securities / Inflationsgeschützte US Staatsanleihen) zur Hilfe nimmt. Durch eine Mischung dieser beiden Anlageklassen vollzieht der Fonds die Wertentwicklung von dem US Immobilienmarkt relativ genau nach. Er stellt somit eine völlig neue Möglichkeit dar, in Immobilien zu investieren und im Portfolio beizumischen.

Was bewegte Sie dazu, einen solchen ETF aufzulegen?

Peter Scharl: Dieser Fonds ist in seiner Form bisher einzigartig. Bisher existierten nur Aktien oder Renten-Fonds und es war sehr schwierig an der Wertentwicklung von alternativen Assetklassen, wie Immobilien, zu partizipieren. iShares erweitert durch den iShares MSCI Target US Real Estate UCITS ETF seine Produktpalette, um unseren Investoren für jede Marktlage die richtigen ETFs an die Hand zu geben.

ETFs auf US-Immobilien erzielten im vergangenen Jahr hohe, zweitstellige Renditen. Reduzieren sich mit dem Ansatz einer Höhergewichtung wenig volatiler Werte nicht auch die Renditechancen?

Peter Scharl: Ziel dieses ETFs ist es, die Volatilität von REITS auf die von Investments in physische Immobilien zu reduzieren. Der Anleger kann mit unserem neuem iShares MSCI Target US Real Estate UCITS ETF somit sein Portfolio um eine Assetklasse erweitern und das gesamte Portfoliorisiko durch Streuung vermindern. Dadurch kann sich das Risiko-Ertrags-Profil des Gesamtportfolios verbessern.

Bei im ETF befindlichen REITS wird ein sogenannter Deleveraging-Ansatz angewandt. Was ist darunter zu verstehen und wie funktioniert das Verfahren?

Peter Scharl: Da REITs oft Fremdkapital aufnehmen, um Immobilien zu kaufen, entsteht hierdurch ein Leverage (Hebel), leider entsteht dadurch auch ein größeres Risiko. Durch den Deleveraging-Ansatz passen wir das Verhältnis von Eigenkapital und Fremdkapital wieder so an, als würde die Immobilie mit 100 Prozent Eigenkapital gekauft werden und es dadurch zu keiner Hebelwirkung mehr kommt. Hierzu nutzen wir TIPS (Treasury Inflation Indexed Securities / Inflationsgeschützte US Staatsanleihen), um gleichzeitig kein zusätzlich unnötiges Emittenten Risiko aufzunehmen.

Wie hoch ist der Anteil von REITs aktuell im Immobilienbereich?

Peter Scharl: Der aktuelle REIT-Anteil im Fonds beträgt rund 65 Prozent.

Die Inflation ist derzeit so gering wie seit Jahren nicht mehr. Ist eine solche zusätzliche Komponente im aktuellen Marktumfeld überhaupt sinnvoll?

Peter Scharl: Absolut, da durch die Konjunkturprogramme der FED zum einen die Wirtschaft wieder angekurbelt werden, zum anderen aber auch die Inflation steigen lässt. Um sich gegen einen solchen Anstieg der Inflation zu schützen, müssen sich die Anleger nach Alternativen Investment-Formen umschauen. Immobilien stellen hier sicherlich eine sehr attraktive Möglichkeit dar.

Was ist die bevorzugte Zielgruppe und auf welchen Anlagehorizont sollte man mit dem ETF setzen?

Peter Scharl: Der ETF richtet sich an Anleger, die Ihr Portfolio durch eine weitere attraktive Assetklasse (Immobilien) erweitern möchten, um so dass Gesamtrisiko ihres Portfolios zu reduzieren. Da es sich um eine Anlageklasse mit historisch niedriger Volatilität handelt, ist dieser ETF für einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont am besten geeignet.

Bitte lesen Sie dazu auch hier den Artikel zum neu aufgelegten ETF.

 

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.