Start Interview Ende 2011 haben wir 50 ETFs im Angebot

Ende 2011 haben wir 50 ETFs im Angebot

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Mit HSBC kommt ein weiterer ETF-Anbieter auf dem Markt. Spät, aber dafür mit großem Potenzial. Das EXtra-Magazin hat Lars Hofer, Leiter Vertrieb ETFs Deutschland und Österreich bei HSBC Trinkaus, getroffen und mit ihm über die Strategie der HSBC gesprochen, die sich langfristig in diesem Produktbereich engagieren will.

Herr Hofer, die HSBC-Gruppe steigt spät in den ETF-Markt ein, haben Sie den Trend verschlafen? Warum gerade jetzt?

Nun, sicherlich gehören wir nicht zu den Pionieren in diesem Markt. Dennoch sind wir überzeugt, dass ETFs ein weiteres großartiges Jahrzehnt vor sich haben werden. Effizienz, Transparenz und Flexibilität ermöglichen enorme Vorteile sowohl bei taktischen als auch bei strategischen Einsatzmöglichkeiten. Diese Vorteile schätzen Investoren gerade nach den Erfahrungen mit der Finanzkrise sehr. ETFs werden sich nachhaltig in der Asset Allocation etablieren.

Welche Ziele haben Sie sich für das Jahr 2011 gesetzt?

Bis Ende 2011 möchten wir mit ca. 50 ETFs im Markt sein. Neben den großen „Must-haves“ fokussieren wir uns hier zunächst auf eine unserer Stärken: Emerging Markets. Auch Fixed Income sowie Währungen werden wir auf jeden Fall auflegen.

Wie möchten Sie sich von den bereits etablierten Anbietern unterscheiden – gibt es hier überhaupt Ansatzpunkte?

Wir grenzen uns von den meisten Anbietern dadurch ab, dass wir die gesamte ETF-Wertschöpfungskette im eigenen Haus haben. Das schafft Sicherheit für Investoren und damit Vertrauen. Uns ermöglicht es ein sehr kompetitives Pricing, von dem die Anleger selbstverständlich ebenfalls profitieren. Des Weiteren belegen wir eine vielversprechende Nische: Demografische Entwicklung, Wachstum und geringe Verschuldung werden auch künftig für Investitionen in Emerging Markets sprechen. Dank unserer globalen Präsenz sowie unserer gewachsenen Historie in diesen Märkten können wir hier dem Anleger Mehrwert schaffen.

Welche Art der Indexabbildung bevorzugen Sie?

Grundsätzlich bevorzugen wir die volle Replizierung. Ein Vorteil des ETFs ist Transparenz. Diese möchten wir so weit wie möglich umsetzen. Sollten – wegen landesspezifischer Vorgaben – Swaps unausweichlich sein, so werden wir auch hier maximale Transparenz anstreben.

HSBC spricht in Deutschland bevorzugt vermögende Privatkunden an. Planen Sie Ihre Produkte auch der breiten Masse anzubieten? Im Derivate-Bereich tun Sie das ja bereits erfolgreich.

Sicherlich verbinden viele den Namen HSBC Trinkaus noch ausschließlich mit vermögenden Privatkunden. Im Derivate-Bereich sind wir aber bereits seit 1989 nachhaltig im Retailgeschäft erfolgreich. Natürlich möchten wir auch diesen Kunden den Zugang zu unseren ETFs ermöglichen. Als HSBC sind wir zudem im Geschäft mit institutionellen Kunden stark vertreten, denen wir unsere ETFs ebenfalls anbieten.

Warum sollten institutionelle wie private Investoren Ihre ETFs kaufen?

Weil wir ein stabiler, bilanzstarker und breit aufgestellter Partner sind, der sich auch in der Krise als verlässlich erwiesen hat. Kaum eine andere Bank bietet zudem so viel gewachsenes Know-how international und in den wachstumsstarken Schwellenländern. Wir werden zunächst insbesondere in Emerging Markets Mehrwert schaffen. Auch die Seltenheit, dass die gesamte Wertschöpfungskette im eigenen Haus liegt, kommt dem Anleger zugute. Schließlich werden wir uns strategisch ausschließlich auf Long-ETFs konzentrieren, um so transparent wie möglich zu sein. Produktwahrheit und -klarheit haben für uns absolute Priorität, wie auch im Derivate-Bereich.

Auf welche Produkte aus Ihrer aktuellen bzw. geplanten Produktpalette freuen Sie sich heute schon besonders?

Auf Emerging Markets im Allgemeinen und auf zwei Neuerungen im nächsten Jahr, über die ich allerdings zu diesem Zeitpunkt leider noch nicht sprechen kann.

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