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Erfahrung ist Voraussetzung für den Kauf von ETFs

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Andreas_Fehrenbach_ETFlab

Die DekaBank-Tochter ETFlab fokussiert mit ihrem Angebot in erster Linie inländische institutionelle Investoren. Geschäftsführer Andreas Fehrenbach erklärt in einem Interview im Magazin AnalysisKompakt von Scope, warum ETFlab nicht aktiv auf Privatanleger zugeht, warum Informationsservice das A und O ist und welche Produkte die nächsten in der Pipeline sind.

Herr Fehrenbach, Exchange Traded Funds werden bei Privatanlegern immer beliebter. Institutionelle Investoren haben diese Investmentprodukte schon längst für sich entdeckt. Welche Vorteile bieten ETFs den Institutionellen?

ETFs bieten Privatanlegern wie institutionellen Investoren gleichermaßen Vorteile. Besonders hervorzuheben sind die flexible Handelbarkeit der Produkte und die niedrigen Kosten. Zudem sind ETFs sehr einfach verständlich, was den Produkten vor allem in den vergangenen 18 Monaten zu einem deutlichen Plus verholfen hat. Investoren legen einfach Wert darauf zu verstehen, was sie kaufen. Und hierzu ist die absolute Transparenz, die ETFs bieten, ein wichtiger Punkt. Ein ETF sollte auf täglicher Basis alle Bestände offen legen und auch die Kosten sollten komplett transparent sein.

ETFlab richtet sich speziell an institutionelle Investoren. Welche Unterschiede in der Produktpalette ergeben sich aus dieser Ausrichtung im Gegensatz zu Anbietern für Privatanleger?

Wir konzentrieren uns darauf die wichtigen Assetklassen abzubilden. Dies sind ganz klar Aktien und Renten. Und in diesem Bereich wollen wir die wichtigsten Märkte bzw. Indizes abdecken. Spezialthemen werden durch viele Institutionelle lieber selbst umgesetzt bzw. wird oftmals auf spezialisierte aktive Asset Manager zurückgegriffen.

Sie konzentrieren sich dabei auf deutsche Kunden. Welchen spezifischen Ansprüchen kommen sie hier entgegen?

Bei der Konstruktion unserer ETFs richten wir uns beispielsweise an den steuerlichen Gegebenheiten aus. Durch die volle Replizierung können im Bereich von Aktien-ETFs viele institutionelle Investoren sowohl die Kursgewinne als auch die Ausschüttungen unserer ETFs fast gänzlich steuerfrei vereinnahmen. Würden wir eine swap-basierte Abbildung wählen, wäre dies nicht der Fall. Zudem halten wir alle wichtigen Reportings standardmäßig vor; das erleichtert gerade im Controlling der Kunden einiges.

Wird es bei Ihrer Fokussierung auf institutionelle Investoren bleiben oder ist vorstellbar, dass ETFlab sich bald auch an Privatanleger richtet?

Unsere Ausrichtung an den Anforderungen institutioneller Kunden bedeutet nicht, dass unsere Produkte nicht auch von Privatanlegern gehandelt werden können. Auch sie können von den Vorteilen unserer ETFs profitieren. Wir gehen lediglich nicht aktiv auf den Privatanleger zu, da wir der Ansicht sind, dass sich ETFs nicht für jeden Anleger ohne Beratung eignen. Hier sollte nur der private Anleger zugreifen, der genügend Erfahrung mit sich bringt, um sein Vermögen selbst zu verwalten – oder eine entsprechende Beratung wahrnehmen.

In unserem ETF-Rating haben die Produkte, die wir aus Ihrem Haus aufgenommen haben, im Punkt „Informationsqualität“ durch die Bank sehr gut abgeschnitten. Dabei hätte man erwarten können, dass das Informationsbedürfnis ihrer Klientel geringer ist. Wieso setzen Sie die Maßstäbe bei Transparenz und Informationsservice dennoch sehr hoch?

Oberflächlich betrachtet handelt es sich bei ETFs um Komplementärgüter – die Unterschiede liegen eher im Detail. Um uns dennoch von unseren Mitbewerbern abheben zu können, stellen wir unseren „Service“ ganz vorne an. Und hierzu gehört unter anderem eine vollumfängliche Transparenz auf allen Ebenen.

Worauf liegt der Schwerpunkt in Ihrem Angebotsspektrum?

Der Schwerpunkt liegt sowohl bei Aktien als auch bei festverzinslichen Wertpapieren auf den wichtigen Benchmarks. Hier werden wir auch die weißen Flecken auf unserer Produktelandkarte zügig schließen.

Sie haben aber auch ETFs auf Strategie- Indizes wie den DJ Euro STOXX Select Dividend 30 im Angebot. Wie kommen solche Produkte an?

Man kann ganz deutlich beobachten, dass die Investoren in der Krise eher zu Standardindizes tendieren als zu speziellen Strategien. Eventuell liegt das wiederum daran, dass die großen Benchmarks dieser Welt einfacher im Controlling abzubilden sind als Strategieindizes. Wir haben aber dennoch mit dem ETFlab DAXplus Maximum Dividend einen großen Erfolg erzielen können. Dieses innovative Konzept setzt eine Dividendenstrategie sehr einfach aber effektiv um. Gewichtet wird nach Dividendenrendite. Um diese zu berechnen, wird nicht wie bei vielen anderen Konzepten in die Vergangenheit gesehen, sondern auf die Dividendenankündigungen der Unternehmen abgestellt.

In welche Richtung soll sich Ihr Produktangebot weiter entwickeln? Können Sie uns einen kleinen Ausblick geben?

Wie gesagt wollen wir erstmal die weißen Flecken auf der Landkarte ausfüllen. Im Aktienbereich sind dies insbesondere die Emerging Markets und auf der Rentenseite Corporate Bonds und Covered Bonds.

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